American Fighter 4 – Die Vernichtung (1990)

USA 1990
mit Michael Dudikoff, David Bradley, James Booth, Dwayne Alexandre…
Drehbuch: David Geeves
Regie: Cedric Sundstrom
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Ein Sonderkommando der US-Elite-Truppe Delta Force wird bei einem geheimen Einsatz im afrikanischen Hochland von schwarzen Ninjas gefangengenommen. Die Entführer stellen eine Lösegeldforderung in Milliardenhöhe und drohen mit der Erschießung der Gefangenen und der Zerstörung von New York. Die beiden Top-Agenten Sean Davidson (David Bradley) und Carl Brackston (Dwayne Alexandre) erhalten den Auftrag, die Geiseln aus der Gewalt der Terroristen zu befreien. Aber auch Davidson und Brackston werden überwältigt. Sie sollen mit den anderen exekutiert werden, wenn die US-Regierung sich weigern sollte, ein hohes Lösegeld zu zahlen. Jetzt kann ihnen nur noch einer helfen: Ex-Top-Agent Joe Armstrong (Michael Dudikoff)! Aber der “American Fighter” hat sich schon vor Jahren zur Ruhe gesetzt…

Und weiter geht es mit unserer kleinen B-Action Revue! Langsam aber sicher komme ich wirklich an meine Grenzen, was die „American Fighter“-Reihe angeht, denn wenn man sich dauernd mit billig heruntergekurbelten Ninja-Filmen beschäftigt, läuft man schwer Gefahr etwas matschig im Kopf zu werden. Ich würde ja einfach nach der „Augen zu und durch“-Methode verfahren, was aber bei Filmbesprechungen nicht unbedingt die beste Herangehensweise darstellt. Aber wir sind ja fast am Ziel, denn heute schauen wir uns den vorletzten Beitrag zu diesem semi-erfolgreichen Franchise an, dem ich dann doch gespannt entgegen gefiebert habe, denn in „American Fighter 4 – Die Vernichtung“ aus dem Jahr 1990 treten erstmals die beiden Haudegen Michael Dudikoff und David Bradley gemeinsam auf. Aber ob mehr „Star-Power“ auch einen guten Film garantiert?

Der letzte Beitrag „American Fighter 3 – Die blutige Jagd“ hat mich schon weit weniger unterhalten, als noch die beiden Erstlinge, die mich, trotz ihres Trash-Appeals, noch gut unterhalten konnten, was auch daran liegt, dass ich eine gewisse Sympathie für Mr. Dudikoff hege. Den habe ich auch in Teil 3 schmerzlich vermisst, denn David Bradley mag ein guter Kämpfer sein, besitzt jedoch null Ausstrahlung. Zudem war der Film einfach eine günstig aufgewärmte Version von „American Fighter 2“. Das ist wie ein Schnitzel, welches man einen Tag später nochmal in die Mikrowelle feuert. Geht für den Hunger zwischendurch durchaus in Ordnung aber geil ist es nicht unbedingt. Somit habe ich mich wirklich auf den vierten Teil gefreut, denn der Dudelkopf feiert seine triumphale Rückkehr ins Ninja-Business! Das kann daran liegen, dass der dritte Teil nicht sonderlichen Erfolg hatte und man für den nächsten B-Reißer wieder den Ur-Fighter brauchte, um noch irgendwie Geld regenerieren zu können. Auch hat man sich wenigstens eine, zumindest etwas, andere Story ausgedacht.

Im afrikanischen Hochland wütet ein böser Armee Offizier, der anscheinend etwas Groll gegen die Vereinigten Staaten von Amerika hat und sich mit einem extremistischen Scheich zusammengetan hat, um eine Bombe zu bauen und damit New York platt zu machen. Die beiden betreiben natürlich noch ein schönes Trainingslager für bunte Ninjas, die als Soldaten fungieren (Kann mir einer sagen, wo die Schurken ihre Ninjas bestellen, da muss es doch irgendwo eine Personalfirma geben?). Und weil diese bösen Buben amerikanische Delta Force-Agenten in ihrer Gewalt haben, nein Chuck Norris ist nicht dabei und würde sich auch nicht von verkleideten Hanseln fangen lassen, schickt die Regierung Aushilfs-Ninja David Bradley, samt seinem „lustigen“ schwarzen Sidekick, dahin um eine Befreiungsaktion zu starten. Wie der Zufall so will, werden auch die Beiden eingekerkert, woraufhin nur noch EINER helfen kann. Richtig, Michael Dudikoff, der wie Sylvester Stallone in „Rambo 3“ mittlerweile seinen Frieden gefunden hat und unterprivilegierte schwarze Kinder unterrichtet, wird reaktiviert und als er hört, dass sein Kumpel David Bradley in der Klemme steckt, setzt Dudi seinen latenten Bad-Ass Blick auf, um da mal ordentlich durchzufegen. Was dann passiert, dürfte jedem bewusst sein. Es wird gekämpft und gekämpft und, achja, am Ende wird dann auch nochmal gekämpft.  Ich muss wirklich sagen, dass mir dieser Film weit besser gefallen hat als sein Vorgänger, auch wenn er nicht wirklich mehr zu bieten hat, außer eben den Dudelkopf, der aber erst nach der ersten Hälfte auftritt und dann aber eine ordentliche Show abliefert. Die erste Hälfte übernimmt David Bradley, der zwar für die eine oder andere unterhaltsame Keilerei sorgt und mit Ninja-Gesten, inklusive Spagat, etwas rumposen darf, jedoch die ganze Zeit die Ausstrahlung eines Kieselsteins besitzt. Da hat Dudi deutlich mehr Charisma auf der Pfanne, weshalb die zweite Hälfte nicht nur interessanter ist, sondern auch rasanter und Actionreicher.

