Blob – Schrecken ohne Namen (1958)

In der unmittelbaren Nähe einer amerikanischen Kleinstadt schlägt ein Meteorit ein. Ein Einsiedler, der in dem bewaldeten Gebiet rings um die Einschlagstelle haust ist als erster am Ort und wird das Opfer eines Angriffs einer unheimlichen gallerartigen Substanz, die sich an ihm festsaugt und ihn beginnt langsam aber sicher zu verdauen. Panisch und vor Schmerz schreiend läuft er dem jungen Steve Andrews und seiner Freundin Jane in die Arme. Nach dem sie den armen Mann ins Krankenhaus gebracht haben und der nahezu von dem ekligen Organismus verschlungen wurde, ihnen aber niemand die Geschichte von dem menschenfressenden Schleim glauben will, ist die Katastrophe vorprogrammiert… vorerst noch unbemerkt kriecht der kosmische Wackelpudding durch die Stadt und wächst mit jedem Opfer bis niemand mehr die Gefahr leugnen kann und sie sich als Bedrohung für die gesamte Menschheit entpuppt…

Auch ich persönlich gehöre zu den Leuten, die zuerst das Remake, The Blob von 1988 des Regisseurs Chuck Russell gesehen haben, der ja schon damals in Sachen Effekten ziemlich krass war. Auf Grund der Neuverfilmung war auch ich dann neugierig auf das Original aus dem Jahre 1958. Das ich keinen harten Horrorfilm mit Ekeleffekten zu Gesicht bekommen würde, war mir von vornherein klar, aber dass mir dieser Farbilm von 1958 letzten Endes noch besser als das trick-technisch natürlich bessere Remake gefiel, hätte ich damals nicht gedacht. Aber wie so häufig sollte man fairer Weise Original nicht mit dem Remake vergleichen, da eben gerade diese Effekte in den 1980ern natürlich wesentlich ausgereifter waren als Ende der 1950ern und sich somit natürlich auch viel mehr Möglichkeiten ergaben realistischere Effekte in einen Film zu kreieren. 

Der Blob – Schrecken ohne Namen des 2004 im Jordan verstorbenen Regisseurs Irvin S. Yeaworth Jr., der ein Jahr später den Klassiker 4D Man mit Robert Lansing in der Hauptrolle drehte, gehört bis heute zu einem  meiner absoluten Lieblingsklassiker aus dem Science Fiction-Horror-Genre der späten 1950er. Nicht nur weil ein junger Steve McQueen (Bullitt, Irvin Allen’s Flammendes Inferno) mitspielt, der zwar ein wenig zu erwachsen für einen Teenager wirkt, den er darstellen soll, aber seine Rolle trotzdem toll spielt, sondern wegen dem Flair des Filmes, den eben nur die Filme des Genres aus den späten 1950ern aufweisen. Zwar sind ie Farben des Farbfilmes^^ ein wenig blass, aber gleichzeitig wirkt alles doch ziemlich bunt und dazu eben noch das Feeling der 1950er, wie ich sie mir persönlich als Europäer stets vorgestellt habe… halbstarke Jugendliche, tolle Autos und (anständige) Madels in schönen Kleidern mit den Frisuren der damalige Zeit und nicht zu vergessen die Musik.

Zudem geht der Film auch gleich zu Anfang, wie es typisch wie die Filme der Zeit war,zur Sache. Man sieht den Meteoriteneinschlag und man weiß, das jetzt das Unheil beginnt. Das natürlich die Gefahr den Jugendlichen keiner glauben will, bis sie vor der eigenen Nase sich abspielt ist auch normal und als Zuschauer habe ich mich immer geärgert, wie blasiert sich dann doch die sogenannten Erwachsenen gegenüber Augenzeugen verhalten, nur weil diese noch zur Schule gehen. Wie ich schon anmerkte, spielt Steve McQueen hier einen Jugendlichen, der sogar noch zu Schule geht. Er macht seine Rolle für einen ehemaligen Weltstar natürlich gut, aber irgendwie ist es auch sein Bekanntheitsgrad, der eben seiner Rolle minimal schadet und nicht nur weil McQueen schon damals mit 28 Jahren ein bisschen zu alt für einen Teenager war… ich sag es mal so hätte man einen unbekannten Darsteller genommen, hätte die Rolle des Steve Andrews ein wenig authentischer gewirkt, aber nichts desto trotz gehört natürlich McQueen zu diesem Film, wie die Fresssucht zum Blob^^

