Blutige Stadt (1998)

Phoenix: Der Cop Harry (Ray Liotta) wandelt nicht immer auf legalen Wegen und hält auch gerne mal die Hand auf, aber trotzdem hat er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Dies unterscheidet ihn von seinen ebenfalls halbseidenen Kollegen Mike (Anthony LaPaglia), James (Daniel Baldwin) und Fred (Jeremy Piven). Harry ist derjenige, der sehen muss, dass die drei ihre Grenzen kennen und nicht zu weit gehen. Doch der spielsüchtige Harry, welcher aufgrund des Schicksals seines ebenfalls spielsüchtigen Vaters sich immer an die Regeln beim Glücksspiel hält, gerät in eine gefährliche Abhängigkeit von seinen drei Kollegen: Da er Spielschulden in Höhe von 32000 Dollar hat, schlägt er ihnen vor einen lokalen Gangster zu überfallen.

Blutige Stadt ist ein Cop – Thriller der es schafft ohne großen Actioneinsatz den Zuschauer mit seiner Story und der Inszenierung zu fesseln, und ihn bestens zu unterhalten. Dies ist auch der Regiearbeit von Danny Cannon zu verdanken, der sein Können schon bei Filmen wie „Judge Dredd“ und „Ich weiß noch immer, was Du letzten Sommer getan hast“. Auch bei unzähligen Serien war er für einzelne Episoden hinter der Kamera aktiv.

Blutige Stadt glänzt aber auch mit seinen Darstellern, man könne sagen, das es sogar ein kleines Staraufgebot ist. Ray Liotta, dieses markante Gesicht und als Charakter-Darsteller bekannte Schauspieler, blüht in blutige Stadt zur Höchstform auf. Schon beim Film „Copland“ an der Seite von Sylvester Stallone bewies er den Zuschauern sein schauspielerisches Können. Auch seine Filmographie ist sehr lang, und auch diverse Serien Auftritte zählen dazu. In weiteren Rollen sind: Daniel Baldwin, Angelica Houston, Jeremy Piven und Anthony LaPaglia zu sehen, viele von Ihnen sind vielleicht namentlich nicht so bekannt, aber wenn man ihre Gesichter sieht, sagen die meisten bestimmt: „Ach der!“

Blutige Stadt zeigt dem Zuschauer das Leben der schwarzen Schafe bei den Cops, die ihren Job nur noch halbherzig wahrnehmen und sich um andere Dinge kümmern, wie Glücksspiele. Der Ton im Film ist sehr zynisch und bedrückend, und die düsteren Bilder verstärken dieses Gefühl noch sehr stark, viele Szenen im Film spielen sich spät abends oder sogar nachts ab. Atmosphäre wird in blutige Stadt sehr groß geschrieben, wenn die Gewalt und die Kriminalität so jeden packt und mitreißt. Die Dialoge der Darsteller sind mit Pointen und Intelligenz versehen, und erinnern manchmal an einen Tarantino. Die Locations im Film wie Striplokale und schmierige Bars tragen ihren Pflichtanteil zu bei.

Die Handlung im Film besitzt zwar kein grosses Tempo, kann aber durchaus begeistern und fesseln, und ist ziemlich spannend inszeniert worden. Große Plotwendungen kann man zwar auch nicht erwarten, aber die Story bietet viele Facetten der einzelnen Rollen und Ihrer Handlungen. Ein wenig Dramatik kommt der Thrillerstory gut. Blutige Stadt bietet wenig Action, aber wenn dann ist sehr ansehnlich und professionell umgesetzt worden, hier und da mal ein kleiner Schusswechsel bringt ein wenig Abwechslung in die düstere Stimmung des Films.

Diesen Film gibt es auf VHS und DVD, und wird gelegentlich im Free TV ausgestrahlt, wenn dann meist auf Tele 5 und VOX. Er hat eine Freigabe von 18 bekommen, und hat sie auch verdient, denn die wenigen Szenen die etwas Härte dem Zuschauer bieten heben sich von einem TV Film sehr ab! Das Ende lässt dem Zuschauer ein paar Fragen offen, so dass man die Geschichte im Kopf weiterspinnen könnte. Musiktechnisch bietet blutige Stadt nur wenige Kost, aber die wenigen Musiksongs sind sehr passend ausgewählt und wirken nicht deplaziert.

Fazit: Ein Thriller der leider sehr unbekannt ist, sich aber hinter anderen Titel keineswegs verstecken braucht! Ein kleiner Geheimtipp in meinen Augen! Düster, spannend, zynisch und fesselnd.

Ich gebe dem Film Blutige Stadt 10 / 10 Punkten (Geheimtipp)

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