Beim Sterben ist jeder der Erste (1972) – Perlen der 70er

Beim Sterben ist jeder der Erste oder „Beeindruckende Parabel“

Die 70er Jahre im New Hollywood….was für eine Zeit für Filmschaffende. Regeln wurden gebrochen, neue Schauspieler erblickten die Welt, die gesamte filmtechnische Erzählweise hat sich frappierend geändert. Und es entstanden Filme, die die übliche Sichtweise der Filmwelt sprengten. Es gibt unzählige Beispiele. Hier ist eins der gelungensten davon.


Diese Parabel über den Kampf zwischen Natur und Mensch ist eindrucksvoll gelungen. Boorman zelebriert eine unheilvolle Atmosphäre mit einer gewissen Paradoxität: er erschafft sie, durch die Schönheit der Natur. Dadurch dass er wunderschöne Aufnahmen der Natur kontrastiert mit den brutalen Vorgehen der Menschen zeigt, schafft er einen Gegenpol in der der Mensch verloren ist. Sinnbildlich dafür steht die Figur des Lewis (Burt Reynolds) der als anfänglicher Anführer mit Wahrheiten auf das kommende Unheil hindeutet, aber später sich selbst aufgeben muss. Oder Ned Beattys Figur, der stellvertretend für die Menschheit von der perversen (da selbstverschuldeten) Seite der Natur vergewaltigt wird. Der “Backyardhorror” von heute (wie so viele billige Horrorfilmchen) fand hier seinen Anfang. Und mit Schauspielern wie die oben genannten und Jon Voight oder Ronny Cox („Robocop“, „Total Recall“) bravourös besetzt. Das Titelthema geht ebenfalls ins Ohr. Ein Muss für jeden Filmfan.