Burgess Meredith – Der Pinguin auf der “schwarzen Liste”

Burgess Meredith – Geboren am 16.11.1907 in Cleveland, Ohio, USA, gestorben am 09.11.1997 in Malibu, Florida, USA

Etwas über Oliver Burgess Meredith zu schreiben kann man nur stark verkürzt und in vollen Respekt. Schließlich dauerte seine Film- und Fernsehkarriere über 60 Jahre und ist uns Retroisten durchaus bekannt. Aber nicht nur filmgeschichtlich hat er ein bewegtes Leben gehabt. Bevor wir zu seinen Filmen kommen zunächst sein interessantes Leben in Kurzfassung.

Burgess wurde als Sohn von Ida Beth und dem kanadischen Arzt William George Meredith geboren. Nach seinem Abschluss 1926 in der Hoosac School schloss er 1931 ein Studium am Amherst College ab. Bereits 1930 trat er das erste Mal am Broadway auf. Viele Auftritte folgten. 1935 folgte sein Filmdebüt. Es folgten keine großen Rollen (bis auf eine Hauptrolle), sodass er zumeist in B-Filmen mitspielte. Dann kam der Zweite Weltkrieg, bei dem er in der United States Air Force diente und dort den Rang eines Captains erlangte. 1944 wurde er aus den Dienst entlassen um in den Film „The Story of G.I. Joe“ den Reporter Ernie Pyle zu spielen. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs endete seine Karriere abrupt. Schuld daran war sein Name auf der berüchtigten „schwarzen Liste“ in der McCarthy-Ära. In dieser Liste standen Künstler (und andere Personen) die vom Senator Joseph McCarthy dem Kommunismus beschuldigt, verfolgt und denunziert wurden. So wirkte er nur im Theater und ein wenig im Fernsehen mit.  

Im Fernsehen wirkte er nicht nur in der Serie „Twilight Zone“, „Bonanza“ oder „Wild Wild West“ mit, er schuf auch eine Kultfigur des comicartigen Trashs: den Pinguin in der 60er Jahre Serie „Batman“. 21 Episoden lang verkörperte er den putzigen Spießgesellen (zuvor wurde Spencer Tracy die Rolle angeboten. Er lehnte aber ab, weil die Produzenten nicht wollten das Pinguin den „Batman“ tötet wie es Tracy wollte) und schuf eine herrliche Karikatur seiner selbst. Im Übrigen wurde ihm 1992 die Rolle von Pinguins Vater in „Batmans Rückkehr“ von Tim Burton angeboten. Aber leider konnte er diese Rolle aufgrund seiner Gesundheit nicht annehmen.

 In den 70er Jahren bekam er ernstere Rollen. Seine Bekannteste ist die des Mickey Goldmill, den Trainer von Rocky Balboa im Klassiker „Rocky“. Für diesen Film und den Film „Der Tag der Heuschrecke“ wurde er für den Oscar nominiert. Burgess spielte in den 90er Jahren den Vater von Jack Lemmon (obwohl er nur 17 Jahre älter war)  in „Ein verrücktes Paar“ und seiner Fortsetzung. Er war viermal verheiratet, u.a. mit Paulette Goddard und hat 2 Kinder. Meredith starb an den Folgen von Alzheimer und schwarzen Krebs. Eine kleine Anekdote am Rande. Es gab von der Kosmetikfirma „Max Factor“ ein Make-Up namens „Burgess Meredith“. Es soll sich hierbei um eine Extramixtur für Burgess handeln, da er so einen besonderen Teint hatte. Insgesamt hatte Meredith gut 177 Auftritte in Film und Fernsehen (plus Sprechrollen).

Seine Rollen bleiben unvergessen und ich liebe ihn einfach als Mickey.