Blue Heat – Einsame Zeit für Helden (1990)

Eine Eliteeinheit der Drogenfahndung des LAPD wird gefeuert, weil sie zu hart vorgehen. Es wird schnell klar, daß einer ihrer Vorgesetzen in die Drogendeals verwickelt ist. Vier Ehemalige der Eliteeinheit tun sich zusammen, um gegen den Drogenring vorzugehen.


Nachdem ich mir das Cover und die Filmbeschreibu8ng zu BLUE HEAT durchgelesen hatte, war ich vorsichtig! Das hört sich doch mal wieder nach einer Standard – Story im Cop Bereich an. Dennoch wirkte es faszinierend auf mich denn Brian Dennehy, der sonst eher die fiesen Rollen in diversen Filmen übernahm, soll hier einen toughen Cop mimen. Das allein ist schon eine Empfehlung wert.
Dann stellte ich durch Recherche noch fest, das es sich um einen ONLY VHS Kandidaten in Deutschland handelt, und somit hatte der Film meine Neugier fest im Griff und die VHS wanderte in den Rekorder.


BLUE HEAT ist ein Actioner mit Thriller-Elementen aus dem Jahr 1990. Unter der Regie von John Mackenzie, der uns schon Filme wie RIFFI AM KARFREITAG (1980) und DIE SATANSBRUT (1971) bescherte, war für diesen Cop-Streifen verantwortlich. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Auch wenn BLUE HEAT mit ein paar Macken und Schwächen zu kämpfen hat, so kann er in der oberen Liga der Cop-Streifen ordentlich mitmischen.

Storytechnisch bewegt sich BLUE HEAT auf dünnem Eis. Zu oft wurde die Thematik von Cops die nach einem Einsatz, der nicht so wie die Vorgesetzten es sich wünschten ablief, knallhart suspendiert werden. Noch dazu kommt es das sie einer Art Verschwörung auflauern, wo natürlich andere Kollegen und höhere Tiere im Ministerium verwickelt sind, voll mit integriert sind. Das ist alles nicht neu, und man konnte dieses Storygerüst schon dutzende Male begutachten.

Doch BLUE HEAT kann mit guter Action und ordentlich Krawall punkten. Zwar beschränken sich diese Gewalteskapaden mehr am Anfang und am Ende des Films, doch dafür sind sie ordentlich. Hier rattern die Maschinenpistolen aus allen Rohren und die vollautomatischen Waffen ballern so einige Magazine leer. Natürlich runden gewaltige Explosionen das Zusammenspiel ab.
Gut Punkten kann BLUE HEAT noch mit seinem Cast. Brian Dennehy als harten, alteingesessenen Cop, Joe Pantoliano als Technik und Waffenexperte, Jeff Fahey als Ladykiller der alten Schule, und Bill Paxton in der Rolle als ein Neuling im Polizeijob. Klingt doch nett, oder?


Die einzelnen Charaktere sind sehr ausgiebig und vor allem humorvoll mit den verschiedensten Einstellungen zum Job, Familie, Kollegen in Szene gesetzt worden. Sie bekommen viel Tiefgang spendiert, was in dem Genre eher eine Ausnahme darstellt. Durch die ausgiebige Heranführung an den Zuschauer, fiebert man förmlich mit den einzelnen Charakteren mit.



BLUE HEAT ist zwar ein einfacher aber dafür funktionierender Cop-Thriller. Allein die Inszenierung und die Debatten innerhalb der supendierten Cops, wo sie 22 Millionen US-Dollar vor ihren Füssen liegen haben, ist schon eine Augenweide. Zudem kann die Action die zwar eher mäßig im Film vorhanden ist, aber dafür sehr effektvoll einiges wieder ausbügeln. Für Action und Thriller Freunde ist ordentlich Potenzial vorhanden.

Bislang ist der Film in Deutschland nur auf VHS erschienen, gelegentlich wird BLUE HEAT im Free TV ausgestrahlt, jedoch wenn dann leider sehr spät von der Sendezeit. Doch Augen aufhalten in der Programmzeitschrift lohnt sich allemal.