Attack of the Giant Leeches (1959)

Immer wieder verschwinden in den Sümpfen von Florida ahnungslose Menschen, die von etwas Unbekanntem in die Tiefe gezogen werden. Nur Lem Sawyer weiß, was für die vielen Vorfälle im Sumpf verantwortlich ist, hat er sie doch gesehen – die mannshohen schleimigen Blutegel, die mit ihren Tentakeln nach allem greifen und ihren Opfern das Blut aus den Körpern saugen. Doch niemand glaubt dem stets alkoholisierten Zeugen und macht ihn für das Verschwinden der Menschen verantwortlich. Erst als man beginnt die Schuld von Sawyer beweisen zu wollen und in einem abgesteckten Sumpfgebiet taucht, kommt man der scheußlichen Wahrheit auf die Spur…

 Wir hatten bereits haushohe Spinnen, riesige Ameisen, Außerirdische und andere Gestalten, die den Menschen auf der Erde nicht wohlgesonnen waren und ihnen nach dem Leben trachteten. Auch das Sumpfgebiet in Florida war schon in Creature of the Black Lagoon der Schauplatz gruseliger Vorkommnisse und wir wissen, dass die Kreativität in den 1950ern, die allerlei kuriose und bizarre Geschichten und Monstren hervorbrachten, ihren Höhepunkt hatte. So verwundert es nicht, dass in Attack of the Giant Leeches es nun um Blutegel geht, so groß wie ein Mann mit dem Appetit eines Nimmersattes, die in den Sümpfen von Florida ihr Unwesen treiben.

 Bernard L. Kowalski, der eher durch seine Beteiligung an TV-Serien wie Diagnose; Mord, Knight Rider und oder auch der ersten Mission Impossible Serie Kobra, übernehmen Sie bekannt sein dürfte, führte 1960 in diesem skurril anmutenden Schwarzweißfilm Regie und beweißt mal wieder das der Fantasie damaliger Filmemacher kaum Grenzen gesetzt wurden irrwitzige und absurde Ideen auf Zelluloid zu bannen. Kowalski orientierte sich bei seinem dritten Kinospielfilm an der Vorlage von Leo Gordons, der übrigens 2000 verstarb und auch Roger Corman mit seinen Geschichten inspirierte. 

 Attack of the Giant Leeches ist wenn man ehrlich ist eher einer diesen etlichen Monsterfilme, die trotz ihrer irrwitzigen Monster, die man leider erst richtig zum Ende hin in voller Pracht sieht, die in der damaligen Hülle und Fülle von bizarren Kreaturen-Filmen nicht wirklich mehr etwas besonderes darstellt, aber trotzdem mich persönlich durchaus begeistert hat.

Die Schauspieler sind allesamt akzeptabel für einen zu Recht als solchen bezeichneten B-Movie, aber natürlich sind es hier auch die schleimigen Monster, die im Blickwinkel jeden Zuschauers rücken und die Darsteller wie Yvette Vickers, die einigen noch aus dem Frauenknastfilm-Klassiker Reform School Girls von 1957 oder auch als Nebenbuhlerin der Nancy, die zur gigantischen Furie in Attack of the 50 Foot Woman mutierte, der auch mal wieder in nicht wie unzählige andere Klassiker in Deutschland erschien, in Erinnerung geblieben sein dürfte oder Ken Clark, der eher zu letzt noch 1998 in der TV-Serie Pretender mit Michael T. Weiss einen Auftritt hatte, in den Hintergrund drängen. 

 Zugegeben, die riesigen Blutegel wirken aus heutiger Sicht nicht wirklich mehr gruselig, eher amüsant, wissen wir natürlich, dass unter diesen ulkigen Kostümen Menschen stecken, aber trotzdem haben diese Kreaturen ihren Charme, weil sie vielleicht auch gerade so unprofessionell und unfreiwillig komisch wirken. Das was mich an Filmen wie Attack of the Giant Leeches und überhaupt an den damaligen Grusel- und Science Fiction-Klassikern so fasziniert sind eben gerade ihre erfrischende Naivität und ihr Mut auch mal völlig unsinnig und unlogisch zu sein. Damals zählte Kreativität und Einfallsreichtum wesentlich mehr als Realitätsnähe und vor allem gab es damals nicht dieses heutigen unerträglichen klischeehaften Charaktere, die nur noch aus Teenagern bestehen, die eher wie Karikaturen anstatt wie normale Menschen wirken.

 Attack of the Giant Leeches ist Trash und so verwundert es erneut nicht, dass B-Movie-Filmemacher Roger Corman in diesem Streifen ausführender Produzent war und zusammen mit Kowalksi aus dem Budget von 70,000 US-Dollar einen unterhaltsames B-Movie fabrizierte, der einfach nur Spaß macht, auch weil er eben nicht so ganz perfekt ist. Die eher unauffällige Musik stammte von Alexander Laszlo, der im selben Produktionsjahr von Attack of the Giant Leeches auch die Musik zu Beast from Haunted Cave komponierte und der sich nach der Beteiligung zu dem Film über die mannshohen Blutegel aus mir unbekannten Gründen aus dem Filmgeschäft zurückzog.  

Auch wenn der Film in den Sümpfen von Florida spielt, so wurde Attack of the Giant Leeches hauptsächlich im Studio gedreht sowie oft auch in einem botanischen Garten in Kalifornien, was aber recht gut gelungen ist, da man als europäischer Zuschauer nicht merkt, dass der Film nicht wirklich in den Sümpfen Floridas spielt. Wie es sich bei den US-amerikanischen Zuschauer verhielt, ist ir aber nicht bekannt. 

 Ansonsten hat mir persönlich der Film als B-Movie wirklich sehr gut gefallen und mich ausgezeichnet unterhalten, auch wenn eine richtige Grusel-Stimmung nur bedingt aufkam, aber das wichtigste bei solchen Filmen ist ja, dass sie unterhalten und das tut Attack of the Giant Leeches allemal. Leider gibt es den Film mal wieder nicht in deutscher Sprache, aber dennoch kann man in in englisch über Amazon.de recht günstig erwerben, denn so wichtig sind hier die Dialoge nicht, damit man den simplen Filminhalt versteht.

Wertung: 8,5/10 Punkten 

 

 

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