Angel Heart (1987)

Harry Angel arbeitet im New York der 50er als anrüchiger Privatdetektiv. Eines Tages bietet ihm der mysteriöse Louis Cypher viel Geld dafür, einen Musiker namens Johnny Favorite aufzuspüren, der bei Cyphers Gattin angeblich noch Schulden hat. Wenn auch widerwillig lässt sich Angel auf das Geschäft ein. Schnell findet er heraus, dass Favorite in einer Klinik wegen einer Amnesie behandelt wurde. In New Orleans trifft er schließlich auf Epiphany, die Tochter einer bereits verstorbenen, ehemaligen Geliebten des Verschwundenen, mit der sich Angel auf eine Affäre einlässt. Doch offenbar sind seine Ermittlungen nicht unentdeckt geblieben. Alle von ihm befragten Zeugen werden der Reihe nach auf bestialische Weise ermordet…

 

Der britische Regisseur Alan Parker inszenierte 1987 einen Okkult-Mystery-Thriller der es in sich hat. ANGEL HEART lautet der kurze aber einprägsame Titel. Parker schafft das was viele andere Regisseure versucht haben. Den Zuschauer in seinen Bann ziehen und mit Verwirrung fast um den Verstand bringen. Geheimnisse über Geheimnisse. Nicht nur unser Hauptcharakter tappt lange im Dunkeln, der Zuschauer leidet förmlich mit.

Parker drehte 1976 den Film “Bugsy Malone”, vier Jahre später kam “Fame – Der Weg zum Ruhm” in die Kinos. Nicht zu vergessen sein Film “Missisippi Burning – Die Wurzel des Hasses” aus dem Jahr 1980. Sieben Jahre später kam ANGEL HEART Kinos und begeisterte die Zuschauer.

Rourke und De Niro eine gute Wahl

Schon zu Beginn des Films bekommt der Zuschauer auch nur Ansatzweise einen Vorgeschmack auf das was ihn im späteren Verlauf erwartet. Robert De Niro tritt als Louis Cyphre schnell in Erscheinung. Schnell erkennt man an welche Figur er einen erinnert. Ein geschniegelter dunkler Anzug, glatt gestylte Haare, lange Fingernägel und einen Gehstock in seiner Hand. 

Schnell erkennt der Mystery, Okkult Fan Anzeichen für die Herkunft vom Charakter Louis. In diesen Charakter schlüpfte Charakterschauspieler Robert De Niro. Eine passende Wahl. De Niro ist ein Aushängeschild für besondere anspruchsvolle Rollen. 

Mickey Rourke mimt den Charakter Harry Angel. Ein relativ erfolgloser Privatdetektiv, der sich nur mit Mühe mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Drei Tage Bart, leicht fettige Haare und einen hellen Anzug, der auch schon bessere Tage gesehen hat. Rourke war in den 80er Jahren ein sehr gefragter Schauspieler. Man denke da nur an seine Filme “Barfly”, “Rumble Fish” und “Harley Davidson & the Marlboro Man”. 

Das war noch Kino!

In einer kleineren Rolle taucht ein bekanntes Seriengesicht auf. Lisa Bonet, die die meisten aus “The Bill Cosby Show” kennen dürften. Ihre Filmkarriere war sehr schleppend. 1998 spielte sie an der Seite von Will Smith in “Staatsfeind Nummer 1”. In ANGEL HEART zeigt sie dem Zuschauer auch ein wenig mehr von ihren optischen Reizen.

Als Schauplatz dient der amerikanische Süden in den 50er Jahren. Regisseur Parker hat ein Auge für gut ausstaffierte Sets. Betrachtet man die Kulissen, Schauplätze und die Kostüme fühlt sich der Zuschauer in die 50er Jahre zurück versetzt. Soundstücke und Soundfetzen runden das Gesamtbild gut ab. Sie verhelfen der Story und der Spannung zu mehr Ausdrucksstärke.

Von der ersten Sekunde an ist ANGEL HEART spannend konstruiert. Der Zuschauer begleitet Harry Angel (Rourke) in den Strudel der Geschichte und deren Geheimnisse. Laufend bekommt man neue Charaktere, Namen, Informationshappen serviert. Leicht verwirrend fügt sich im Verlauf der starken Story das Puzzle Stück für Stück zusammen.  Derbe Mordszenarien fügen sich fließend in die Story ein, gekrönt mit neuen Informationen.

Engel oder Teufel?

Die Spannung und die Okkulte Atmosphäre ist schon weit oben angelangt. Regisseur Parker setzt dem noch die Krone auf. Ein dreckiges, fieses und zugleich schockierendes Ende naht. Das Puzzle der Informationen setzt sich komplett zusammen. Die Auflösung der Verworrenen Geschichte ist erlösend aber zugleich auch ergreifend. Zwar dürften manche schon zuvor diverse Anzeichen erkannt haben. Doch gelang es Parker immer wieder durch das Einwerfen von neuen Charakteren und Namen die Gedanken wieder zu zerstören.

ANGEL HEART ist ein gelungener Thriller, die wahrlich keine leichte Kost für Zartbesaitete darstellt. Wer sich für intelligente, mysteriöse Thriller die sich mit dem Okkulten befassen begeistern kann, sollte dieses Genre-Highlight auf keinen Fall verpassen.