Besessen (1974)

Ezra Cobb hat Jahre seines Lebens der Pflege seiner kranken und religiösen Mutter gewidmet. Als diese stirbt, wird Ezras Geist immer verwirrter und der Sinn seines Lebens ist fort.
Nach einem Jahr der Trauer und des schlimmer werdenden Wahnsinns, holt Ezra seine Mutter vom Friedhof zurück nach Hause.
Da diese nicht mehr ganz “frisch” ist, versucht sich Ezra in der “Aufarbeitung” seiner Mutter. Greift er am Anfang noch auf die Körper gerade Verstorbene zurück, verschlimmert sich sein Geisteszustand und vorallem seine Beziehung zu jungen Frauen immer weiter und so kommen auch lebende junge Mädchen in das Visier des nicht nur nekrophilen Ezra.

Die Thematik von Serienkillern und Massenmördern beschäftigt die Menschheit schon seit etlichen Jahrhunderten, dies wurde natürlich auch filmisch aufgegriffen und dargestellt. Einerseits fasziniert und auf der anderen Seite angewidert. So natürlich auch mit dem Bekannten Namen „Ed Gein“, seine Geschichte wurde schon mehr als nur einmal versucht in bewegte Bilder umzusetzen: Besessen ist ebenfalls ein Film mit der brisanten Thematik. Regisseure, ja richtig gelesen, es waren hier drei Mann am Werke, ihre Namen lauten: Bob Clark, Jeff Gillen und Alan Ormsby. Dies liegt daran das der Film in mehrere Episoden aufgeteilt wurde, aber es sich nur um eine Geschichte handelt, jeder war für einen Part zuständig und konnte so seine Fähigkeiten in den Film einbringen. Jede einzelne Episode wird von einem Sprecher eingeläutet und gestartet.

Besessen kam im Jahre 1974 raus und viele verurteilten ihn, mit der Begründung, man hätte sich zu sehr an den bekannten „TCM“ orientiert, dies kann aber widerlegt werden, denn die Dreharbeiten und das Drehbuch waren schon weit vor „TCM“ im Gange, es ist lediglich ein Zufall das Besessen fast zeitgleich veröffentlicht wurde. Was dem Zuschauer sofort auffällt ist die düstere beklemmende Atmosphäre, die den Zuschauer in den Sessel fesselt und man gespannt sich den Film hingibt. Zwar ist der Film relativ trocken, man sollte keine großen Erwartungen was heftige Szenen angeht erwarten, denn hier wurde bewusst drauf Wert gelegt, das sich die Gewalt im Kopf des Zuschauers abspielt, sie wird im Film lediglich nur leicht angedeutet. Zwar sind auch hin und wieder Szenen abseits der Normalen Filmwelt zu erblicken, aber diese halten sich gekonnt dezent zurück. Der Zuschauer spinnt sich im Kopf den Film und die Handlungsszenen weiter und bildet sich so sein eigenes Urteil. Kopfkino pur!

Was man als Zuschauer auch noch gut vermittelt bekommt, sind die schauspielerischen Leistungen, der Hauptdarsteller hat es in Besessen voll drauf, um es mal so salopp zu sagen, man könne denken das der Geist von Ed Gein in ihm weiterlebt, sehr authentisch und fesselnd wird hier der Zuschauer verwöhnt. Für die Hauptrolle wurde Roberts Blossom engagiert, der leider auch im Jahre 2011 verstorben ist, zu seinen weiteren Werken gehören Titel wie: „Kevin allein zu Haus“, „Doc Hollywood“ und unzählige TV-Serien, wie auch: „Amazing Stories“.  Besessen ist langsam und ruhig, es wurde mehr Wert auf das innere gelegt als das offensichtliche.

Besessen beruht auf vielen wahren Begebenheiten und Geschehnissen der Vergangenheit, dennoch haben es sich die Regisseure nicht nehmen lassen, auch hier ein wenig filmisch frei zu handeln, und die Story etwas abzuändern. Laut Aufzeichnungen hatte Ed Gein nie seine tote Mutter ausgegraben, was aber im Film der Fall ist, aber meiner Meinung nach kann man über so was getrost hinwegsehen. Denn zu 90% wird sich an das Original gehalten.

Besessen ist was für Horrorfans, Krimifans und Psychopathenfans, ganz großes Kino, was es mittlerweile auch auf DVD für den Freak gibt. Eine VHS Veröffentlichung ist mir nicht bekannt, was mich persönlich doch sehr verwundert hat, denn wie oft gibt es einen Film nur auf VHS und nicht auf DVD, hier ist es mal anders herum! Besessen ist auch unter dem Titel: Deranged – Geständnisse eines Nekrophilen bekannt.

Fazit: Unterhaltsamer, spannender Horrorfilm der etwas ruhigen Gangart. Jeder Film ist nur so krank und absurd wie es der Zuschauer in seinem Kopf weiterspinnt.

Ich gebe dem Film Besessen 10 / 10 Punkten

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