Best of the Best 2 – Der Unbesiegbare (1993)

Original Titel: “Best of the Best 2”
USA 1993
mit Eric Roberts, Phillip Rhee, Ralf Möller, Sonny Landham, Chris Penn…
Drehbuch: May Strom, John Allen Nelson
Regie: Robert Radler
Länge: 92 Minuten
FSK: Ungeprüft

Die Kampfsportler Alex Grady (Eric Roberts), Tommy Lee (Phillip Rhee) und Travis Brickley (Chris Penn), die einst im Team den Weltmeistertitel errangen, haben in Las Vegas eine Karateschule eröffnet. Als Travis in einer illegalen Kampfarena von seinem Gegner (Ralf Möller) getötet wird, wollen Alex und Tommy sich um jeden Preis für ihren Freund rächen. In einem entlegenen Wüstengebiet, fernab von jeder Zivilisation, bereiten sich die beiden auf die geplante Revanche vor.

Das Genre des Kampfsportfilms gehört zu der Sorte Film, welche nicht besonders variierbar ist. Schwülstige Trainingsmontagen, das über sich selbst hinauswachsen und der Endkampf gegen den übermächtigen Gegner, all das sind die Zutaten für solide Männerunterhaltung. Auch der B-Reißer „Best of the Best“ (1989) fiel in eben jene Kategorie. Die Fotsetzung „Best of the Best 2 – Der Unbesiegbare“ spart die üblichen Klischees ebenfalls nicht aus, entwickelt sich aber zum unterhaltsamen Actionfilm, der den Vorgänger nicht einfach nur kopiert, sondern eine erfrischend andere Richtung einschlägt.

Robert Radlers „Best of the Best“, auch bekannt als „Karate Tiger 4“, war ein laues Mash-Up bekannter Motive, die man bereits in Filmen wie „Kickboxer“ (1989) oder „Rocky 4 – Der Kampf des Jahrhunderts“ (1985) gesehen hat. Und obwohl dem B-Klopper kein Erfolg an den Kinokassen vergönnt war, schob man vier Jahre später ein Sequel hinterher, welches eigentlich niemand gebraucht hätte. Doch anstatt den ersten Teil nochmal aufzuwärmen, gehen die Macher einen Schritt weiter und transportieren die üblichen Versatzstücke in ein anderes Handlungskorsett, welches, trotz mangelnder Originalität, durchaus zu Gefallen weiß. Nach den Ereignissen aus dem ersten Film, haben die Protagonisten eine Kampfsportschule in Las Vegas eröffnet. Rüpel-Mops Travis verfolgt jedoch heimlich fragwürdige Hobbys und nimmt an illegalen Kämpfen teil, welche im Keller einer Diskothek stattfinden. Als er die Fresse zu weit aufreißt und sich auf einen Kampf mit Champion Brakus einlässt, bezahlt er dies mit seinem Leben, denn im „Colloseum“ gibt es keine Regeln. Walter, Sohn von Travis‘ Freund Alex Grady, wird Zeuge des Geschehens. Nun stehen der Junge, sein Vater und Tommy Lee auf der Abschussliste der Betreiber, was zu diversen Mordanschlägen führt. Doch die ehemaligen Kämpfer der Nationalmannschaft lassen sich nicht so leicht unterkriegen und starten einen Rachefeldzug. Man merkt schon, dass „Best of the Best 2“ eine etwas andere Tonalität besitzt. Frei vom üblichen Turnier-Kitsch gestaltet sich der Film handfester B-Actioner. Skrupellose Gangster, illegale Kämpfe auf Leben und Tod, Schießereien, etwas Drama und ein überlebensgroßer Bösewicht. Die Drehbuchautoren orientieren sich hier an Filmen wie „Bloodsport“ (1988) und gestalten den Film rauer und actionreicher. Statt Trainingsszenen bekommt der Zuschauer eine Krimi-Handlung präsentiert, die zwar wenig originell ist, jedoch als Mittel zum Zweck durchaus funktioniert. Sie dient dazu, die Action zusammenzuhalten, Wendungen und Überraschungen sucht man hier vergebens. Überraschend ist aber, dass man hier einen Teil der Besetzung aus dem Vorgänger zu sehen bekommt, was nicht selbstverständlich ist, denn wie viele B-Actioner bekommen Sequels mit völlig neuem Cast, wo der Zusammenhang nur durch den Titel hergestellt wird? Richtig, einige! So sind Eric Roberts, Phillip Rhee und Edan Gross wieder in ihren Rollen zu sehen. Chris Penn muss als Travis zwar recht schnell ins Gras beißen, darf jedoch noch ein paar Sprüche reißen, bevor er abtritt. Es ist schon etwas unglaubwürdig, dass ein aufgedunsener Typ wie Penn einen Kämpfer spielt, der mit einigen Typen, die wesentlich besser in Form zu sein scheinen, mal eben den Boden wischt, aber das ist geschenkt.

