American Fighter 2 – Der Auftrag (1987)

USA 1987
mit Michael Dudikoff, Steve James, Larry Poindexter, Gary Conway…
Drehbuch: Gideon Amir, Gary Conway, James Booth
Regie: Sam Firstenberg
Länge: 90 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Mit geheimen Auftrag landen die beiden Ranger Joe Armstrong (Michael Dudikoff) und Curtis Jackson (Steve James) auf einer kleinen Karibikinsel, wo sie das mysteriöse Verschwinden von Marinesoldaten aufklären sollen. Schon bei ihren ersten Nachforschungen geraten sie mit Ninja-Killern aneinander, die für ein Verbrechersyndikat arbeiten. Sie finden heraus, daß die gekidnappten Marines im Hauptquartier der Ninjas von einem Gen-Forscher in willenlos-gehorsame, blutrünstige Kampfmaschinen umgewandelt werden. Armstrong und Jackson versuchen nun mit allen Mitteln, das Ninja-Nest auszuheben und die Gefangenen zu befreien – aber die Ninja-Roboter erwarten sie schon. Armstrong stellt sich dem Lehrmeister der Ninjas und kämpft mit Tojo Ken einen Kampf auf Leben und Tod…

Heute ist es wieder soweit. Ja, ich habe sie groß angekündigt, unsere kleine Zeitreise in die Welt von amerikanischen Ninjas, die sich durchgeknallten Bösewichten erwehren müssen, welche ebenfalls eine Horde von, natürlich bösen, Ninjas um sich scharen. Zuletzt widmeten wir uns dem originalen „American Fighter“ aus dem Jahr 1985. Die logische Konsequenz? Genau, heute beschäftigen wir uns mit Teil 2! Da seht ihr mal, wie überraschend wir doch sein können. Genauer gesagt dreht es sich heute um „American Fighter 2 – Der Auftrag“, welcher im Jahr 1987 den Weg in die Kinos fand und uns erneut einen mit allen Wassern gewaschenen Michael Dudikoff präsentierte, der sich damals womöglich auf seinem Karriere-Zenit befand, bevor es nur noch für Direct-to-Video Produktionen zu reichen schien. Ab ins Ninja-Getümmel!

Beim letzten Mal, sowie bei diversen Besprechungen davor, müsste durchgekommen sein, dass ich ja ein kleiner Dudikoff-Fan bin. Ich behaupte, der Michael hätte es weiter nach oben schaffen können, hätte man ihn nicht in schnell heruntergewichsten Direct-to-Video Filmen verheizt. Dies ist allerdings ein weiterer Grund noch mehr für die „American Fighter“-Reihe zu schwärmen, markiert sie doch die erfolgreichste Zeit des B-Action Helden. Schon beim ersten Teil hatte ich meinen Spaß und schwelgte mit Freude in den guten alten 80er Jahren, als Low-Budget noch bedeutete, dass man mit wenig Geld immer noch einen coolen Film machen kann. Ja, ich musste auch etwas die, zugegeben in die Jahre gekommene, Action bemängeln und das der Streifen heute nicht mehr so fetzt, wie er es wahrscheinlich anno 1985 getan hat, jedoch wurde ich prächtig unterhalten. Umso mehr habe ich ich auf den zweiten Teil gefreut, der ja in Fankreisen ein hohes Ansehen genießt und von vielen als bester Teil der Reihe bezeichnet wird. Ich hatte ihn auch sehr unterhaltsam in Erinnerung und konnte mir jetzt nochmal ein frisches Bild von diesem epischen Werk machen. „American Fighter 2 – Der Auftrag“, da werden zwangsläufig Erinnerungen zum zweiten „Rambo“ wach, macht eigentlich nicht viel anders, als der Vorgänger. Wieder gibt es einen Superschurken, der eine Armee von mordlüsternen Ninjas befehligt, inklusive dem obligatorischen Boss-Ninja. Statt Waffen, verkauft er dieses Mal Drogen und bewohnt dieses Mal eine ganze Insel. Man merkt, da haben sich die Drehbuchautoren ja etwas ganz originelles ausgedacht. Nur scheint dem Ober-Mufti aber mehr daran zu liegen seine perfekten Krieger zu haben, als Drogengeschäfte zu machen. Deswegen lässt er Marines kidnappen, um diese, mittels Gehirnwäsche, zu willenlosen Tötungsmaschinen zu machen. Den Marines fällt auf, dass ein paar Leute nicht mehr zum Dienst erscheinen und prompt sind der Dudelkopf und sein schwarzer Sidekick, Steve James, zur Stelle, um den Fieslingen mal kräftig in den Arsch zu treten. Ihr sehr schon, die Story ist total behämmert. Sie ist auch nicht der Rede wert, da sie ja eh nur dafür da ist, um ausgedehnte Martial-Arts und Action-Szenen zu präsentieren. Sie wirkt recht uninspiriert zusammengeschustert und orientiert sich, in der Struktur, stark am Vorgänger. Jedoch wird der Trash-Faktor noch etwas nach oben geschraubt und wir befinden uns nicht mehr auf den Good Old Philippines, sondern in der malerischen Karibik. Dort wäre ich gerne auch als Marine stationiert, da diese nichts anderes tun, als sich mit Wasserski, saufen, Witze machen und Frauen anbaggern zu beschäftigen. Muss ein super Job sein. Auch unsere beiden Helden gehen erstmal Wasserski laufen, man muss ja nicht gleich mit den Ermittlungen beginnen. Ab dort fährt der Film Actionmäßig ordentlich auf und hangelt sich von Kampf zu Kampf.

