Bounty Hunters (1996)

Jersey Bellini ist Kopfgeldjäger und fängt auf Kaution freigelassene, stiften gegangene Gangster wieder ein. Als er bei seinem aktuellen Auftrag seiner Kollegin B.B. die Zielperson vor der Nase wegschnappt, sie darauf aber wieder nach einem Streit verliert, müssen beide eine Zweckgemeinschaft bilden, um den Flüchtigen einzufangen. Zu allem Überflüss verstrickt sich das Duo auch noch in die Machenschaften eines Unterweltbosses…

 

Der einstige „Cannon“-Zögling Michael Dudikoff ist nicht gerade für seine vor Meisterwerken strotzende Filmographie bekannt. Größtenteils zieren B- und C-Filme des Actiongenres die Vita des einstigen „American Ninja“. Da bildet auch „Bounty Hunters“ keine Ausnahme. Die Direct-To-Video Produktion kann zwar unterhalten, gestaltet sich jedoch in den Actionszenen, die eigentlich ausschlaggebend sein sollte, äußerst behäbig.

Der Film beginnt mit einem netten Scharmützel, in dem Dudikoff, mit Shotgun bewaffnet einen, auf Kaution freigelassenen, Verbrecher wieder einfangen muss. Der Gute verdient sich seine Brötchen nämlich als knallharter Kopfgeldjäger. Gemeinsam mit seiner Partnerin wider Willen, verstrickt sich der „Bounty Hunter“ in die Machenschaften der Mafia. Soweit so klischeebeladen. Der Plot gestaltet sich relativ nett. Er folgt gängigen Motiven, denn wir haben die Nutte, die beseitigt werden soll, da sie einen Mord beobachtet hat, woraus sich eine, nach Schema F ablaufende, Handlung ergibt. Dazu gibt es schmierige Gangster, einen Bösewicht, der stark an Billy Drago erinnert und handfeste Kampfszenen. Nicht das man aus der halbgaren Story nichts machen könnte, doch stellt sich bei dem Film kein bisschen Spannung ein. Die Handlung plätschert vor sich hin, die Schurken sind farblos und viele Szenen wirken uninspiriert. Klar hat der Film ein niedriges Budget gehabt, jedoch hätte man vieles besser machen können. Man versucht den Film durchgängig mit Humor aufzulockern, was durchaus angenehm ist aber auch oftmals deplatziert wirkt. Großes Plus indes sind die beiden Hauptdarsteller. Klar ist Michael Dudikoff kein Charakterdarsteller. Aber ich sah ihn immer gerne und er macht auch hier einen soliden Job, auch wenn er nicht vor hölzernen Szenen gefeit ist. Dem Mann, der sich vieles selbst beibringen musste, wurde eine große Karriere immer versagt, was sehr schade ist, wenn man sich seine Werke aus den 80er Jahren ansieht. Er hätte es weit bringen können. Hier funktioniert er auch wenn er schon etwas angestaubt wirkt. Was sehr gut funktioniert ist sein Zusammenspiel mit Lisa Howard. Die kanadische Aktrice, die man wahrscheinlich noch am ehesten aus der „Highlander“ TV-Serie kennt, bildet einen schönen Sidekick zu Dudikoff und ihre Hass-Liebe macht über weite Strecken durchaus Spaß und kaschieren etwas den Leerlauf, der sich immer mal wieder einschleicht. Größtes Manko in meinen Augen sind die Action-Sequenzen. Die wirken durchgängig sehr gestellt. Es fehlt einfach an Dynamik und die Wucht, gerade bei den Kämpfen, kommt in keinster Weise rüber. Das liegt auch an der Inszenierung. Die Kamera hält einfach drauf und von Schnitttempo hat auch noch keiner etwas gehört. Das gleiche bekommen wir bei den Shootouts, die ebenfalls langweilig inszeniert wurden und sich lediglich auf Schuss und Gegenschuss beschränken. Somit verfällt das eigentliche Kauf- beziehungsweise Ansehattribut, die Action, in Bedeutungslosigkeit, was schade ist, denn mit etwas mehr Gespür wäre hier mehr drin gewesen. Auch Fans rabiater Kost werden hier enttäuscht. Es fehlt an jeglicher Brutalität und der Film hätte auch locker ab 12 durchgehen können. Der Kopfgeldjäger-Schmarrn bekam ein Jahr später sogar eine Fortsetzung unter dem Titel „Hardball – Bounty Hunters 2“, in dem Michael Dudikoff und Lisa Howard ihre Rollen aufnehmen. Zudem mischt auch noch Hollywood-Legende Tony Curtis mit.

„Bounty Hunters“ ist ein plumper, unspannender und auch undynamischer Direct-To-Video-Actioner. Ohne Gespür und Inspiration runtergedreht, kann der Film so gar nicht punkten. Lediglich Dudikoff und Howard geben ein gutes Team ab und schaffen es zeitweise mit ihrer Chemie zu punkten. Die Action gestaltet sich als extrem sperrig und langweilig und somit bleibt der Film ein lauer Genre-Film, den man nicht gesehen haben muss. Auch mit meinem Dudikoff-Bonus war ich nicht angetan. An einem verregneten Sonntag geht der Film in Ordnung, wenn man sich auch auf das weg dösen einstellt.