4er Review : Airport Filmreihe (1970-1979)

Schon vor dem Film “Airport” aus dem Jahre 1970 gab es Katastrophenfilme, jedoch wird dieser Film als Stilbildend für dieses Genre bezeichnet. Viele damaligen Hollywoodstars rangten förmlich um eine Rolle in solch einem Film. Nicht die schauspielerischen Föhigkeiten standen im Vordergrund, sondern diese Rolle verlangten den Stars auch viel körperlichen Einsatz ab. In diesem 4er Review möchte ich Euch die bekannten “Airport” Streifen etwas näher bringen, mit Filmbeschreibung und Kurzreview zu jedem Teil. Für Fans von Katastrophenfilmen sind diese Filme ein “MUST HAVE” und “MUST SEE”. Daher gibt es auch vom Label “Universal” eine schicke 4er DVD – Box, die es sogar schon in einer Neuauflage im Handel gibt, weil die Erstauflage sehr schnell vergriffen war. Natürlich kann man die Filme auch einzeln auf DVD, Blu Ray oder VHS bekommen, das muss jeder für sich selbst entscheiden! Wünsche viel Spaß mit dem 4er Review.

Airport 1970

Der Lincoln International Airport ist beinahe eingeschneit, was die Arbeit für den zuständigen Chef Bakersfield (Burt Lancaster) zu einem anstrengenden Erlebnis macht. Während sich für viele Personen auf dem Flughafen die Fäden des Schicksals ver- und wieder entwirren, hat Bakersfields Schwager Demerest (Dean Martin) alle Mühe seine Maschine in dem Sturm sicher zu landen, nicht zuletzt, weil ein Passagier eine Bombe an Bord gebracht hat.

Was einem als Zuschauer bei den Filmen sofort auffällt, ist das Beziehungsleben der Hauptdarsteller, denn irgendwie ist es dort normal das man als Mann seine Frau betrügt und eine Freundin hat, oder aufgrund seiner Arbeit seine eigene Frau vernachlässigt, ist das der bekannte: „The American Way of Life“? Denn meistens geht es in den Filmen um Trennungen, eine heile Beziehungswelt wird hier nur selten dargestellt.

Im ersten Teil der bekannten und beliebten Airportreihe, ist die eigentliche Katastrophe noch verhältnismäßig klein ausgefallen, hier geht es eher um die zwischenmenschlichen Beziehungen, das Verhalten der einzelnen Personen in Extremsituationen, die Betroffenen und die Rettungskräfte. Gutes und schlechtes der einzelnen Rollen tauchen auf, obwohl das gute natürlich mehr zum Tagesschein hervorkommt.

Der Spannungsaufbau in Airport ist gut in die Szenen umgesetzt worden und man bekommt auch so einiges über die einzelnen Rollen vermittelt, dennoch spürt man irgendwie das noch was fehlt, ein wenig mehr Spannung und Bedrohung hätten dem Film auf keinen Fall geschadet. Denn bis zum letzten Drittel des Films zieht er sich teilweise unnötig in die Länge, im letzten Drittel wird förmlich noch mal Gas gegeben. Mir kam teilweise der Film eher wie eine Soap vor, die man ja zu genüge aus dem TV kennt, aber dennoch war Airport ein Auslöser einer Welle von Katastrophenfilmen, natürlich gab es später auch andere Szenarien wie: „Die Höllenfahrt der Poseidon“ und „Flammendes Inferno“.

Trotz der Schwächen von Teil 1 gehört er an die Spitze der Filmreihe und gehört einfach dazu, die Top-Star-Besetzung macht diesen Film noch mehr zu einem Tipp. Selten hatte man so viele namhafte Schauspieler in einem Film vereint, so wie es die Katastrophenfilme schafften! Namhafte Stars wie: Dean Martin und Burt Lancaster sind nur einige Beispiele dafür, welche Stars sich hier versuchten zu behaupten!

