Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (1974)

Inhalt:

Theresa, die Tochter des reichen mexikanischen Patriarchen El Jefe ist schwanger. El Jefe ist das ein Dorn im Auge und er quält aus Theresas Mund den Namen des potentiellen Vaters heraus: Alfredo Garcia. Er setzt ein Kopfgeld von einer Millionen Dollar aus. Diese wollen sich die beiden Kopfgeldjäger Quill und Sappensly verdienen. Sie suchen den Barpianisten Bennie auf, der wohl Informationen über Garcia hat. Als Belohnung soll er 10.000 Dollar bekommen. Aber Bennie gibt sich damit nicht ab und macht sich selber, zusammen mit seiner Freundin, auf den Weg Garcia zu suchen. Er findet ihn auch. Nur ist dieser bereits tot und vergraben. Da El Jefe ja einen Preis für den Kopf von Alfredo Garcia ausgesprochen hat, nimmt Bennie dies wortwörtlich. Aber er hat nicht mit den beiden Kopfgeldjägern gerechnet, die hinter ihn her sind.

Filmisches Feedback

Einer der 4 besten Filme von Peckinpah

Ein visueller Kraftakt Peckinpahs der von seinen inhaltlichen und optischen Kontrasten lebt. Kaum zeigt der Film die Schönheit Mexikos oder das kurze Aufflackern von Freiheitsgefühl zerstört es Peckinpah mit rohen, kompromisslosen Bildern, die exakt dort platziert sind wo man sie am wenigsten erwartet. Peckinpah setzt Leben und Tod gegenüber um die Spirale der Gewalt auf die Spur zu kommen. Zeigen tut er das am Beispiel des Pianisten, der erst (vom Geld) verführt wird und dann gedemütigt wird um schließlich der Raffgier zu verfallen und eine Blutspur hinter sich herzieht. Der Mechanismus von Gewalt zeigt er als einen Akt von außen und vom Inneren Wesen des Menschen. Die Gründe von der Anwendung von Gewalt sind vielschichtig, hier aber auch sehr undurchschaubar. Genau das spornt zum “Nochmal ansehen” an.
Dieser Neowestern, der brillant das Thema Kopfgeldjäger variiert, bietet einen großen Spielraum um die Welt zu zeigen wie sie sich entwickelt wenn sie nur käuflich und verdorben ist.
Warren Oates, als unfreiwilliger Held wider Willen, bietet die mit beste Performance seines Lebens ab. Allein die Monologszenen im Auto sind von einer bestechenden Brillanz wie selten. Peckinpah, der unverwüstliche Rebell des Films, der seine Filme ohne Rücksicht auf Normen drehte, der neue Szenarien entwickelte, der die Zeitlupenkamera perfektionierte (weit vor John Woo) und der es schaffte Inhalt und Aktion kongenial miteinander zu verknüpfen schuf hier ein vergessenes, bitterböses, zynisches Werk über Leben und Tod.