Das macht mächtig Laune und kaschiert gekonnt die doofen Dialoge und bis zur Oberkante ausgewalzten Klischees im Film. Das ist aber auf der anderen Seite gar nicht so störend, da man bewusst übertreibt und mit Humor an die ganze Sache geht. Wer einen ernsten Actionfilm sehen möchte, sollte dann vielleicht besser „Night Hunter“ greifen, denn „American Fighter 2“ soll Spaß machen und das macht er auch sehr gut. Die Actionszenen gefallen mir hier wesentlich besser, als im ersten Teil. Dort wirkte vieles etwas steif, was in Teil 2 deutlich besser funktioniert. Die Fights haben einen kreativeren Ablauf und sind besser choreographiert. Sowohl die Szenen am Strand, mit Steve James im sexy „Baywatch“-Badehöschen, oder die Keilereien in der Bar sind dynamisch choreographiert und machen viel Spaß. Gegen Ende darf sich Dudi dann wieder in den Kampfdress zwingen und, gemeinsam mit James, die bösen Ninjas platt machen. Dazu wird noch der schurkische Drogen-Gangster gekillt und der obligatorische Kampf gegen den bösen Boss-Ninja gibt’s ja auch noch. Das Finale kann auch ganz gut rocken und machte mir ebenfalls mehr Spaß als im Vorgänger. Das mag auch an der treffsicheren Inszenierung liegen, denn hier saß erneut Sam Firstenberg auf dem Regiestuhl, der auch das Original inszenierte. Firstenbergs Regie-Handwerk ist auch in Teil 2 makellos, im Kontext eines günstigen Ninja-Streifens selbstverständlich, und bietet einige dynamische Verbesserungen. Auch der Schnitt sitzt deutlich besser und wirkt nicht so abgehackt. Firstenberg kann cool inszenieren, wenn er darf und wenn er Bock hat. Hier scheint er einen guten Tag zu haben, denn „American Fighter 2“ bietet bei 90 Minuten Laufzeit auch kaum Längen und bleibt durchgehend rasant, wobei er erheblich günstiger war als der Erste. Hatte „American Fighter“ noch ein Budget von einer Millionen US-Dollar, gab man für den zweiten Teil nur noch 350.000 US-Dollar aus. Paradox, dass der zweite trotzdem besser, rasanter und spaßiger ist. Da sieht man mal wieder, was damals mit so einer Summe möglich war. Aber es passte auch in die Zeit, denn 1987 saß „Cannon“ schon das Messer an der Kehle. Sie steckten ihr Geld in große Produktionen, wir wissen wie das ausging, und B-Flicks, wie dieser hier wurden mit wenig abgespeist. Schade, denn mit mehr Budget hätte man hier auch nochmal ordentlich auf den Putz hauen können. Was den Film auch noch unterhaltsamer macht als den Vorgänger, sind die Leistungen der Darsteller. Michael Dudikoff spielt mit dem gleichen erzwungenen Gesichtsausdruck Marke „Ich bin gefährlich“. Wenigstens spricht er auch mal etwas mehr und funktioniert als Held der Stunde. Den Vogel schießt aber Steve James ab, der hier voll aufdrehen darf. Die Produzenten müssen das Potential James‘ sicherlich erkannt haben. Vom Ausbilder und Helfer Dudikoffs in Teil 1, avanciert James hier zum Sprüche klopfenden, auf Augenhöhe agierendem Sidekick, der zweifellos die besten Szenen hat und einen coolen Spruch nach dem anderen vom Stapel lässt. Das gibt dem Geschehen durchaus noch etwas mehr Unterhaltungswert. Auch „American Fighter 2“ war ein moderater Erfolg, konnte er bei seinen Produktionskosten immerhin vier Millionen US-Dollar einspielen. Doch mit dem Abstieg von „Cannon“, ging es auch mit dieser Reihe etwas bergab, denn ab nun wurden alle Sequels nur noch für den Videomarkt produziert. Des Weiteren bekamen wir mit dem dritten Teil noch einen neuen „American Fighter“. Aber dazu nächste Woche mehr!

„American Fighter 2 – Der Auftrag“ ist ein äußerst unterhaltsamer, spaßiger und rasanter B-Action Kracher. Mit gesteigertem Trash-Faktor kloppen sich Dudikoff und ein großartiger Steve James durch karibische Gefilde und liefern sich gut inszenierte Martial-Arts Gefechte. Mit mehr Humor, schafft es der zweite Teil noch etwas besser zu unterhalten, als sein Vorgänger. Alles in Allem ein straighter „Cannon“-Klassiker, der in geselliger Runde wunderbar funktionieren sollte.

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