Anaconda (1997)

Eine Gruppe von Tierfilmern fischt an einer unzugänglichen Stelle des Amazonas einen seltsamen Mann auf, der verspricht, sie durch das Gewirr von Flüssen und Nebenflüssen zu einer brauchbaren Location zu bringen bzw. zu dem schnellmöglichsten Krankenhaus, nachdem der Aufnahmeleiter nach einem Insektenstich beinahe erstickt. Tatsächlich ist er aber ein fanatischer Schlangenjäger, der nach einer mythischen Stätte der Schlangen sucht.
Doch der monströse Wächter der Stätte, eine riesenhafte Anaconda, ist bereits auf ihrer Fährte und niemand scheint ihr gewachsen zu sein.

Monsterfilme kommen oft gut an, egal ob in den 70er, 80er oder 90er, auch heute noch finden solche Filme einen reißenden Absatz beim Endverbraucher. Anaconda macht da keinen Unterschied, wer auf Tierhorror abfährt, kennt bestimmt auch Anaconda. Der Film hat einen gewissen Appeal an Trash und dies macht ihn so bekannt und beliebt. Für die Regiearbeit war Luis Llose zuständig, man konnte sein Können auf dem Stuhl auch schon in „The Spezialist“ begutachten und bewundern, doch bei Anaconda ist noch was sehr interessantes festzustellen, nämlich die Besetzungsliste, sehr viele bekannte Namen reihen sich hier ein.

Da wären Owen Wilson, Jonathan Hyde aus Titanic, Kari Wuhrer aus Arac Attack und nicht zu vergessen Danny Trejo. Für die Hauptrolle wurde Jennifer Lopez gecastet, Ice Cube und Jon Voight, alles Namen die man nicht nur einmal in seinem Leben gelesen hat. Zur Story von Anaconda kann man nur sagen, das sie voller Klischees ist und nach dem bekannten Schema abgearbeitet wird, einer nach dem anderen wird vom Monster um die Ecke gebracht und die Gruppe wird immer kleiner, bis endlich der langersehnte Showdown eintrifft. Das schauspielerische Können der Darsteller ist im mittleren Bereich anzusiedeln, kaum einer ragt besonders hervor und verdient es in den Himmel gelobt zu werden.

Dennoch bietet Anaconda einen guten und konstanten Unterhaltungswert, auch was fürs Auge wird dem Zuschauer regelmäßig geboten. Das Reptil bringt dem Zuschauer oft ein Schmunzeln ins Gesicht, durch unfreiwillige Situationskomik, und das von einem Tier und nicht wie gewohnt von einem Schauspieler. Jon Voight mimt die Rolle des Bösewichtes im Film, und seine Rolle und Darbietung wirkt leider etwas überzogen, durch die dünne Handlung wirkt es etwas deplaziert und übertrieben, weniger ist manchmal mehr, das passt hier vollkommen. Die erste Hälfte des Films geht gemächlich voran, hier und da mal wieder ein wenig Action, dann wieder etwas ruhige Passagen wie Dialoge und präsentieren der Dschungelkulisse, doch in der zweiten Hälfte wird das Tempo gut angezogen, die tolle Kulisse des Dschungels verstärkt die Spannung und das Tempogefühl auf einem guten Weg und Level.

Klasse Filmunterhaltung kann man trotz vieler positiver Dinge nicht zusprechen, denn es gibt im Gegenzug auch ein paar negative Dinge, die das Gesamtbild des Films Anaconda etwas nach unten ziehen. Sei es die Schauspielerische Leistung, die dünne Story, und manchmal ist die Anaconda auch sehr einfach und primitiv mithilfe von CGI in Szene gesetzt, wenn man bedenkt das Ende der 90er schon Technikmäßig mehr drin war, so verblasst der Film etwas, wahrscheinlich war das Budget schon aufgebraucht, vielleicht für die Besetzung? Doch an manchen Passagen wirkt die Anaconda täuschend echt, denn es wurden auch elektrische Puppenmodelle eingesetzt.

Aufgrund eines gewissen Erfolges des Films, wurden insgesamt drei weitere Teile produziert, jedoch wurde die Qualität von Film zu Film immer mieser und unansehnlicher. Fazit: Wer auf Monster, mit leichten Trashfaktor steht, und auch mal Promis als Darsteller verkraften kann, für den ist Anaconda geeignet. Alle anderen würden sich wahrscheinlich langweilen und diesen Streifen nicht zu schätzen wissen. Anaconda gibt es auf VHS, DVD und BluRay und wird auch des Öfteren im Free TV gesendet.

Ich gebe Anaconda 8 / 10 Punkten