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Body Snatchers (1993)

Horror auf der Militärbasis: Schon bei ihrer Ankunft passieren Teenie-Girl Marti unheimliche Dinge. Eiseskälte, Gewalt und Bedrohung schlagen ihr entgegen.

Eines Nachts blickt Marti der grausamen Wahrheit ins Auge: Wüste Monstren fahren ihre Tentakel aus und saugen den Menschen die Seelen aus dem Leib. Marti rennt um ihr Leben…



 

Auffällig ist zunächst dieser Blick. Die Protagonisten auf dieser fiktiven Militärbasis, welche diesen kalten, emotionslosen Blick haben, häufen sich schleichend, sowieso beginnt diese gnadenlos-totale Invasion aus dem Inneren heraus und verläuft exponentiell-systematisch,-bzw. effektiv. Begünstigt wird dies frappierend durch die Wahl des Handlungsortes: Ferrara nutzt die eben auf nüchterne, möglichst emotionslose Effektivität ausgelegte Struktur beim Militär für seine klug erdachten dämonischen Zwecke zugunsten dieser Kreaturen, wobei genau dieses Adjektiv auch diesen eingangs erwähnten Blick bestens definiert.

Der Titel der Original-Verfilmung von BODY SNATCHERS aus den Fünfziger Jahren spielt vielleicht ebenso darauf an. Zurück zur militärischen Grundstruktur: Das nahezu bedingungslose Kollektiv-denken spielt den bösartigen und feindseligen Invasoren auch sehr gut in die Karten, zumal sie sich mit dieser Haltung auch selbst definieren, indem, im Film explizit erwähnt, das Individuum gegenüber der Rasse als nichtig erachtet wird. Wer einen zunächst stillen und unscheinbaren Streifen sehen will, dessen bedrohliche Stimmung sich genüsslich steigert, bis sich Gefühle wie Resignation, Abscheu, Beklemmung und Machtlosigkeit Strudel-artig steigern und in einem spannenden Finale münden, sollte bei den “Körperfressern” zugreifen.

Sicherlich nutzt Abel Ferrara für seine Interpretation des nach den Fünfzigern auch noch in den Siebzigern verfilmten Stoffes, klassische Elemente von Horror, Science-Fiction und Psychothriller, wobei die Grundstimmung des Streifens schon speziell und eigen ist, wozu noch ein passendes Beispiel anzuführen ist: Die haupt darstellenden jungen Menschen werden rapide und brutal erwachsen, verbinden mit der unmittelbar begriffenen, scheinbaren Ausweg,-und Hilflosigkeit der Situation sehr schnell die einzige Handlungskonsequenz, auch wenn dies Schlechtes und gar Lebensgefährliches für einen gerade zuvor noch geliebten Menschen bedeuten müsste. Nein, nein, Zweifel erübrigen sich ernüchternd, wenn die BODY SNATCHERS ihre teuflische Arbeit erledigen.

Bei der Hauptrolle des jungen Mädchens kam mir sofort Sarah Connor aus THE TERMINATOR in den Sinn, gerade und besonders in den Schlusssequenzen, so von wegen: Von der naiven Unschuldigen zur desillusionierten Kriegerin ohne seelisch-gesunde Übergangszeit. Apropos Seelenqual: Ein “doppelter Insider-Klamauk” zum Schluss: Ist nun Forest Whitaker in dem hier kommentierten Film die Reinkarnation von Sarah Connor in “Terminator 2”? Ha ha, hüstel…

*Anmerkung: Dieser Kommentar entstand ohne Kenntnis der beiden vorangegangenen Filmversionen bzw. ohne diese gesehen zu haben.