In einer Nebenrolle ist zudem Sonny Landham zu sehen, der dieses Mal den Part des Trainers übernimmt. Auch Meg Foster ist mit von der Partie, zu einer Zeit als die gute Frau noch nicht aussah wie eine Landkarte. Jedoch bleibt die Schauspielerin völlig unterfordert und hat eigentliche keine Daseinsberechtigung. Man brauchte anscheinend irgendeine Frauenfigur aber viel zu tun hat Foster nicht. Den Part hätte auch jede andere spielen können. Besonders hervorzuheben ist Wayne Newton, der als  schmieriger Showmaster eine wunderbar hassenswerte Performance abliefert und als Bösewicht wunderbar funktioniert. Den Vogel schießt allerdings Ralf Möller ab. Der deutsche „Export-Schlager“, der seit „Gladiator“ (2000) glaubt, wirklich ein Star zu sein, ist zwar Lichtjahre von gutem Schauspiel entfernt, macht aber als böse Kampfmaschine und Endgegner Brakus eine durchaus gute Figur und sorgt für wunderbar trashige Momente. Hier versammelt sich wahrlich eine famose B-Prominenz, die die Herzen von Genre-Fans höher schlagen lassen dürfte. Hinzu kommt die souveräne Regie von Robert Radler, der schon den Vorgänger inszenierte. Auch in diesem Film präsentiert der Regisseur gute Kampfszenen und entwickelt im Rest des Geschehens weitaus mehr Dynamik als noch im ersten Teil. Der Film ist wesentlich temporeicher und somit auch weitaus unterhaltsamer, auch wenn die üblichen Motive hier wieder eingearbeitet wurden. Die Fights sind intensiv und brutal und machen ordentlich was her, auch wenn sie nicht das Maß aller Dinge sind. Hier werden Knochen gebrochen, dass es ordentlich knackt, der Streifen macht keine Gefangenen und entwickelt so auch mehr Spannung. Beim Score bleibt jedoch Alles beim Alten. Wir bekommen wieder klassische „REO Speedwagon“-Gedächtnismusik auf die Ohren und kitschige Songs wie „No Guts, No Glory“, „Everybody loves a Winner“ sülzen aus den heimischen Lautsprechern. Aber sowas brauch ein B-Actioner wie Dieser. Seit letztem Jahr gibt es den Streifen auf Blu-Ray von SHAMROCK MEDIA im schönen Mediabook. Neben der klassischen R-Rated Version, bekommt der Fan auch die Unrated Fassung, allerdings nur auf DVD.

Robert Radlers Martial-Arts Sequel „Best of the Best 2 – Der Unbesiegbare“ (1993) ist ein vergnüglicher B-Streifen mit ordentlich rauen Kampfeinlagen und zünftiger Rache-Story. Statt langatmigen Turniereinlagen bekommt der Zuschauer harte Kämpfe auf Leben und Tot, fiese Bösewichte und starke Karate-Helden. Kein Meilenstein aber besser als eine B-Action Fortsetzung das Recht hat zu sein.

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