Auf leisen Sohlen kommt der Tod (1972)

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Der Krimi „Auf leisen Sohlen kommt der Tod“ stammt aus dem Jahr 1972 und ist unter der Regie von Richard A. Colla entstanden. Colla ist ein erfahrener Mann hinter der Kamera, allerdings eher im Serien Bereich als im abendfüllenden Kinofilm. Doch der Krimi passt zu seinen Fähigkeiten, denn einzelne Erzählstränge fügen sich nach und nach zusammen und führen die Charaktere immer wieder zum Ausgangspunkt, in diesem Fall das 87.te Revier. Der Film bietet auch ein paar Gags und gut gewürzten Humor, und lockert damit das Geschehen munter auf, selbst auf einem Polizeirevier muss es nicht immer todernst zugehen. Allein die beiden Maler die von der Stadtverwaltung kommen und das Revier in einem hellen Grün streichen sollen, sind schon eine Sichtung wert. Auch ist eine bekannte deutsche Synchronstimme zu hören, Harald Juhnke ist hier klar und deutlich wieder zu erkennen.

Das Erzähltempo ist ruhig und ohne große Aufregungen inszeniert worden, verschiedene Fälle eines Reviers werden mit dem Alltag miteinander vermischt und zeigen interessant gestaltet den Arbeitstag in einem Revier der 70er Jahre in einer amerikanischen Großstadt, lange bevor die Technik Einzug hielt. Erfolge und Mißerfolge geben sich die Klinke in die Hand. Man wird Begleiter von Observationen, Verhören und Nachforschungen im Milliue. Verkleidungen gehören zum Alltag der Polizisten.

Schon zu Beginn des Films bemerkt man die Vorliebe der italienischen Polzeifilme des Regisseurs, allein der Score erinnert doch sehr stark an diese Filme. Desweiteren gesellt sich noch ein solider, sehr bekannter Cast dazu, sei es Burt Reynolds, Raquel Welch oder auch Tom Skerrit, auch der bekannte Yul Brenner hat einen kurzen Auftritt im Film, hier durfte er einen tauben Erpresser mimen, der den Cops das Leben schwer macht und sie oft in Sackgassen leitet, auch sowas gehört zum Alltag eines Reviers. Doch leider ist die Rolle von Raquel Welch etwas deplaziert, ihre Rolle wurde erst im nachhinein ins Drehbuch geschrieben, ohne die anderen Charaktere mit einzubeziehen, das merkt man vor allem an den Konservationen, die etwas plump und lustlos daherkommen und nur wenig zum Geschehen beitragen, bis auf ein paar Flirtversuche der männlichen Kollegen zur adretten Dame im hübschen Outfit.

Auf leisen Sohlen kommt der Tod“ basiert auf den Roman „Der Greifer“ von Ed McBain, im Original: „FUZZ“. Das sich im Film auch ein paar Logikfehler einschlichen, liegt daran das es oft sehr schwer ist ein Buch in einem Film umzusetzen, allen voran das in nur einer Nacht insgesamt 4 Verbrecher von einem Revier gefasst werden. Sieht man davon ab, bietet der Film eine angenehme und ruhige Atmosphäre mit einem dezenten Hauch Dramatik.

Den Krimi gibt es bislang nur auf VHS vom Label „Warner“ zu bekommen, es existiert zwar eine DVD Version, jedoch von einem unbekannten Bootleg Label und bietet den Film zwar in einer annehmbaren Filmqualität, jedoch ist der Ton sehr rauschvoll und bei manchen Gesprächen sind die Worte nur schwer zu hören.

Auf leisen Sohlen kommt der Tod“ braucht sich hinter anderen Vertretern aus dem Genre nicht verstecken. Auch kann er gut bei den italienischen Vertretern mitschwimmen, auch wenn er im Vergleich dazu keine rohe Gewalt bietet, doch atmosphärisch auf fast selber Höhe.