Evolver (1995)

Inhalt:

Bei einem Videospielcontest gewinnt der Jugendliche Kyle (Ethan Randall) einen Kampfroboter namens „Evolver“. Mit ihm kann er auch außer der virtuellen Realität viel Zerstörung anrichten. Dumm nur, dass dieser Roboter vom US- Verteidigungsministerium entwickelt wurde. Und so nimmt das Unglück seinen Lauf.

Filmisches Feedback:

90er Jahre Videothekenperle

Die 90er waren stets das Zeitalter der Videotheken. Das war gut so. Denn so hatte man die Möglichkeit (auch mal eben illegal, wenn man noch keine 18 war) an Filme zu kommen, die man so vielleicht nie gesehen hätte. Es gab in den Auslagen schöne Poster, Aufhänger oder Pappaufsteller. So war es auch damals bei diesem Film. Der Aufsteller in der örtlichen Videothek sah geil aus. Also rein und ausgeliehen. Und war durchaus begeistert damals. Heut mal wieder gesehen und auch wenn der Film dramaturgisch und spezialeffektetechnisch nicht ein A-Produkt ist, so macht er dennoch wunderbare B-Filmfreude.

Denn neben der Geschichte, die ganz nebenbei so aktuell ist wie selten, bietet er doch gepflegte B-Film Unterhaltung im SF/Abenteuergenre. Die Geschichte ist eine Art “War Games” in den 90ern und dennoch könnte er auch heute sich so abspielen. Spannung ist zwar was anderes, aber darum geht´s hier auch gar nicht. Er soll unterhalten und bietet eine kleine aber fein-putzige Kritik am multimedialen Spielekonsum der heutigen Zeit.

Was ihn aber durchaus ansehbar macht ist die gute Kamera. Geschickt fängt Kameramann Jacques Haitkin das Geschehen ein. Klare Linien und gute Farbgebung. Der Mann weiß wie man Genreware inszeniert. Nicht umsonst ist er auch Kameramann bei z.Bsp. “Nightmare on Elmstreet 1 & 2”, “Fist of the North Star”, “The Hidden” oder “Wishmaster”. Man muss den auch mal loben. Er dreht viel und macht das auch gut. Und ein kleiner Hinweis: die Stimme von “Evolver” ist im Übrigen im Original kein Geringerer als William H. Macy.  Der in knapp 3 Wochen abgedrehte Film kostete 5 Millionen Dollar. Der Regisseur und Autor des Films Mark Rosman lernte sein Handwerk bei Brian de Palma und drehte neben diesen Film noch „Der perfekte Mann“ oder „Cinderella Story“ für das Kino. Ansonsten ist er im Fernsehen anzutreffen. Hier drehte er einige Episoden für die TV-Serie „Ghost Whisperer“ oder „Lizzy McGuire“. Hauptdarsteller Ethan Randall (Ethan Embry war sein Künstlername) drehte zwei Jahre später „Die schrillen Vier in Las Vegas“ und noch eine Hauptrolle in der TV-Serie „Brotherhood“. Aber den großen Durchbruch schaffte er bis heute nicht. Cassidy Rae dreht hauptsächlich TV-Serien und ist dort in eher belanglosen Produktionen zu sehen. Die Nebendarsteller können sich hier allerdings sehen lassen. Neben John deLancie („Q“ in „Star Trek – The next Generation“) spielen hier auch noch Cindy Pickett („Ferris macht blau“, „Deep Star Six“) und Paul Dooley („Alf“, „Ein Mann sieht rot“, „Überfall im Wandschrank“) mit.