Agentenpoker (1980)

Im Jahr 2010 verstarb der englische Regisseur Ronald Neame und hinterlässt ein paar Klassiker die bis heute noch immer in aller Munde sind, und sich großer Beliebtheit bei Filmsammeln erfreuen. Neame drehte 1972 den Katastrophenklassiker „Die Höllenfahrt der Poseidon“ mit Star Aufgebot. Nur zwei Jahre später folgte der Thriller „Die Akte Odessa“, und 1979 war er bereit noch einen Katastrophenklassiker zu drehen „Meteor“ kam in die Kinos und den Menschen wurde bewusst das es auch Gefahren im All gibt, die die Menschen dahinraffen können. Doch 1980 drehte er Agentenpoker oder auch unter dem Titel „Bluff Poker – Ein Schlitzohr packt aus“ mit Walter Matthau in der Hauptrolle.

Agentenpoker ist jedoch nicht im Thriller Genre beheimatet, sondern bedient sich an allerlei komödiantischen Elementen und gehört eher in die Unterhaltungsschiene des leichten Humors. Neame achtete darauf, das der Film nicht ins lächerliche oder sogar in den Slapstick Bereich abdriftet und bietet dem Zuschauer eine amüsante und sehr unterhaltsame Agentenkomödie.

Walter Matthau glänzt förmlich in der Rolle des Agenten Miles Kending, der von seinem Vorgesetzen ins Archiv gesteckt wird, weil er der Meinung ist das seine Zeit im Außendienst ausreicht und er einen Gegenspieler der russischen Seite hat laufen lassen. Kendig lässt diese Maßnahme nicht auf sich sitzen und beschliesst seinen Vorgesetzen eins auszuwischen und ihm vom Posten zu befreien.

Agentenpoker verzichtet vollkommen auf die Gimmicks die man sonst von vielen Agentenfilmen kennt, auch ohne Hilfsmittel ala James Bond kann man ordentlich Schaden anrichten. Walter Matthau geht förmlich in der Rolle des Agenten auf, und bietet dem Zuschauer ausreichend Dialoge mit Wortwitz und Hintergedanken. Durch angewendete Tricks spielt er seine Gegenspieler gegeneinander aus und bringt sie des öfteren in allzu mißliche Lagen. Als Unterstützung erhielt Matthau die Schauspielerin Glenda Jackson, auch sie bietet excellente schauspielerische Leistungen und spielt fleissig das Katz und Mausspiel mit. In weiteren Rollen sind unter anderem Ned Beatty als Vorgesetzer Myerson zu sehen, ihn kennt man auch aus „Ein guter Tag zum sterben“ an der Seite von Burt Reynolds. Weitere Namen im Cast sind Sam Waterston, Herbert Lom, George Baker und David Matthau.

Trotz der fehlenden Action Sequenzen bietet Agentenpoker ordentliche und sehr unterhaltsame Unterhaltung. Der Zuschauer langweilt sich nicht, zwar ist der Film vollgepackt mit Dialogen die aber keineswegs langweilig wirken und allerlei Informationen dem Zuschauer bieten um noch mehr von den Charakteren und deren Positionen kennen zu lernen. Man kann dem Film sicherlich den Status eines „Geheimtipps“ vergeben, denn einen großen Bekanntheistgrad trägt der Film nicht mit sich rum. Im Film werden viele Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart als musikalische Untermalung verwendet, sie unterstreichen das Flair des Films sehr, und wirken ausgewogen und an den richtigen Stellen eingesetzt. Besonders die „Hochzeit des Fiagro“ ist auch ein Ohrenschmaus.

Dank PIDAX Films ist er auch in das digitale Zeitalter vorgesprungen und bietet gute Bild und Tonqualitäten, die diesem Film umso mehr ins Rampenlicht rücken. Wer sich auch mal einen Agentenfilm ohne Bumm und Peng geben möchte, und auf seichte und angenehme Art unterhalten werden möchte, sollte sich diesen Film zulegen. Gelegentlich wird er auch auf den Sendern MDR und NDR ausgestrahlt, doch leider wie immer zu unmenschlichen Uhrzeiten.