Bloody Marie – Eine Frau mit Biß (1992)

 

Marie (Anne Parillaud) ist die weibliche Antwort auf Dracula. Sie lebt in Pittsburgh und hat besondere “Essensvorlieben”. Die Vampirin bevorzugt nämlich Italiener. Und da diese recht häufig bei der Mafia vertreten sind, kommt es dort bald zu vielen ungeklärten Todesfällen. Eines Tages trifft sie auf den Undercover-Cop Joe (Anthony LaPaglia) und verliebt sich sofort in ihn anstatt ihn das Blut auszusaugen. Als Marie den Mafiaboss Sallie “The Shark” Macelli (Robert Loggia) das Blut aussaugen will, wird sie gestört und dieser entkommt. Da er jetzt auch ein Vampir ist, will er eine scheinbar unbesiegbare Vampir-Mafia schaffen. Nun müssen Marie und Joe ihn aufhalten…

 

Regisseur John Landis („Blues Brothers“) lieferte mit Bloody Marie – Eine Frau mit Biß nach „American Werewolf“ wieder einen Horrorfilm der humorvollen Art. Das Ergebnis ist in meinen Augen okay, wirkt aber an einigen Stellen zu lang – und auch leider etwas zu humorlos. Einige Gags haben letztendlich nur eine Alibifunktion oder sind einfach nur armselige Rohrkrepierer. An der Inszenierung selbst gibt es nichts auszusetzen, gibt es doch in Bloody Marie – Eine Frau mit Biß gute Actionszenen und blutige Effekte. Aber ich hab immer das Gefühl, dass das alles nicht so recht zusammen harmoniert; und das hatte ich schon bei der Erstsichtung vor knapp zwanzig Jahren. (VOR ZWANZIG JAHREN! *SCHREI* Mann, wat lange her *schnief* ^^)

 

In der Hauptrolle sehen wir Anne Parilaud, die sich 1990 in den fabulösen Luc Besson Actionthriller „Nikita“ in die Herzen der Cineasten geballert hat. Gleichzeitig war Bloody Marie – Eine Frau mit Biß für sie die erste US-Rolle. Sie macht ihren Job gut, mehr aber auch nicht, was daran liegt, dass der Charakter Marie halt einfach „nur“ interessant ist, mehr aber auch nicht. Zuvor spielte Anne Parilaud diverse Rollen in französischen Filmen. Zum ersten Mal ist sie in „Un amour de sable“ aus 1977 zu sehen (und ich kann euch diesen Titel leider nicht übersetzen, weil ich kein Frankländisch kann ^^). Es sieht so aus, als ob dieser Film hierzulande nie veröffentlicht wurde. Schade. Zu diesem Zeitpunkt war Anne Parilaud 17 Jahre alt. Bis heute hat sie in diversen US-Produktionen aber auch französischen Filmen mitgespielt, aber so wie es aussieht, scheint es in den letzten Jahren etwas ruhiger um sie geworden zu sein.

 

Die männliche Hauptrolle, Joe Gennaro, spielt Anthony LaPaglia, der seit den 1980er Jahren immer wieder in diversen Film- und TV-Produktionen zu sehen ist. Das seltsame ist, dass sich bei mir immer seine Präsens verflüchtigt, sobald ein Film mit ihm zu Ende ist. (Blöde Formulierung, aber besser krieg ich das nicht hin.) Irgendwie finde ich diesen Schauspieler unscheinbar. Aber wie gesagt, dass empfinde ich so, aber ich bin sicher, dass Anthony LaPaglia auch in den nächsten Jahren oft zu sehen sein wird und seine Fan-Gemeinde hat.

 

Des weiteren hat John Landis seinen Film mit zahlreichen namhaften Akteuren gespickt. Unter anderen sind David Proval, Rocco Sisto, Chazz Palminteri, Kim Coates, Marshall Bell, Don Rickles, Angela Bassett, Luis Guzmán, Tom Savini, Yancey Arias, Frank Oz, Sam Raimi, Dario Argento, Rick Avery und noch ein paar andere, deren Name mir gerade nicht einfällt, zu sehen. Das macht Bloody Marie – Eine Frau mit Biß sicherlich interessant für die Leute, die all diese Menschen und ihre Werke kennen, aber ich finde, dass er dadurch künstlich in die Länge gezogen wird. Es gibt so einige Szenen, die man sich hätte sparen können.

 

Interessant ist der deutsche Titel: Bloody Marie (!) – Eine Frau mit Biß. Im Original heißt der Film „Innocen Blood“. Na, dass ist doch ‘ne super Übersetzung und kommt der Sache sehr nahe, oder? John Landis hat in einem Interview mal gesagt, dass er den deutschen Titel hasst. :D Aber wenn man mal die Plakate vergleicht, kann man feststellen, dass der deutsche Filmvertrieb sich da nicht so ganz entscheiden konnte, wie sie Marie schreiben sollten, denn man hat den Film auch unter Bloody Mary (also Marie mit y) veröffentlicht. Ja, wat denn nun? Da Marie ja angeblich ein französischer Vampir sein soll, ist Marie sicher sinnvoller, und man hat – zumindest in der deutschen Synchronfassung – den Namen auch Marie klingen lassen (also nicht – ACHTUNG! LAUTSCHRIFT! —-> Märy). ^^

 

Bloody Marie – Eine Frau mit Biß gibt es als VHS (einmal in ungeschnittener FSK 18 Freigabe und in einer geschnittenen FSK 16 Freigabe) und DVD in einer längeren Fassung mit mehr Dialogszenen, aber auch Gewaltszenen. Diese Fassung hat auch eine 18er Freigabe von der FSK bekommen. Bei den erweiterten Dialogszenen, die damals nicht ins deutsche synchronisiert wurden, setzen verstärkte deutsche Untertitel ein. Zusätzlich hat man den Film in der regulären FSK 18 Kinofassung auch als 16mm Film veröffentlicht. Hin und wieder sieht man ihn auch im Fernsehen, dann aber meistens geschnitten, obwohl der Film nicht indiziert ist.

 

Fazit: Bloody Marie – Eine Frau mit Biß ist deftige, aber leider auch etwas humorlose Filmkost. Ein paar mehr bessere Gags hätte den Film gut getan.

 

Ich gebe den Film Bloody Marie – Eine Frau mit Biß gnadenvolle 8 Bisswunden. ^^

 

PS: Falls sich jemand fragen sollte, warum ich Biß mit ß geschrieben habe, dann sei demjenigen gesagt, dass der Titel damals unter den Regeln der alten und besseren Rechtschreibung entstand und auch heute noch immer mit ß vermarktet wird. :)