Air Borne – Flügel aus Stahl (1990)

Im Jahr 1988 drehte David Green den Film „Buster“ mit Phil Collins in der Hauptrolle, und nur zwei Jahre danach kam „Airborne – Flügel aus Stahl“ in die Kinos. Im Prinzip kann man Airborne mit „Top Gun“ vergleichen, anstatt Düsenjets sind es nun Hubschrauber. Ansonsten bekommt man nicht viele Neuerungen was die Story angeht serviert. Doch in dem Jahr wo der Film veröffentlicht wurde, gab es noch andere Gründe als nur ein bewährtes Konzept neu aufzuwärmen. Der Kampfhubschrauber APACHE kam bei den Amerikanern zum Einsatz und wurde wahrlich in den Himmel gepriesen. Somit wird einem recht schnell klar, was der Film auch bezwecken soll – eine Art Werbefilm für den „damals“ neuen Kampfhubschrauber!

Doch der Erfolg blieb Airborne vollkommen aus, lediglich knappe 14 Millionen US-Dollar spielte er an den Kinokassen ein, wie hoch die Produktionskosten lagen ist nicht genau ermittelbar, es dürfte aber weitaus mehr gewesen sein. Durch die Inszenierung und Darstellung des Kampfhubschraubers bekommt er einen negativen Beigeschmack namens „Patriotismus“, in gewisser Weise ist dies ja vertretbar aber leider wird es hier etwas übertrieben. Storytechnisch kann der Film auch kaum überzeugen, da er einen müden Aufguß von „Top Gun“ wiederspiegelt. Doch Regisseur Green trägt nicht die alleinige Schuld an dieser Misere, auch die Drehbuchautoren tragen ihr Laster. Sie bauten viele Klischees in den Plot und nahmen eine Romanze mit ins Boot, die vom eigentlichen Geschehen der Piloten und der Hubschrauber deutlich ablenkt und ihn damit etwas ins Abseits befördert.

Da können die Darsteller ihn auch kaum noch halten und retten, zwar sind namenhafte Schauspieler im Cast vorzufinden, doch Namen retten noch lange keinen Film. Auch wenn da Namen wie Tommy Lee Jones, Nicolas Cage und Sean Young auftauchen. In der deutschen Synchronisation sind vor allen nicht die Stammsynchronsprecher am Mikrofon gewesen, was einem das gewohnte Erscheinungs- und Klangbild raubt. Tommy Lee Jones übernimmt gut im Film Airborne die Rolle der Vaterfigur, und Nicolas Cage des jungen, wilden und naiven Rebellen der noch zurecht gestutzt werden muss. Doch gelegentlich ist seine Rolle zu überdreht, was schon wieder an der Glaubwürdigkeit kratzt. Und die „eigentlich“ sexy Sean Young wirkt eher wie ein kleiner Schuljunge – zu sehr auf Mann getrimmt, auch wenn es nur die Äusserlichkeiten sind!

Doch mit einer Sache kann sich Airborne wieder nach vorne katapultieren – die Action. Hier bekommt man satte Action geboten, Hubschrauber Einsätze, Duelle und vieles mehr, dazu noch klasse Landschaftsaufnahmen und Computeranimationen aus dem Cockpit des Kampfhubschraubers. Der Storyaufbau arbeitet sich konstant auf das Finale hin, lediglich die Romanze im Film kann man als Länge / Pause im plot betiteln, den Rest der Laufzeit wird das Erzähltempo gut aufrecht gehalten und man wird angenehm unterhalten.

Kleine Anmerkung: Der Begriff Airborne bezieht sich auf die Fallschirmjäger, doch im Film geht es um die Kampfhubschrauber APACHE, also etwas Fehl am Platz der Titel.

Airborne gibt es in Deutschland nur auf VHS vom Label „New Vision/Highlight“, bei der DVD Version die im Umlauf sich befindet, handelt es sich wiedermal um ein Bootleg. Was zwar eine gute Bild und Tonqualität besitzen soll, aber kein Menu und erst recht keine Extras. Für Action und LuftAction Fans ist dieser Streifen sicherlich ein Tip, und sollte wenigstens einmal gesichtet werden. Dann unterstützen wir halt den amerikanischen Patriotismus und geniessen einfach die Action, in den Romanzeszenen kann man ja in die Küche gehen und neues Bier holen!