Bloody Pom Poms (1988)

Originaltitel: “Cheerleader Camp”/”Bloody Pom Poms”
USA 1988
mit Betsy Russell, Lucinda Dickey, Leif Garrett…
Drehbuch: David Lee Fein, R.L. O’Keefe
Regie: John Quinn
Länge: 89 Minuten
FSK: ab 18 Jahren

Eine Gruppe von Mädchen verbringt die großen Sommerferien in einem Trainingslager für Cheerleader. Als eines der Mädchen ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht sofort auf die Anführerin Allison (Betsy Russell), die seit einiger Zeit von grauenhaften Alpträumen heimgesucht wird. Doch dem geheimnisvollen Schlitzer fallen noch weitere Mädchen zum Opfer!

Darf es mal wieder ein Slasher sein? Natürlich, denkt sich der Autor dieser Zeilen. Was spricht gegen knackige Teens, die in einem Sommercamp von einem unbekannten Killer massakriert werden? Eigentlich nichts. Und weil „Freitag der 13.“ (1980) und Konsorten langweilig werden, wenn man sie zum x-ten Mal sieht, widmete ich mich einem kleinen Low-Budget Flick namens „Bloody Pom Poms“ (1988). Ob diese Wahl sinnvoll war, oder sich als reine Zeitverschwendung erwiesen hat? Ich tendiere eher zu letzterem, aber lest selbst.

Was braucht man für einen handfesten Slasherfilm? Junge Teenager, eine geeignete Location, den üblichen Satz Titten und ein paar kreative, sowie blutige Morde. Fertig ist das Grundgerüst für einen schneidigen B-Horror. Jetzt muss man nur was aus den Bausteinen machen. Und genau daran scheitert „Bloody Pom Poms“, beziehungsweise „Cheerleader Camp“, gewaltig, aber der Reihe nach. Der Film beginnt mit einer Traumsequenz unserer Protagonistin Alison, die anmutet als flimmert ein verschollenes „Nightmare on Elm Street“-Sequel über den Bildschirm, was mich mehr erfreut hätte. Stattdessen geht es fix back to Reality und wir treffen die Gruppe von Teenagern, die uns durch den Film führt. Die sind nämlich unterwegs in das „Camp Huraaah“, einem Trainingslager für Cheerleader – originell oder?

Jedenfalls verläuft der Streifen nach den üblichen Mustern des Genres. Alison hat ganz viele Selbstzweifel, scheint dem Leben nicht gewachsen zu sein und ist größtenteils etwas kratzbürstig aufgelegt, was auch an den vielen Alpträumen liegt – tut mir Leid aber Freddy Krueger kommt wirklich nicht vor. Der Rest der Rasselbande besteht aus den üblichen Abziehbildern ausgeleierter Teenie-Figuren in Horrorfilmen. Alisons Freund Brent, ein Arschloch vor dem Herren, baggert gerne an anderen Damen herum, Cory, das Maskottchen, ist das fünfte Rad am Wagen und zeigt als Einzige Empathie für Alison und die restlichen Girls in knappen Röckchen sind so gesichtslos, dass ich schon gar nicht mehr ihre Namen kenne und ich bin zu faul um in der IMDB nachzusehen. Achja, dann ist da noch Timmy, der eklige und alberne Fettsack, dessen einziges Ziel es ist, endlich irgendein weibliches Wesen flachzulegen und als Comic Relief fungiert. Danach passiert erstmal eine knappe Stunde gar Nichts und der Zuschauer muss lausige Dialoge, schlechte Schauspieler und lahmes Cheerleading über sich ergehen lassen, bevor endlich mal jemand On Screen gekillt wird. Ihr merkt, „Bloody Pom Poms“, eigentlich ein cooler Titel, ist ein recht fragwürdiges Vergnügen. Die Story ist aus „Freitag der 13.“ Und etwas „Eis am Stil“ (1978) zusammengeklaut und will so gar nicht funktionieren. Damit meine ich nicht unbedingt die Logik, sondern eher die Tatsache, dass sie so generisch ist für einen Film aus dem Jahr 1988, als das Genre sich schon in den Dämmerjahren befand. Man klopft die üblichen Beats ab und bringt einen creepy Hausmeister, sowie einen creepy Koch ins Spiel, die sich verdächtig machen. Immer mal wieder versucht der Film ironisch oder komödiantisch zu sein, was aber völlig in die Hose geht, da die Gags schlecht sind, das Timing zu keiner Zeit stimmt und jegliche Spannung verloren geht, da man auch die üblichen Jump-Scares nicht ausspart, die man schon tausendmal gesehen hat. Der Film ist größtenteils einfach nur langweilig, plump und uninteressant. Lediglich in der letzten halben Stunde legt der Film etwas an Tempo zu und der Body Count steigt an. Jedoch entsteht auch in den Killszenen keine Spannung, da sie zu beliebig und zu plump eingesetzt werden.

Lediglich die Gore-Effekte sind passabel und bieten etwas Gekröse für den blutdurstigen Genre-Fan. Regisseur John Quinn macht einen lausigen Job und rotzt das schwache Skript mit Lieblosigkeit herunter, ohne auch nur den Funken von Ambition für einen netten Horrorfilm. Ganz ehrlich, dass hätte ich auch inszenieren können! Die Darsteller agieren mittelmäßig bis schlecht. Betsy Russell ist hübsch anzusehen aber ihr Spiel ist relativ lausig. Gefreut hat mich der Anblick von Lucinda Dickey, die mir bereits mit dem Kracher „Die Herrschaft der Ninja“ (1984) aus dem Hause CANNON schwer unterhalten hat. In diesem Film spielt sie ihre Rolle mit einem Gesichtsausdruck herunter und macht einen recht unmotivierten Eindruck. Ganz schlimm ist Travis McKenna, das ist der Dicke, der das größte Nerv Potential von Allen besitzt und leider viel zu lange leben darf. Eins muss ich dem Streifen aber zugestehen, das Ende war ganz nett. Zwar ist die Auflösung nicht besonders überraschend und versierte Slasherfreunde sehen sie kommen aber die Machart, sowie die letzte Einstellung des Films, weiß zu gefallen. Das macht den Film aber nicht wirklich besser, auch die nackten Brüste nicht. Etwas mehr Trash und Momente der Güteklasse „What the Fuck“, egal in welcher Hinsicht, hätten dem Film merklich besser zu Gesicht gestanden. Aber man wollte trotzdem einen konventionellen Slasher drehen, was man dann eher versemmelt hat. Dabei bietet das Set-Up genug Potential um ordentlich in die Vollen zu gehen. Das deutsche Label CMV veröffentlichte den Film jüngst als DVD-Hartbox in Rahmen der hauseigenen TRASH COLLECTION. Da gehört der Film auch hin. Jedenfalls hat die DVD einige schöne Extras wie zwei Audiokommentare, Bildergalerie, alternative Titelsequenz und nette Trailer zu bieten. Auch Bild und Ton sind sehr zufriedenstellend. Daran kann man nicht meckern.

„Bloody Pom Poms“ ist ein lausig inszenierter, über weite Strecken langweiliger Slasherfilm, der Alles hat was das Genre tot geritten hat. Schlechte Darsteller, ein schlechtes Skript, billige Schockversuche und nicht vorhandene Spannung. Da können ein paar Titten und ganz netter Gore, sowie ein effektives Ende auch nicht mehr viel ausrichten. Die Albernheiten und die plumpen Versuche witzig zu sein tun somit ihr übriges und machen den Streifen zu einer vegessenswerten Randnotiz im Tümpel billiger B-Movies der späten 80er.