Alienkiller (1991)

Im Jahr 1986 machte sich der Regisseur John McNaughton sich in der Filmwelt mit seinem Debutfilm HENRY – PORTRAIT OF A SERIALKILLER einen Namen und begeisterte nicht nur die Zuschauer, sondern auch diverse Geldgeber. Fünf Jahre später bekam er das Skript zum Streifen ALIENKILLER (Originaltitel: The Borrower) zugespielt, doch es fehlten ihm die nötigen Zahlungsmittel, doch die Filmschmiede CANNON war bereit das nötige Kleingeld zu spendieren, jedoch mit den Bedingungen das manche Dinge im Plot etwas abgeändert werden müssten. McNaughton stimmte zu, er war vom Skript begeistert und wollte unbedingt diesen Film drehen. Seine Filmkarriere ging aber noch weit über dem Streifen ALIENKILLER hinaus, im Jahr 1993 drehte er den Film SEIN NAME IST MAD DOG, mit Bill Murray und Robert De Niro in den Hauptrollen, 5 Jahre später war es soweit mit WILD THINGS, mit Kevin Bacon und Matt Dillon.

ALIENKILLER ist eine Mischung aus Horror – Science-Fiction und Splatter, wobei der Anteil des Horror Genres deutlich mehr im Vordergrund steht. Lediglich das ein Alien in einem Menschenkörper auf die Erde verbannt wird, trägt zum SciFi Genre bei, wobei man auch eine ausserirdische Gestalt zu Gesicht bekommt, nur das Raumschiff ist in hellen Licht verborgen und nicht als solches zu erkennen. Zum Bereich des Splatters tragen die Effekte bei. Für die Special Effects war Kevin Yagher zuständig, seine Arbeiten konnte man zuvor in NIGHTMARE ON ELM STREET bewundern. Auch hier gelang ihm außerordentliche gute Effekte, die Masken und Kostüme sind aufwendig und detailreich, auch was den Gore Inhalt angeht wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Zwar fliesst der rote Lebenssaft nicht in strömen, aber die ein oder andere heftige Szene ist zu erblicken. Auch sind manche Szenenfolgen eher im Verborgenen zu finden, oder aus einem anderen Blickwinkel, doch unterstützt werden sie durch kleine Schockeffekte, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Wer hier auf harten Splatter und Horror hofft, wird etwas entäuscht schauen, vieles wird nur angeschnitten. Doch der Spannungsaufbau und das Setting unterstützen vieles im Plot.

Die Filmschmiede CANNON forderte Änderungen am Skript, dies merkt man vor allem am Cop Plot, ein weiblicher Detective und ihr Partner sind auf der Jagd nach einem Serienkiller und Vergewaltiger. Sie stoßen nur durch Zufall an die unheimlichen Ereignisse des Aliens heran, ein Zusammenhang ist nur unschwer zu erkennen, erst im späteren Verlauf schnüren sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem Bund zusammen und ergeben einen AHA Effekt beim Zuschauer. Der Anteil des Buddy Movies, in dem Falle von den beiden Detectives wirkt etwas unausgegoren und steif, zwar werden hier und da ein paar lockere Sprüche vom Stapel gelassen, doch lockern sie die Atmosphäre nur geringfügig auf. In den Szenen wo der Zuschauer dem Alien in Menschengestalt folgt sind düster, ecklig und auch Ironisch interpretiert worden. Die Versuche des Aliens sich an der Menschheit anzupassen, birgt so manche Schmunzler im Gesicht des Betrachters. Zu 90 Prozent spielt sich das Geschehen beider Handlungsstränge in den Lichtern der Grossstadt ab, viele Szenen werden nur durch Laternen und Scheinwerfern von Autos ausgeleuchtet. Dies verstärkt die düstere und angespannte Atmosphäre sehr.

Storytechnisch erinnert ALIENKILLER stark an THE HIDDEN, doch trübt dies nur wenig den Unterhaltunsfaktor des Streifens. Zwar ist auch er Klischee behaftet, doch kann man getrost über die kleinen Schwächen und Macken hinwegsehen. Wobei das Finale des Films auch betroffen ist, man weiß nicht so recht ob jetzt die Gefahr gebannt ist, oder das Wesen weiterhin sein Unwesen auf der Erde treibt. Wer von Alien auf der Erde nie genug bekommen kann und sich nicht gegen ein unterhaltsamen B-Movie sträubt, wird mit ALIENKILLER seine Freude haben.

ALIENKILLER gibt es in Deutschland nur auf VHS, mit einer Freigabe von 18, es existiert zwar eine DVD Version, doch handelt es sich hierbei um ein Bootleg und wird gelegentlich auf Filmbörsen angeboten!