Airport 1975

Auf der Route von Washington D.C. nach Los Angeles wird eine Columbia Airlines Boeing, Flug 409 von einem kleinen Sportflugzeug gerammt und reißt ein großes Loch ins Cockpit. Der Pilot Captain Stacy erblindet mit schweren Verletzungen, der Co-Pilot ist auf der Stelle tot. Chef Stewardess Nancy versucht, über Anweisungen vom Tower, die Maschine in der Luft zu halten. Ihr Freund Alan Murdock, ebenfalls Pilot und mit der Technik des Flugzeugs vertraut, wird in einer waghalsigen Rettungsaktion über ein Seil von einem Helikopter aus ins Flugzeug geschleust und muss nun versuchen, die schwer angeschlagene Maschine zu landen.

 Nach dem großen Erfolg vom ersten Teil Airport, war es beschlossene Sache dass es eine Fortsetzung geben musste. Denn das Katastrophenkino war geboren und war allseits sehr beliebt. Das Grundgerüst wurde beibehalten, viele Stars der damaligen Zeit, viele Nebengeschichten, die im späteren Filmverlauf zu einer Hauptstory sich vereinen. Natürlich durfte hier wie im ersten Teil die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht fehlen, Frau und Mann und die Freundin dazu. Was schon in Teil 1 funktionierte, wurde auch hier wieder angewandt und umgesetzt.

Im ersten Teil war es eine Bombe die für die Katastrophe zuständig war, so ist es im zweiten Teil der Airport-Reihe ein ganz anderes Szenario, so stößt hier eine kleine Maschine mit einer Boing 747 zusammen und die gesamte Cockpitcrew geht verloren, so ist eine unerfahrene Stewardess dazu verdonnert, das Flugzeug solange in der Luft zu halten, bis ein Ersatzpilot mit einem halsbrecherischen Manöver an Bord der 747 gebracht wird.

Man merkt an dem Szenario schon deutlich, das hier mehr auf Spannung und Katastrophe getrimmt wurde, und die Soap-Elemente hier völlig verdrängt wurden, das ist auch gut so. Hier wurde mehr auf blanke Action und Effekte gesetzt, Gemütlichkeit wie im ersten Teil ist hier nicht zu finden. Die Spannungs- und Dramatikkurve wird hier ordentlich angezogen und auf einem hohen Level auch gehalten. Man kann die Panik an Bord gut nachvollziehen und sich nur annähernd vorstellen wie es wohl sein muss sich selbst in so einer Situation wiederzufinden!

Bei Airport 75 setzte man mehr auf Action, was auch bei den Fortsetzungen auch weiterhin beibehalten wurde. Mir persönlich hat Airport 75 besser zugesagt als Airport 70 (Teil 1), da hier dem Zuschauer mehr geboten wird. Für Fans von Katastrophenfilmen ist Airport 75 auf jeden Fall ein Tipp! Bekannte Stars wie Karen Black, bekannt aus „Invasion vom Mars“ und Charlton Heston, den man auch aus „Ben Hur“ kennt, sind nur einige von vielen Namen die in diesem Streifen ein Stelldichein haben.

Airport 1977

Eine luxoriöse Boing 747 auf den Weg nach Miami. An Bord befinden sich neben vielen illustren Gästen auch mehrere wertvolle Kunstschätze. Dies ruft Gangster auf den Plan, die den Jet entführen. Im Bermudadreieck kommt es zur Katastrophe: Das Flugzeug kollidiert mit einer Bohrinsel und versinkt im Meer. 70 m unter Wasser bangen die Eingeschlossenen um ihr Leben. Eine große Rettungsaktion bannt sich an.

Der dritte Teil der Airport-Reihe bietet dem Zuschauer endlich einen wirklichen Flugzeugabsturz, in den beiden ersten Teilen konnten bislang die Maschinen sicher gelandet werden. Im dritten Teil versinkt die Maschine im Meer, im bekannten Bermuda-Dreieck, aufgrund von wiedermal Gangster.

Ich hätte mir persönlich mal einen anderen Grund gewünscht, denn es könnte ja auch ein Unwetter, Blitzeinschlag, Motorenschaden oder ähnliches sein können, aber nein, man beruhte sich wieder auf die Gangster, diese Thematik ist ein wenig ausgelutscht. Allerdings muss man dem Szenario auch etwas zusprechen, durch das versinken im Meer, wird die Dramatik der Überlebenden und der Rettungskräfte immens verstärkt. Das der Sauerstoff im Flugzeug nicht ewig hält, und die Maschine droht zu zerplatzen aufgrund des Drucks, ist noch ein netter Nebeneffekt des Szenarios. Die Spannungskurve wird so noch mehr angezogen und auf einem interessanten hohen Level gehalten.

