American Fighter 3 – Die blutige Jagd (1989)

USA 1989
mit David Bradley, Steve James, Marjoe Gortner…
Drehbuch: Gary Conway
Regie: Cedric Sundstorm
Länge: 89 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

US-Karatechampion Sean (David Bradley) fährt mit seinen Teamkollegen auf eine kleine Karibikinsel, um dort an einem Wettkampf teilzunehmen. Der Präsident, General Andreas, und sein Finanzier, der verbrecherische Cobra (Marjoe Gortner), haben vor Jahren Seans Vater bei einem Terrorakt umgebracht. Cobra unterhält zur Verschleierung seiner verbrecherischen Aktivitäten und Gen-Manipulationen eine ganze Fabrik, die East Bay Lab’s, geschützt von einer schier unbesiegbaren Ninja-Truppe, die von der hübschen Chan Lee befehligt wird. Sean und seine Freunde Dexter und Jackson (Steve James) nehmen den Kampf auf!

Bye Bye, „American Ninja“! Nicht falsch verstehen, wir verabschieden uns nicht vom „American Fighter“, sondern nur vom Hauptdarsteller. Wir beschäftigen uns nämlich heute, was hochgebildete Leser vielleicht schon im Ansatz erahnen konnten, mit dem dritten Teil der, mehr oder weniger, berühmten B-Action Reihe aus dem Hause „Cannon Films“. Mit dem Hauptdarsteller, meinen wir natürlich unseren allseits beliebten Dudelkopf, der für „American Fighter 3“ leider nicht mehr zur Verfügung stand. Und weil sich die Verantwortlichen dachten, dass es auch scheissegal ist, wer da die Hauptrolle spielt, es kann ja eigentlich jeder ein „American Fighter“ sein, bewundern wir heute die Geburtsstunde eines neuen Superstars am B-Movie Himmel: DAVID BRADLEY! Genug der ironischen Lobpreisungen, schauen wir mal, was uns dieses Machwerk so bringt.

Die ersten beiden Teile haben mich ja durchaus unterhalten und ich habe auch ein Herz für die schnell und günstig heruntergedrehten Ninja-Filme, dennoch kann ich gleich sagen, dass „American Fighter 3“, der den etwas kruden Zusatztitel „Blood Hunt“, oder auch „Die blutige Jagd“, besitzt, mal ehrlich, blutig sind Filme nicht unbedingt, mich da schon weniger begeistern konnte. Woran kann das liegen? Zum einen daran, dass man hier lediglich die Story aus „American Fighter 2“ recycelt hat. Böser Ober-Schurke macht aus gut gebauten und kampferprobten Menschen willenlose Super Ninjas, um sie zu terroristischen Zwecken zu missbrauchen. Die Herstellung erfolgt dabei natürlich in seiner Schurken-Feste, die sich auf einer hübschen Insel befindet, zudem hat er einen bösen Ninja, der für ihn arbeitet, mal ehrlich, irgendwo muss es doch eine Firma geben, die Ninjas an Großkriminelle vermittelt! Das Alles haben wir genauso im Vorgänger gesehen, nur das der Ober-Mufti kein Terrorist im herkömmlichen Sinne war, sondern ein fader Drogengangster. Auch in diesem Film, geht der Drehbuch Credit auf die Kappe von Gary Conway, seines Zeichens Darsteller des Schurken in Teil 2, für den er auch schon das Skript mitverfasste, was mich zu der gewagten These führt, dass man selbiges Screenplay einfach nochmal verwendete und lediglich ein paar Passagen umänderte. Wenn man schon sparen muss,warum nicht gleich am Drehbuch? Ist ja eh nicht so wichtig! Zum zweiten an der Tatsache, dass der Hauptdarsteller wechselte, denn Michael Dudikoff, der originale Ninja Kämpfer, war scheinend unabkömmlich für den dritten Aufguss, so dass man David Bradley engagierte, um den neuen Leading Man zu mimen. Michael Dudikoff war nie der beste Schauspieler und auch kein Action-Gott, jedoch hatte er einfach Charisma und die nötige Ausstrahlung. Bradley hingegen bleibt hier äußerst blass, auch wenn der ehemalige Verkäufer ein ganz guter Kampfsportler zu sein scheint, was wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Grund gewesen sein dürfte, jedenfalls wirkt er viel austauschbarer als sein Vorgänger. Der Film folgt ganz einfach den gängigen Punkten, der obligatorischen B-Action Dramaturgie. Sean Davidson, Bradleys Figur, bekommt schnell ein Kindheitstrauma, weil Papa von bösen Männern abgeknallt wurde und wird dann vom Trainer des Vaters zum Mega Ninja ausgebildet, weil ja in den Filmen, jeder zweite irgendwelche besonderen Martial-Arts Skills besitzt. Etwas merkwürdig ist auch die Tatsache, dass man im Prolog den Henchman des Schurken als Mörder von Bradleys Daddy darstellt. Dieser Kniff hat aber im weiteren Verlauf keine Bedeutung mehr, wahrscheinlich hat man das auch einfach vergessen. Weiter muss ich eigentlich nicht erzählen. Unsere Protagonisten, ja, Steve James ist auch wieder am Start, kommen irgendwann auf die Spur der Bösen und müssen sich gegen viele Ninjas erwehren, bevor es zum Endkampf kommt und der Tag gerettet ist.

