Amazonas – Gefangen in der Hölle des Dschungels

Kevin befindet sich in Brasilien um geologische Ausgrabungen zu unternehmen. Nachdem er Ärger mit den Einheimischen hat chartert er zusammen mit einer kleinen Touristengruppe, einem Fotografen, zwei Fotomodellen und einem ausgemusterten Söldner ein Flugzeug, um zurück in die Zivilisation zu fliegen. Nach einer Notlandung im Amazonasgebiet muss die zusammengewürfelte Gruppe sich unzähligen Gefahren der grünen Hölle stellen. Krokodile, Piranhas und Treibsand erwarten sie schon. Als sie noch auf Kannibalen stossen, stehen ihre Chancen aus der verdammten Wildnis zu kommen sehr schlecht.

 

Sind auch Kannibalen drin? Nicht immer ist das was auf dem Cover angepriesen wird, auch im Film vertreten. Im Fall von AMAZONAS – GEFANGEN IN DER HÖLLE DES DSCHUNGELS, der auch unter dem Alternativtitel “Cannibal Ferox 2” vielen geläufig ist, kommen die Kannibalen zumindest vor! Im Jahr 1985 drehte der italienische Regisseur Michele Massimo Tarantini diesen Film. Die Welle solcher Filme war schon länger im Bereich der Ebbe zu finden, und nur noch wenige Produktionen aus diesem Genre fanden den Weg in die Kinos und / oder Videotheken. Tarantini drehte in seiner Laufbahn die von 1973 bis 2001 andauerte, ein paar bekannte Videothekenhits. Unter anderem seien hier folgende erwähnenswert: “Blutiger Schweiß” von 1971, “Flotte Bienen auf heißen Maschinen” von 1979 und “Das Schwert des Barbaren” aus dem Jahr 1983. 

Betrachtet man die Story von AMAZONAS so fällt einem recht schnell auf, das man hier Standardkost vom Regisseur geboten bekommt. Lediglich die Umverpackung ist etwas anders strukturiert. Doch zu sehr ähnelt sich dieser Film anderen früheren Produktionen, die sich mit den Kannibalen beschäftigen. Doch AMAZONAS unterscheidet sich auf einer anderen Art und Weise von seinen Konkurrenten. Vor allem wurde hier vollkommen auf unsinnige Tier Snuff Szenen verzichtet. Kein Tier wurde geschändet, gequält oder sogar getötet um den Film mehr Authentizität zu vergeben. Sowas rechne ich dem Regisseur und den Produzenten hoch an. Hinzu kommt noch das auf den anfänglichen Hinweis: “Der Film beruht auf Tatsachen!” gänzlich weggelassen wurde. Zumeist werden diesen Worten kaum Glauben geschenkt.

Als Schauplatz der Story dient natürlich der weite und tiefe Dschungel Südamerikas. So ist es auch nicht verwunderlich das AMAZONAS eine Gemeinschaftsproduktion von Brasilien und Italien war, und das nicht nur wegen den Drehorten und den dazu gehörigen Lizenzen. Denn auch Ureinwohner und Dschungelbewohner sind ausreichend im Film vorhanden und in die Story integriert. Doch verhalten sie sich bedeckt und agieren nur in wenigen Einstellungen, sie dienen oft nur als Schaumaterial und Füllmaterial. Doch allein der Gedanke das es noch solche Völer und Stämme gibt, leitet schon die Gänsehaut ein.

AMAZONAS kann man daher auch als waschechten Abenteuerfilm bezeichnen. Zwar sind in diesem Sub-Genre schon dutzende andere Produktionen gedreht und veröffentlicht worden, doch viele eher schlecht als recht, was auch oft am geringen Budget zugrunde lag. Doch hier bekommt man die volle Ladung Abenteuer auf dem Silbertablett serviert. So durften auch härtere Szenen und wenn es nur Kampfszenen sind, oder auch eine kleine Verstümmelung seitens der Kannibalen an einer weißen Frau, sich in den Plot einfügen.

Atmosphärisch gesehen ist AMAZONAS eine solide Inszenierung, das Erzähltempo ist recht rasant und abwechslungsreich inszeniert worden. Zudem tragen die Darsteller auch ihren Teil bei und können durchaus überzeugen. Zwar gibt es hier auch welche die anscheinend total fehl am Platze in der Schauspielerei sind, aber das kommt in anderen Produktionen genauso vor. Besonders sticht hier der Schauspieler Michael Sopkiw positiv hervor. Den Abenteurer und Paläontologe nimmt man ihn ab, erinnert ein wenig an Indiana Jones, jedoch ohne Peitsche! Auch in den wenigen leicht humoristischen Szenen kann er in seiner Rolle glänzen.

AMAZONAS ist ein durchschnittlicher Abenteuerfilm, der sich aber hinter Blockbustern wie Indiana Jones keineswegs verstecken muss. Er kann einen Überzeugen und bietet einen angenehme und spannende Unterhaltung auf 90 Minuten Laufzeit. Erschienen ist AMAZONAS in Deutschland auf VHS, DVD und Blu-ray. Wobei die VHS Versionen in Deutschland allesamt nur gekürzt erschienen sind. Die DVD von Dragon Entertainment ist ungeschnitten, bietet aber nur minimale Qualität in Bild und Ton. Über XT VIDEO ist der Film im Mediabook auf Blu-ray erschienen. Sehr gute Bildqualität und einen glasklaren Ton bietet die Scheibe und ist ebenfalls ungeschnitten.

Für Abenteuerfans und welche die gerne Filme mit Kannibalen schauen, ist er eine Empfehlung und Sichtung wert. Wer jedoch sowas wie Indiana Jones erwartet wird etwas enttäuscht sein.