Barbarella (1968)

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 40.000 nach Christi Geburt: Die wunderschöne Barbarella wird vom Präsidenten der Erde beauftragt den abtrünnigen Wissenschaftler Durand-Durand ausfindig zu machen und ihr zur Erde zurück zu bringen. Auf ihrer Suche nach dem Wissenschaftler, der die Erde vom Planeten Tau Ceti aus bedroht, erlebt sie teilweise bizarre Abenteuer und lernt die Freuden, des mittlerweile auf der Erde völlig in Vergessenheit geratenen der körperlichen Sexualität kennen. Als sie einem geblendeten Engel vor seinen Peinigern rettet, wird dieser ihr Begleiter und hilft ihr bei der Suche nach Durand-Durand, der sich bei der bösen Königin von Tau Ceti, die sich einfach nur der große Tyrann nennt, versteckt hält… 

 Barbarella gehört wohl ganz eindeutig zu den Science Fiction-Klassikern der 1960er, die weniger durch seinen Inhalt als durch die Erotik besticht. Der im Jahr 2000 in Frankreich verstorbene Regisseur Roger Vadim drehte 1962 dieses farbenfrohe und erotische Abenteuer mit einem Budget von gerade einmal umgerechneten 9,000,000 Dollar und schuf mit Barbarella nicht nur einen Kultfilm sondern auch die wohl bekannteste französisch-italienische Co-Produktion der frühen späten 1960er, die sich an den erfolgreichen und auch ein wenig unanständigen gleichnamigen Comic von Jean-Claude Forest orientiert. 

 Natürlich wird ein Name sofort und oft ohne nachzudenken mit Barbarella in Verbindung gebracht: Jane Fonda, Tochter von Hery Fonda (Die zwölf Geschworenen von 1957, Achterbahn 1977) und zweifache Oscar-Preisträgerin, sowie aktive Gegnerin des Vietnamkrieges und internationales Sex-Symbol zwischen 1960 und 1970, spielt Barbarella in einer unvergesslichen Art und Weise und ist wohl bis heute die erotischste Figur eines Science Fiction-Films.Ihre gleichzeitig sexy und wiederum auch anständige Ausstrahlung, sowie ihr Sinn für Humor und Naivität als Barbarella machten sie zum Superstar und erhielt den goldenen Lorbeer als beste weibliche Darstellerin. 

 Eins ist ganz klar, Barbarella ist eindeutig ein Film der Männerphantasien anspricht. Eine super-erotische Heldin und eine böse ebenso erotische Schurkin, der große Tyrann, grandios gespielt von der aus Italien stammenden Anita Pallenberg, die bis 1967 mit Rolling Stone – Gitarrist Keith Richards zusammen war, der einigen Männern mit Sado-Maso-Neigungen wohl feuchte Träume bereitet hatte sind in Barbarella die Stars. Die männlichen Darsteller, selbst John Phillip Law (Alienator – Der Vollstrecker aus dem All) als Engel Pygar und der legendäre 2007 in Frankreich gestorbene Mime  Marcel Marceau sowie auch der italienische Komiker Ugo Tognazzi (Ein Käfig voller Narren (1978)) werden durch die alles überstrahlenden weiblichen Schauspieler zu eher Beiwerk degradiert, jedenfalls bei den männlichen Zuschauern^^

 Vadim wurde von Dino De Laurentitis, der als Produzent von Der Wüstenplanet von 1984 ..oder auch King Kong mit Jeff Bridges und Jessica Lange in den Hauptrollen von 1976 sowie auch Hannibal mit Sir Anthony Hopkins und Hannibal Rising . Wie alles begann kaum noch aus dem Filmgewerbe wegzudenken war und mit seinem Verscheiden 2010 in Kalifornien eine nicht zu füllende Lücke hinterließ. 

 Den wohl unsterblichen Titelsong “Barbarella” wurde von The Glitterhouse performt und gehört wohl auch wegen Jane Fondas Strip aus dem Raumanzug zu einem der bekanntesten der Filmgeschichte. Zu dem kommen noch die schönen, wenn auch einfach gehaltenen Kulissen, die oft gemalt wirken und mich ein wenig an den Stil der Raumschiff Enterprise-TV-Serie – nur besser – erinnern, aber sich dennoch gut in die Geschichte einfügen. 

 Ich möchte aber auch nicht hier groß herum erzählen, wenn den meisten der Film eh bekannt sein dürfte. Wichtig sei nur noch zu erwähnen, dass Barbarella auf DVD und BluRay Paramount veröffentlicht wurde und eigentlich in jede Filmsammlung gehört, ob man nun auf Klassiker steht oder nicht. 

 

Wertung: 10/10 Punkten