Auch der Härtegrad ist angenehm, denn „American Fighter 4“ ist wahrhaft der brutalste Vertreter der Reihe. Hier wird ausgiebig gefoltert und geknechtet. Zwar bekommen wir natürlich keine Splatter-Einlagen geboten, jedoch ist das ein angemessener Härtegrad für einen B-Heuler aus dem Jahre 1990. Was man allerdings merkt ist, dass man hier für sehr wenig Geld gedreht hat. Man bekommt kaum etwas von Afrika zu sehen, lediglich Brachland, alte Gebäude und Barracken werden hier präsentiert. Da wundert es mich schon, dass man wirklich für den Dreh dort hingeflogen ist. Man hätte genauso gut in Nevada oder Texas drehen können, würde gar nicht groß auffallen. Regisseur Cedric Sundstrom, der auch den dritten Teil verantwortete, findet zwar hier auch kaum stimmungsvolle Bilder, und leiert lediglich ohne Elan seinen Drehplan herunter. Auch das Drehbuch hat einige Lücken und wirkt schnell zusammengeschustert, wie auch schon seine Vorgänger, was besonders in einzelnen Passagen auffällt, die so wirken, als hätte man sie nachträglich an den Seitenrand gekritzelt. Sei es die, nicht sonderlich attraktive, Krankenschwester oder die Revolutionäre, die eigentlich genau so überflüssig sind und lediglich als Kanonenfutter dienen. Die sehen zudem aus, wie Statisten vom Set zu „Mad Max 2“, die immer noch darauf warten, dass George Miller vorbeikommt und ihnen mitteilt, dass weitergedreht wird. Auf diesen Wegen macht „American Fighter 4“ einige Schlenker, was den Film an gewissen Stellen etwas langatmig wirken lässt. 100 Minuten sind einfach, in meinen Augen, etwas zu lang. Die Kämpfe sind einigermaßen nett choreographiert und der Bodycount ist relativ hoch, was einen den Unsinn nicht in Gänze wahrnehmen lässt. Da sieht auch mal über einen, in falscher Geschwindigkeit, abgefilmten Modell-Hubschrauber hinweg, der mit einem Böller in die Luft gesprengt wird. Somit macht „American Fighter 4“ durchaus Laune und kann zumindest in der zweiten Hälfte punkten. Michael Dudikoff kickt als wäre er nie weggewesen, während David Bradley nicht viel zu tun hat, als angekettet vor sich hin zu vegetieren. Ganz schön anzusehen ist James Booth, der hier den bösen Mulgrew darstellt und dies durchaus mit Leidenschaft tut, auch wenn er wie der Cousin von Walter Matthau aussieht. Seine Figur hat mehr Charisma, Ausstrahlung und Bosheit als alle Antagonisten der letzten drei Filme zusammen. Der Film lief schließlich auch nicht mehr in den Kinos und wurde direkt auf Video veröffentlicht, was somit die endgültige Videothekenkarriere von Dudikoff einläutete. Von vielen wird auch dieser Teil etwas verschmäht, ich hatte jedoch durchaus meinen Spaß und blicke schon mit nicht allzu großer Zuversicht auf den fünften Teil, der ja bekanntlich kindgerechter sein soll und nur noch David Bradley zu bieten hat. Wir lesen uns dann nächste Woche!

„American Fighter 4 – Die Vernichtung“ ist das dritte Sequel zum B-Action Hit aus dem Jahr 1985. Diesmal wieder mit dem Dudelkopf, wird wieder einem Haufen Ninjas in den Allerwertesten getreten. Obwohl günstig heruntergekurbelt bietet der B-Heuler zumindest in der zweiten Hälfte genug Tempo und Bodycount um dem Videotheken-Fan ein nettes Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Definitiv unterhaltsamer als der dritte Teil, kann dieser Martial-Arts Klopper sich sehen lassen und beschert durch einige trashige Momente ordentlich Party-Spaß.