Dale Dye – Der beratende Kriegsheld

Dale Dye – Geboren am 08.10.1944 In Cape Girardeau, Missouri


Ihr wollt einen Kriegsfilm drehen und braucht einen nach Autorität und Disziplin ausstrahlenden Soldaten? Dann ruft Dale Dye an. Er wirkte in vielen Filmen sowohl als Berater als auch Schauspieler mit, die sich thematisch mit dem Militär auseinandersetzen. Und das kommt nicht von ungefähr.
Dale Adam Dye jr. wurde als Sohn des Alkoholverkäufers Dale Adam Dye sr. und Della Grace geboren. Sein Vater nahm ihn auf Arbeit mit, sodass Dale und sein Vater häufig in kleinen Bars und Lokalen anzutreffen waren. In vielen dieser Lokale saßen Veteranen des zweiten Weltkrieges und erzählten von ihren Erlebnissen. Einer dieser Herren berichtet Dale dann von einen Kampf im asiatisch-pazifischen Raum, den Dale gebannt zuhörte. Am selben Abend las er viel über dieses Thema. Besonders die Schlacht um Iwo Jima faszinierte ihn. So beschloss er am selben Abend in die US Marine einzutreten. Er besuchte später dann die Militär Akademie in Chicago und Missouri.


Nach Missouri wollte er zur US-Navy Akademie nach Annapolis. Nachdem er allerdings (aufgrund seiner Ergebnisse in Mathe und Wissenschaft) dreimal durch die Aufnahmeprüfung fiel, und die Fortführung seiner akademischen Laufbahn für die Familie zu teuer gewesen wäre, entschloss er sich im Januar 1964 bei den US-Marines einzuschreiben. Er gehörte mit zu einer der ersten Truppen, die 1965 nach Vietnam geschickt wurden. Die dortigen Offiziere bescheinigten Dye eine hohe Auffassungsgabe im Bereich der Observation und seiner literarischen Fähigkeit. Und so wurde er einer der ersten Kampfberichterstatter der US-Marine. In dieser Zeit wurde er so gut wie zu jeder Schlacht mit hinzugezogen, um seine Berichte sowohl für militärische Zwecke, als auch für Zeitungen in der Heimat, niederzuschreiben. Er sah mehr Kämpfe als viele der einfachen Soldaten die in die Schlacht gezogen wurden.


Während der Tet-Offensive 1968 wurde Dye als Korrespondent zusammen mit den zweiten Bataillon in den Kampf gegen den Vietcong geschickt. Im März des Jahres 1968 musste Dye einen getöteten Soldaten an ein fest installiertes Maschinengewehr ersetzen. Obwohl er verletzt wurde hielt er alleine eine ganze Nacht dem Gegenfeuer stand und beschütze sein Bataillon hierbei. Somit konnten viele verwundete Soldaten beschützt werden. Er erhielt für diese Aktion den „Bronze Star“ für Heldentum. Dye nahm an insgesamt 31 Kampfeinsätzen in Vietnam teil.

Nach 13 Jahren beendete er in der US-Marine seine dortige Karriere als Master Sergeant. Später wurde er zum Captain befördert und diente von 1982-83 in Beirut, Libanon. Kurz nach seiner Rückkehr wurden die dort ansässigen Marines angegriffen wobei 241 Soldaten starben. Einer seiner Kollegen der schreibenden Soldaten war Gustav Hasford, der den Charakter des „Daddy D.A.“ aus seinen Roman „The Short Timers“ Dye widmete. „The Short-Timers“ wurde dann unter den Namen „Full Metal Jacket“ von Stanley Kubrick verfilmt und die Figur des „Daddy D.A.“ wurde hier von Keith Hodiak verkörpert.


1984 setzte Dye sich zur Ruhe (mit drei Purple Hearts als Auszeichnungen) und gründete „Warriors, Inc.“ Eine Firma, die sich darauf spezialisiert Schauspieler für ihre Rollen in Kriegsfilmen vorzubereiten und Filmproduktionen als militärischer Berater zur Seite zu stehen. „Warrios, Inc.“ wurde und ist bis heute die Vorzeigefirma für solche Vorbereitungen. Dye schreibt auch weiterhin viele Artikel und Bücher über Taktik, Kriegsführung, Berichte von Kriegsorten und allgemeines Soldatentum. Auch Romane schreibt er.
Seine erste Tätigkeit als direkter Berater für militärische Fragen war für den Film „Invasion vom Mars“ von Tobe Hooper.

Dann schickte er Charlie Sheen, Willem Dafoe, Johnny Depp und auch Tom Berenger in ein 30-tägiges Militärtraining als Vorbereitung für Oliver Stones „Platoon“ (wo er auch eine kleine Rolle hat). Er bestimmte wieviel die Schauspieler trinken, essen und schlafen durften und feuerte auch gerne Platzpatronen in der Nacht ab damit die Schauspieler immer bereit waren. Zudem bereitete er auch viele Filme und Serien vor wie die TV-Minireihe „Band of Brothers“ oder „The Pacific“. Als Darsteller trat er zudem in „Outbreak“, „Der Soldat James Ryan“, „Alarmstufe: Rot 1 & 2“, „Mission: Impossible“, „Starship Troopers“, „Airborne – Flügel aus Stahl“, „JFK – Tatort Dallas“, „Geboren am 4 Juli“ oder der TV-serie „Falling Skies“ auf.
Während des zweiten Golfkriegs bekam er eine zweistündige Radiosendung und beriet die Videospielreihe „Medal of Honor“. Er hat zwei Kinder, eine Tochter die Schauspielerin ist und einen Sohn der Filmkomponist ist. Der Linkshänder war zudem für die Rolle des „Robocop“ im Gespräch.