Blue Jean Cop (1988)

„Der Exterminator“, „Der Söldner“, „Der Protector“ sind alles Top Titel vom Regisseur James Glickenhaus, sie versprechen satte Action mit viel Kawumm und Boom. Schaut man sich dagegen den Film Blue Jean Cop von 1988 an, rutscht er mehr in die Thriller Schiene, statt auf satte Action wird hier der Hauptaugenmerk auf die Korruptheit vieler Polizisten und der langsamen Mühle der Gerechtigkeit gelegt.

Wer einmal Peter Weller, den die meisten als Robocop in einem silbernen Kostüm kennen, mal in einem feinen Anzug erleben möchte, hat bei diesem Film die Gelegenheit dazu, hier mimt Peter Weller den Strafverteidiger Roland Dalton. Klischeebehaftet streift er durch den simplen aber soliden Plot des Films. Er ist dynamisch, motiviert und möchte Karriere machen und in der Demokratieschiene nach oben rutschen. An seiner Seite steht Sam Elliott, der hier einen etwas zerrupften und abgewrackten Cops namens Richie Marks mimt, sozusagen das pure Gegenteil von Weller. Er schläft auch gerne mal in einem Kino, ist dem Alkohol nicht abgeneigt und achtet nur wenig auf sein Äußeres, aber auch er hat Ziele die er verfolgt, beide wollen einem Drogendealerring das Handwerk legen. Somit schließen sich die beiden Freunde zusammen und gehen teilweise einzeln ihrer Ziele nach um später jedoch zusammen das angestrebte Ziel zu erreichen, beide unterscheiden sich auch von ihren Ermittlungsmethoden eindeutig.

Den Schauspieler Sam Elliott kennen die meisten sicherlich als Rausschmeißer im Actionstreifen „Road House“ mit Patrick Swayzy an seiner Seite, aber auch viele andere Produktionen kann er vorweisen, sei es „Tombstone“ von 1993, „Frogs“ von 1972 oder auch „Die Maske“ von 1985 an der Seite von Cher, einem bewegenden Drama.

Für einen Gerichtsthriller gibt die Story nicht sonderlich viel her, sie ist recht dünn. Unerhoffte Wendungen und Überraschungen bekommt man leider nicht geboten, allzu schnell kann man vorhersagen wer sich alles hinter dem Drogendealerring verbirgt. Es gibt ein paar Gerichtsszenen die allerdings etwas verhalten daher kommen, man ist vielleicht auch zu sehr verwirrt von wahren Gerichtsthriller ala „Die Firma“. Abgerundet werden die Ermittlungsmethoden beider Charaktere noch durch ein paar satte Actionszenen, hier finden schon mal Shootouts statt, jedoch weitgehend unblutig, ein paar Verfolgungsszenen wo es jedoch schon mal ordentlich Krach und Blechschäden hagelt. Lediglich der Showdown ist etwas zu hoch gegriffen und passt nicht zum Rest des Films.

Doch die beiden Hauptdarsteller Weller und Elliott liefern ausgezeichnete und überzeugende Arbeiten ab, beide haben auch schon Hollywood Erfahrung und heben den B-Movie deutlich an Qualität an. Wer jedoch einen satten Actioner ala Glickenhaus erwartet wird hier enttäuscht auf die Mattscheibe schauen.

Hätte man etwas mehr Spannung in Blue Jean Cop eingebaut, härtere Actionszenen und das Konzept eines Buddy Movies etwas verfeinert, hätten wir sicherlich einen klasse Streifen und Top Titel serviert bekommen, doch somit bleibt einem nur ein netter unterhaltsamer B-Movie für zwischendurch. Solide aber etwas lahm in wichtigen Dingen!