Blue Chips (1994)

Pete Bell ist der cholerische aber fürsorgliche Trainer der fiktiven College-Mannschaft Western University Dolphins. Bell steht unter Druck: sein Team befindet sich sportlich im freien Fall und dadurch fällt es ihm schwer, neue Stars für seine Mannschaft unter Vertrag zu nehmen. Die Spieler sind zwar allesamt nette Kerle und bemühen sich, sind aber im Grunde untalentiert. Die größten Nachwuchshoffnungen werden von anderen Colleges heimlich bezahlt – eine Praxis, die im Collegesport laut Hochschulsportgesetz verboten ist. Bell, dessen Herz vor allem an der Sportart, an Fair Play und am Sportsgeist hängt, ist verzweifelt, was er bevorzugt an Reportern auslässt.

 

Der Regisseur William Friedkin der uns auch Filme wie “Cruising” mit Al Pacino, “Das Bombengeschäft” mit Chevy Chase und “Die 12 Geschworenen” von 1997 bescherte drehte 1994 ein Sport-Drama was über einen üblichen Beitrag in diesem Genre hinausgeht.

Der Ball in den Korb

Zwar erinnert der Film BLUE CHIPS thematisch an den Football Streifen “An jedem verdammten Sonntag”, jedoch konzentriert er sich auf den Sport Basketball. 

Für die Rolle des Trainers Pete Bell wurde Nick Nolte engagiert und besetzt. Der Blonde Hüne mit dem markanten Gesicht, der oft abgewrackte Cops spielen durfte, hier in der Rolle eines Trainers der zwischen Erfolg und Ehre steht. Der Zwiespalt zwischen Siegen mit vielen Mitteln aber dabei seinen guten Ruf als College Trainer nicht zu verlieren verkörpert Nolte sehr authentisch.

Mary McDonnell tritt in die Rolle der geschiedenen Ex-Frau von Pete Bell. Sie mimt eine Lehrerin, die Pete schon oft dabei half, seine Schützlinge durch Prüfungen zu lotsen. In weiteren Rollen tauchen namenhafte College Basketballspieler, sowie auch NBA Größen wie Shaquille O’Neal, Bob Cousy und Larry Bird in Erscheinung. Als ein kleiner Sportreporter, der immer auf der Suche nach Geheimnissen und Skandalen ist sehen wir den bekanntesten Schuhverkäufer Ed O´Neill.

BLUE CHIPS ist ein Drama um den Basketballsport an den Colleges in den USA. Der Film zeigt durch seine gut inszenierte Story wie die Fäden im Hintergrund zusammen kommen und wie das Sportsystem bei Neugewinnung von Nachwuchsspielern abläuft. Mit kleinen Geschenken, bis hin zu Autos und Taschen voller Geld taucht alles sehr nachvollziehbar und vorstellbar auf. Der Profit gelangt in den Vordergrund, und der eigentliche Sport rückt immer mehr in den Hintergrund und ist nur noch zweitrangig.

In erster Linie konzentriert sich BLUE CHIPS am Leben des Trainers und wie er versucht Neue Spieler zu rekrutieren. Das innerliche Hin und Herringen mit dem Stolz und Ehre ist stets präsent und allgegenwärtig. Ungeahnt der späteren Folgen nach Abgabe seiner Vorsätze. 

Sport ist Mord

Abgerundet wird die dramatische Story noch durch einige Basketball Szenen, wie Training, Spiele und das Geschehen am College mit den neuen Spielern. 

BLUE CHIPS ist ein solider Film und macht echt Laune, auch wenn die Laufzeit des Films bei guten 103 Minuten liegt, kommt keine Langeweile auf. Auch wer selbst keinen Sport betreibt und sich mit Basketball eher bis gar nicht beschäftigt, wird hier sehr gut unterhalten. Zum Abschluss des Films bekommt man noch eine ergreifende Rede von Trainer Pete Bell in einer Presse-Konferenz was einer Moral gleichkommt.

Leider ist BLUE CHIPS hierzulande eine wahre Filmperle die es über eine VHS Veröffentlichung noch nicht geschafft hat. In den USA ist er von “Paramount” auf DVD erschienen. Eine Veröffentlichung in Deutschland hätte er definitiv verdient.