Angel (1984)

Es gibt Themen im Filmgewerbe die werden oft an die Seite geschoben. Sie wären zu brisant, würden die Zuschauer nur aufregen und eventuell einen falschen Eindruck hinterlassen. Vor allem wenn es sich um das Thema der Prostitution handelt. Der Regisseur Robert Vincent O´Neill nahm sich nichts desto trotz 1984 das Thema an und verpackte es in ein packendes Drama, mit leichten Thriller Elementen. „Angel“ lautet der simple aber ausdrucksstarke Titel des Films. O´Neill schaffte es mit einem kleinen Budget einen fesselnden und unterhaltsamen Beitrag zu schaffen.

In „Angel“ geht es in erster Linie um die junge Molly. Ein Teenager die noch zur Schule geht, doch nach der Schule schlüpft sie in eine zweite Rolle und treibt sich auf den bekannten Rotlichtmeilen Los Angeles umher. Immer auf der Suche nach einem Freier um Geld für ihr eigenes Leben zu verdienen. Sie ist die beste Schülerin ihrer Klasse und zählt als sehr aufopferungsvoll, da sie nach der Schule ihre kranke und bettlägerige Mutter pflegt. Zumindest denken das die Mitschüler und Lehrkräfte der Schule. Ihr Eltern haben sie im Stich gelassen und fortan muss sie ihr Leben komplett alleine bewältigen. Doch die Illusion der heilen Welt brökelt. Ein Serienkiller schleicht in den Straßen umher. Als Angel ihre beste Freundin vom Killer ermordet wird, fällt sie dem zuständigen Ermittler auf. Er erklärt sich bereit Angel zu helfen. Doch noch ahnt Angel nicht in welche Gefahr sie sich begibt. Denn der Serienkiller hat es besonders auf junge Mädchen abgesehen und hat sich bereits für das nächste Opfer entschieden.

Regisseur O´Neill schaffte es zwei komplette Handlungsstränge in die Story einzupflechten. Im weiteren Verlauf der Story vermischen sie sich immer mehr und gehen komplett in einen Strang über. Vor allem verlieren beide Stränge keinen Funken Glaubwürdigkeit. Dieses schwere Unterfangen gelingt ihm auch mit einem geringen Budget. Was der Zuschauer leider oft an den simplen und einfachen Sets deutlich zu spüren bekommt. Doch das mindert keineswegs den Unterhaltungswert, sondern fokussiert den Zuschauer auf die fesselnde Geschichte zweier Menschen.

In die Rolle der „Angel“ schlüpfte die damals schon 24 Jährige Schauspielerin Donna Wilkes. Sie übernahm die Rolle der 15 jährigen und verleiht ihr Authenzität und Realismus. Sie bereite sich ausgiebig auf diese Rolle vor, indem sie Nächte auf Polizeiwachen verbrachte und sich mit Prostituierten stundenlang unterhielt. Diese Motivation sich für eine Rolle vorzubereiten merkt man auch im Film ihr deutlich an. In weiteren Rollen traten Dick Swan als Transvestit Mae und Roy Calhoun als Kit Carson auf. Auch ihre extravaganten Rollen verleihen dem Film einen authentischen Charme und man merkt auch den Nebendarstellern die Freude am Set deutlich an. Denn skurille Charaktere machen den Film aus.

Aufgrund des damaligen Erfolges des Films, wurde bereits ein Jahr später eine Fortsetzung gedreht mit dem Titel „Angel kehrt zurück“. Für die Regie wurde wieder O´Neill verpflichtet. Doch die Geschichte basiert auf andere Charaktere die jedoch fast das gleiche Schicksal wie Angel erleiden mussten. Insgesamt schaffte es die Reihe noch auf zwei weitere Fortsetzungen. 1988 kam „Angel 3 – Die Suche“ und 1993 „L.A. Angel – Deadly Revenge“ raus. „Angel“ gibt es auf VHS,DVD und Blu-ray mit einer Freigabe von 16.