Blutnacht des Teufels

Eine Rockerbande zieht durch Nevada und hinterlässt eine Spur des Vandalismus. Irgendwann stoßen sie auf ein Kloster und werden von den ansässigen Mönchen bewirtet. Die Rocker jedoch wissen nicht, wo sie sich da niedergelassen haben – Sie wissen nichts von den mysteriösen Ritualen.
Die Bande wird schnell zum Freiwild für eine satanistische Gruppierung deren Intention ihnen ein völliges Geheimnis bleibt. Der nackte Überlebenskampf beginnt…

 

Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre waren Biker Streifen bei den Zuschauern sehr beliebt. Der Wegbereiter dieses Sub Genres macht EASY RIDER im Jahr 1969, der Ruf der Freiheit und das sorgenfreie Leben mit Mißachtung des Gesetzes. Schnell wurden viele solcher Filme abgedreht und auf den Filmmarkt gedrückt, der bis dato nur den Kinos vorbehalten war. Doch schnell war das höchst interessante Thema über das Cruisen auf den einsamen und endlos wirkenden Highways in den USA abgedroschen und abgenutzt. Es mussten neue Einfälle her, um diese Thematik weiter am Leben zu erhalten und die Zuschauer weiterhin mit unterhaltsamen Werken zu verwöhnen. Man kam unter anderem auf die Idee, eine Biker Gang in den Vietnam Krieg zu schicken. Doch das war manchen Filmproduzenten noch nicht kurios genug, und so entstand 1971 der Streifen BLUTNACHT DES TEUFELS unter der Regie von Michel Levesque. Die Idee war es das eine Biker Gang in den Kontakt von Teufelsanbetern gelangt und durch sie verflucht wird, so das sie sich unwissentlich an Nächten mit Vollmond in blutrünstige Werwölfe verwandeln. Es war sein Debüt als Regisseur, und nur ein Jahr später drehte er den WIP (Woman in Prison) Streifen SWEET SUGAR (hierzulande nur auf VHS erschienen). Doch dann war die noch junge Karriere des Regisseur auch schon beendet.

Trotz des geringen Budgets und der einfachen jedoch zweckmäßigen Darstellung ist BLUTNACHT DES TEUFELS nicht so schlecht, wie viele ihn abstempeln. Die erste Hälfte des Films befasst sich herrlich anzusehen mit den typischen Klischees solcher Filme. Eine Gruppe von Gesetzlosen fährt durch die Weiten des Landes und macht gelegentliche Stops in kleinen Städten und sorgt dort mit ihrer Anwesenheit für Furore und Aufsehen. Sie verärgern die Bevölkerung und nehmen sich was sie wollen, dazu wird der Gerstensaft in großen Mengen in Büchsenform zu sich genommen. Besonders wurde auf die Zugehörigkeit der Biker zum Club geachtet, jeder Biker und Bikerbraut tragen die Kutte mit dem Logo des Clubs. Andere Filme haben oft auf solche Kleinigkeiten gänzlich verzichtet.

Nach dem Aufeinander treffen mit Mönchartigen Menschen auf einer heiligen Stätte, nimmt das Schicksal seinen Lauf, und die Story schlägt eine andere Richtung ein. Man wechselt zwar etwas holprig und unverständlich das Genre, aber für Abwechslung ist damit allemal gesorgt. Vom Biker-Streifen zum Gruselfilm mit Horror Elementen. Die Thematik des Glaubens an Fabelwesen wie Werwölfe rückt in den Vordergrund. Fortan hat es die Gruppe mit Problemen innerhalb der Gruppe zu tun, anstatt sich mit Dorfbewohnern rumzuplagen. Eine Art Fluch lastet auf sie und manche von ihnen verwandeln sich bei nächtlichen Saufgelagen in Werwölfe und dezimieren die eigene Gruppe. Doch was in ihnen vorgeht und wieso sie dieser Gefahr ausgesetzt sind, bleibt zumeist der Gruppe unbeantwortet.

BLUTNACHT DES TEUFELS ist kein rein rassiger Bikerfilm, wie man es kennt und sich vielleicht erwünscht. Kann sich aber gut aus der Masse der lieblosen Werke im Genre hervorheben. Auch wenn die Kostüme und die kleinen Verwandlungsszenen eher weniger von Qualität sprechen, so tragen sie gut zum Unterhaltungsfaktor bei und schieben damit eine weitere Prise TRASH ins Geschehen.

Trotz der geringen Laufzeit von knapp 76 Minuten und minderwertigen Effekten bietet BLUTNACHT DES TEUFELS (Originaltitel: Werewolves on Wheels) eine gute Portion Biker-Feeling gepaart mit einem Hauch Grusel und Horror. Hierzulande ist dieser kleine Geheimtipp auf VHS und DVD erschienen.