Es hat mich wirklich gestört, dass man sich hier so gar nichts Neues hat einfallen lassen. Das macht die Story noch vorhersehbarer, als sie sowieso schon wäre. Zwischendurch versucht man mit Einsatz von komischen Masken, fast schon wie bei „Mission: Impossible“, überraschende Szenen zu liefern, die aber auch nicht weiter von Bedeutung sind. Auch sieht das Geheimlabor der Bösewichte irgendwie weird aus, da hier Männer in Unterhosen auf leuchtenden Podesten herumstehen, die dann auf Knopfdruck in vollmaskierte Ninjas verwandelt werden. Ihr merkt schon, „American Fighter 3“ greift schon etwas tiefer in die Trash-Tonne, als seine Vorgänger, was man auch an der Optik erkennen kann. Der Film wirkt auf mich wesentlich günstiger als noch Teil 2. Gedreht wurde in Südafrika und der Regisseur war auch ein anderer. Statt Sam Firstenberg, geht die Inszenierung auf das Konto eines gewissen Cedric Sundstorms, der aber das Geschehen im Geiste Firstenbergs weiterführt, denn die Action-Szenen sind auch hier nur so Mittel. Es gibt ein paar nette Scharmützel, besonders in den Szenen mit James, jedoch sind die Choreographien etwas lahm. Die ersten beiden Filme brannten jetzt auch kein Action-Feuerwerk ab, jedoch fand ich die Keilereien dort etwas unterhaltsamer, was auch daran liegen mag, dass man für den dritten Aufguss den Humor wieder zurückgeschraubt hat. Lediglich Steve James sticht etwas aus der Masse der gesichtslosen Darsteller heraus, da er der Einzige im Film ist, der wirklich Charisma besitzt. Auch hier haut er ein paar coole Sprüche heraus und darf sogar mit Schwertern kämpfen. Es wäre doch geil gewesen, wenn man ihn zum neuen „American Fighter“ gemacht hätte. Dann hätte das auch ohne den Dudelkopf funktioniert, da James dem Publikum eh schon geläufig war und er auch die nötige Präsenz besitzt. Diese Entscheidung kann ich nicht wirklich verstehen, jedoch scheinen Menahem Golan und Yoram Globus Vertrauen in den guten Mr. Bradley gehabt zu haben, denn er durfte noch in den zwei weiteren Filmen die Hauptrolle übernehmen, was uns schon in Richtung Teil 4 blicken lässt, in dem, so viel kann man verraten, dann doch wieder der Michael zu Gegen ist. Mal sehen, was uns da erwartet.

„American Fighter 3 – Die blutige Jagd“ ist ein lauer Aufguss des Vorgängers. Man nehme dasselbe Drehbuch und setzte es etwas günstiger um und garniere dies mit einem neuen gesichtslosen Hauptdarsteller. Daraus resultiert im Endeffekt ein etwas lahmer Videotheken-Actioner, den man gucken kann aber es bei bestem Willen nicht muss. Somit kann man sich nur ärgern, dass man Steve James nicht besser eingesetzt hat, dann hätte der Film bestimmt Spaß gemacht. Schade!