Die Idee von Irvine H. Millgate um den kosmischen Wackelpudding finde ich für einen Film Ende der 1950er besonders interessant, war man bisher ja eher Monster gewohnt, die von verrückten Wissenschaftlern erschaffen wurden, als Aliens aus dem All kamen oder durch die Radioaktivität durch die Atombombentests entstanden. Der Blob kommt zwar auch aus dem All, aber irgendwie ist er auf Grund seiner ungewöhnlichen Art, seiner Charakterlosigkeit etwas besonderes.Der Blob ist einfach eine Substanz ohne wirkliche Form und Gestalt… das macht es auch so schrecklich… und schon alleine die Vorstellung,von so einem schleimigen Etwas eingehüllt zu werden, lässt es mir ganz mulmig werden.  . 

Und wie auch andere Klassiker braucht man bei Blob – Schrecken ohne Namen nur ein einziges Bild (das Erkennungsbild schlechthin) aus dem Film zu sehen und man weiß sofort, dass es dieser Film eben auch ist. (sie Foto rechts).

Und wieder beweisen die US-Filmemacher der damaligen Zeit, das man auch mit einem heute eher als gering bemessenen Budget von gerade einmal 240,000 US-Dollar einen unvergesslichen Kultfilm zaubern kann, der  unterhalten und auch gruseln kann und das es nicht wie heute utopische Summen bedarf um einen guten interessanten und originellen Film zu produzieren. Oki, aus heutiger Sicht hat der mörderische Wackelpudding natürlich etwas an seinem Schrecken verloren, sind wir ja heutzutage wesentlich mehr Blut und mehr Splatter gewohnt, aber im Vergleich dazu wirkt Blob – Schrecken ohne Namen einfach erfrischend  harmlos und dennoch faszinierend zu gleich. Es kommt eben nicht nur drauf an so eklig wie möglich seine Szene darzustellen… oft recht es mit Andeutungen die Zuschauer zu veranlassen ihre Fantasie benutzen zu lassen und was daraus kommt ist oft schrecklicher als das was man auf der Leinwand sieht.

 Was mir persönlich an Blob – Schrecken ohne Namen und auch anderen Filmen seiner Zeit so gut gefällt ist, dass man sie immer und immer wieder sich anschauen kann. Klar, man kennt die Pointen, man weiß wie es ausgeht, aber es ist der ganze Charme auch drumherum, der diesen Film so wunderbar macht. Die kreischenden Frauen, die etwas naiven Dialoge, die als kleinbürgerliche dargestellten Kleinstadtbewohner und deren rebellierenden Jugend, die manchmal aus heutiger Sicht amüsant plumpen Effekte… einfach alles, macht den Film zu einem Genuss und macht mir zumindest einfach nur großen Spaß.Ungewöhnlich dagegen ist der Titelsong der rein gar nichts von einen Science Fiction-Horrorfilm erahnen lässt; ein damals zeitgemäßer Sound aus Gitarren, Trompete, Händegeklatsche in dem über den Blob gesungen wird. Für heutige Verhältnisse wirkt das ganze sehr ungewöhnlich und befremdlich, doch damals war es keine Seltenheit solche Titelsongs in den Filmen einzubauen, damit auch sich die Zuschauer erstmal in Sicherheit wiegen…

Auf DVD ist er übrigens Blob – Schrecken ohne Namen von e-m-s veröffentlicht worden und somit eigentlich überall zu bekommen. Für mich stellt Blob – Schrecken ohne Namen einen witzigen und vor allem spaßigen Horrorklassiker dar, dem man am besten mit viel Popcorn schaut. Und auch wenn manches auf uns heute eher amüsant als erschreckend wirkt, so bietet der Film über 80 Minuten Spannung, Dramatik und jede Menge Charme der guten alten Zeit.  Selbst im Jahre 2008 wurde Blob – Schrecken ohne Namen in den USA noch als Bester Film, den man in einem Autokino schauen kann für den TV Land Award nominiert und ich denke, das sagt schon einiges aus. 

Wertung: 9,5/10 Punkten

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