Big Doll House (1971)

In einem Frauengefängnis durchleben die Insassinnen die Hölle auf Erden: Unter der Aufsicht einer sadistischen Lagerleiterin werden die Frauen zur Plantagenarbeit gezwungen und müssen erniedrigende Behandlung sowie willkürliche Bestrafung erdulden. Unter den Gefangenen herrscht eine gewalttätige Stimmung und die Schwachen werden innerhalb der Gruppe zusätzlich ausgenutzt und unterdrückt. Hierhin verschlägt es unter anderem die selbstbewusste Grear (Pam Grier), die schon bald einen perfiden Ausbruchsplan verfolgt…

 

“Their bodies were caged, but not their desires.“

Nachdem B-Movie Titan Roger Corman unter dem Dach von „American International Pictures“ große Erfolge, vor allem mit den „Edgar Allan Poe“-Verfilmungen, feiern konnte, gründete er Anfang der 70er seine eigene Produktionsfirma. Mit „New World Pictures“ befeuert Corman bis heute den B-Markt auf der ganzen Welt. Einer seiner ersten eigen produzierten Filme in seiner neuen Firma, war „The Big Doll House“. Ein knackiger „Women in Prison“-Reißer, der auch heute nichts von seinem „Bad-Ass“ Charakter eingebüßt hat.

Die Story an sich folgt den klassischen Mustern des Genres, welches Corman erst salonfähig machte. Dschungel-Knast, spärlich bekleidete Insassinnen, sadistische Wärterin, Duschszenen mit vielen nackten Brüsten, Catfights, Folterszenen und ordentlich Krawall im Finale. Wer diverse Vertretet gesehen hat, den wird an „The Big Doll House“ nichts überraschen. Jedoch besitzt der Film einen gewissen Rock ‚N‘ Roll-Charakter, wie ihn diese 70er Grindhouse-Flicks nun mal haben. Angesiedelt und gedreht auf den Philippinen lässt Regisseur Jack Hill die Puppen tanzen. In der Hauptrolle sehen wir die smarte Pam Grier, die in diesem Werk ihr Debut abliefert. Sie ist ein Prunkstück im Film und überzeugt nicht nur mit ihrem Körper, sondern auch mit Charme und cooler Präsenz. Zudem durfte sie noch den Eröffnungssong einsingen. „Longtime Women“ wurde zudem in Tarantinos „Jackie Brown“ verwendet und erweist Hauptdarstellerin Grier eine weitere Reverenz. Generell durchzieht den Film dieser klassische 70er Sound, der wunderbar das Bahnhofskinofeeling unterstreicht. Und wenn unsere Heldinnen am Ende ausbrechen, kracht und knallt es gewaltig. Explosionen, Kämpfe und MG-Salven. Jack Hill fährt noch einmal richtig auf. Mit 95 Minuten gestaltet sich der Streifen sehr kurzweilig und ist fast komplett frei von Längen. Auch ist die Brutalität angenehm. Wo Kollegen wie Bruno Mattei oder Jess Franco, sich ewig mit perversen Spielchen aufhalten und in Richtung Porno schweifen, deutet Hill vieles nur an und behält den Drive in seinem Film. Denn somit gestaltet sich „The Big Doll House“ relativ rasant. Die Darsteller neben Pam Grier, machen ihre Sache recht ordentlich und lassen One-Liner und flapsige Sätze vom Stapel, wie man es aus anderen Hill-Flicks, wie „Coffy“ oder „Switchblade Sisters“ kennt. Danach drehte Hill noch das quasi „Follow-Up“ „The Big Bird Cage“, welches fast schon eine Parodie zum Genre darstellt. „Doll House“ war seiner Zeit ein großer Erfolg und förderte Cormans Produzenten-Karriere entscheidend und wir können uns an einem extrem spaßigen Grindhousekracher erfreuen.

„The Big Doll House“ bildete quasi den Startschuss von Cormans Selbstständigkeit und ist auch heute noch ein sehr unterhaltsames B-Movie, welches mit Sprüchen und ordentlich Rumms auch heute noch viel Spaß macht.