Act of Piracy (1988)

Ted Andrews (Gary Busey) ist aus finanziellen Gründen gezwungen, seine Yacht ‘Barracuda’ zu verkaufen. Die Übergabe des Boots in Sydney wird von seiner Freundin Laura (Nancy Mulford) arrangiert.
Doch kaum hat die Yacht Florida verlassen, wird sie von einem Schnellboot verfolgt. Laura erschießt Passagiere und Besetzung – Andrews wird von einem Schuß aus dem Schnellboot getroffen und geht über Bord.
Inzwischen hat Jack Wilcox die ‘Barracuda’ mit seiner Mannschaft geentert und beschließt, Andrew’s Kinder, die einzigen Überlebenden des Massakers, als Geiseln gefangenzuhalten. Er nimmt Kurs auf Kreta und läßt die Yacht mit einem neuen Namen und neuem Anstrich versehen, um sie als Transportmittel für illegale Waffenlieferungen einsetzen zu können.
Ted Andrews ist mittlerweile gerettet und in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Gemeinsam mit seiner Exfrau macht er sich nach seiner Genesung auf die Suche nach den Entführern seiner Yacht – ein lebensgefährliches Unternehmen …

 

Schon 1970 fing Regisseur John BUD Cardos seine Filmkarriere mit dem Film “The Red, White und Black”, später folgten noch Filme wie “Mörderspinnen” von 1977, “Invasion aus dem Weltall” von 1980 und nicht zu vergessen “Mutant II” von 1984. Doch 1988 drehte er den Action-Thriller Mix mit dem Titel ACT OF PIRACY. In Deutschland bekam der Film noch den Zusatz “Piraterie auf hoher See”. 

Storytechnisch bewegt sich ACT OF PIRACY im Bereich der Kidnapping Streifen, doch anstatt die Geschichte auf die Straßen zu verlegen, wurde sich hier einer Yacht bedient, auf hoher See. Zunächst bekommt man ein paar Einblicke in das Leben von Ted Andrews und seiner neuen Familie. Er ist ein Vietnam Veteran und erzählt seinem Sohn von den Erlebnissen im Krieg und das Töten nicht immer die richtige Entscheidung ist. Aus finaziellen Gründen soll die Yacht mit dem wohlklingenden Namen BARRACUDA verkauft werden und zu einem anderen Hafen überführt werden. Wieso nicht diese Fahrt mit seinen Kindern verbringen? Doch die neue Partnerin von Ted hat andere Pläne und verfolgt die Yacht mit finsteren Gesellen und nimmt sich der Yacht an, die weitere Besatzung wird erschossen und Ted geht verletzt über Bord. Nun sind noch die Kinder an Bord und begleiten die Kidnapper auf den Weg zum neuen Ziel mit dem Gedanken das Boot als illegalen Umschlagplatz für Waffengeschäfte zu nutzen.

In der Rolle des Ted Andrews tritt ein sehr bekanntes Gesicht in Erscheinung – Gary Busey. Ein markantes Gesicht aus zahlreichen B-Movie Streifen der 80er Jahre. Zwar hatte Busey auch ein paar Erfolge in seiner Karriere zu verzeichnen, doch über eine B-Movie Karriere ging es leider nicht hinaus. Dabei sind darunter ein paar Klassiker und mittlerweile zu Kultfilmen aufgestiegene Projekte. Sei es in “ALARMSTUFE: ROT” mit Steven Seagal und Tommy Lee Jones, oder auch “Der Werewolf von Tarker Mills” aus dem Jahr 1985 oder auch “Chasers – Zu sexy für den Knast” von 1994, um nur ein paar Titel seiner langen Karriere als Schauspieler zu nennen. In einer weiteren Rolle ist Belinda Bauer zu sehen, ein australisches Ex-Model, was sich auch im Filmbusiness etablierte. Sie kennt man auch aus der TV Serie “Airwolf” als Gabrielle Ademaur, oder auch “Flashdance” von 1983 als Katie Hurley. Manche kennen sie auch aus “Robocop 2” als Dr. Juliette Faxx. 

ACT OF PIRACY fängt als ruhiger Vertreter an, das Tempo wird stetig angehoben. Dazu bekommt man mal ein anderes Setting im Bereich des Kidnapping geboten. Die Yacht ist prunkvoll und luxuriös angemessen der 80er Jahre. Der Beweggrund der Gauner sich die Yacht anzueignen um sie für Ihre Zwecke zu nutzen, klingt realistisch und wird durch die eiskalte Übernahme auch entsprechend in Szene gesetzt. Doch bei dem vielen Lob für diesen B-Movie, gibt es auch leider ein paar Schwächen. Allen voran, wieso sie die kleinen Kinder behalten und als Geiseln missbrauchen. Denn Ted ist über Bord gegangen und die anderen Besatzungsmitglieder sind allesamt aus dem Weg geschafft. 

Doch die Action in ACT OF PIRACY hät sich ebenfalls etwas bedeckt. Zwar werden im Finale zwei Boote sehr aufwendig und actionreich geschrottet. Doch bis es soweit ist vergehen oft lange Momente der Story. An manchen Stellen wirkt der Film etwas zu lang geraten. Doch wird der Zuschauer in solchen Momenten mit exotischen Kulissen und tollen Kameraeinstellungen verwöhnt. So bekommt man das Gefühl das hier ein entsprechendes Budget zur Verfügung stand. Somit ist ACT OF PIRACY ein solider B-Streifen, zwar kein Reißer, aber durchaus schaubar und ansprechend. Auch kann man den Film gut als Beispiel dafür sehen, das ein Gary Busey, eine tolle Kulisse und eine dünne Story nicht unbedingt ausreichen um Erfolg zu bekommen. Auch ist dieser Film ein gutes Beispiel dafür, wie versucht wurde aus erfolgreichen Nebendarstellern Actionstars zu kreieren.

Lange Zeit gab es diesen B-Movie Actioner nur auf VHS vom Label ASCOT, seit ein paar Wochen ist dieser Streifen auch auf DVD erschienen, vom Label “Great Movies”. Zwar ist die Qualität dieser Umsetzung nur auf guten VHS Niveau, aber durchaus schaubar und ertragbar. Man kann ja auch froh sein, wenn es solche Streifen überhaupt auf DVD schaffen.