Bis zum Absturz des Flugzeuges werden dem Zuschauer die Gangster mit ihren präzisen Vorbereitungen präsentiert und näher gebracht, man bekommt das Gefühl es handelt sich um Hauptrollen, jedoch verschwinden diese spurlos nach dem Absturz und erst dann wird auf die Passagiere rüber geschwenkt und sie übernehmen den Film. Da hätte man etwas mehr Potenzial nutzen können, zum Beispiel wäre es interessant geworden, wenn ein oder zwei Gangster mit überlebt hätten und selbst in dieser Situation gefangen wären. Aber nun gut, die Filmemacher dachten anders.

Selbstverständlich sind auch in dem dritten Teil der Airport-Reihe namhafte Stars aus Hollywood vertreten, Namen wie James Stewart, Jack Lemmon und sogar Christopher Lee lesen sich wie Butter. Auch das Grundgerüst wurde wieder beibehalten, und Szenen einer gescheiterten Ehe fanden auch wieder ihren festen Platz im Drehbuch. Ein Happy End darf natürlich in Hollywood nicht fehlen. Airport 77 legt was die Dramatik und Spannung angeht, gegenüber seinen Vorgängern noch mal mächtig zu, in meinen Augen der beste Film der Reihe. Auch wenn hier ein wenig die Kreativität außer Acht gelassen wurde, ist dieser Film sehr für Katastrophen-Fans zu empfehlen!

 

Airport 1980

 Als die Angestellte Maggie Whelan (Susan Blakely) herausfindet, daß ihr Arbeitgeber Harrison Industries tatsächlich illegal Nuklearwaffen herstellt, versucht sie Dokumentenmaterial in Sicherheit zu bringen und flieht mit der Concorde. Doch ihr Chef (Robert Wagner) ist zu allem entschlossen und feuert einige seiner Produkte auf das von den Kapitänen Joe Patroni (George Kennedy) und Metrand (Alain Delon) gesteuerte Flugzeug.

 Die Ära der Katastrophenfilme war dem Ende nah, oder auch schon längst beendet, die Zuschauer hatten sich satt gesehen und wollten nun was anderes erleben. Das Ende merkt man dem letzten Teil der Airportreihe auch deutlich an. Nicht nur die Filmbeschreibung liest sich komisch, auch die Umsetzung ist absurd und kurios zugleich.

In meinen Augen hat der vierte Teil nichts mehr mit der Airportreihe gemeinsam. Was die anderen Filme ausmachte, nämlich die vielen namhaften Stars aus Hollywood, das vermisst man hier immens, lediglich ein paar Namen sind auf der Besetzungsliste zu finden, Robert Wagner und Alain Delon sind ein paar nennenswerte Beispiele. Aber so richtige Hollywoodgrößen findet man hier nicht mehr vor. Wahrscheinlich erkannten die Schauspieler schon eher dass das Genre Katastrophenfilm etwas uninteressant für die Kinozuschauer war.

Nicht nur die Story hat diverse Logikfehler und Lücken, auch was die Realität angeht, hat man hier etwas zu sehr übertrieben. Eine Concorde konnte kein Looping fliegen, oder aber auch der Pilot öffnet ein Cockpitfenster während des Fluges und feuert eine Leuchtpistole ab, noch unsinniger geht es kaum noch. Die physikalischen Gesetze wurden hier einfach mal außen vorgelassen und außer Kraft gesetzt. Die Spannungskurve ist auf einem niedrigen Level und der Unterhaltungswert ist im Keller und kommt auch nicht groß wieder hervor.

Der Gesamteindruck in meinen Augen ist: Peinlich, einfach nur Peinlich! Dieser Film hat kaum noch was mit den Vorgängern gemeinsam, und ist aus meiner Ansicht nur noch ein kläglicher Versuch mit einem Titel das schnelle Geld zu machen! Wer auf viele Ungereimtheiten und Fehlern leben kann, der wird sicherlich an Airport 4 seine Freude haben, alle anderen werden sich definitiv langweilen.

Hier zwei Bilder der schicken und ansehnlichen Airport DVD-Box!

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