Bounty Hunters 2 – Hardball (1997)

 

Jersey und seine Freundin B.B. verdienen ihr Geld erfolgreich als Kopfgeldjäger. Als sie allerdings ausgerechnet Mafiaboss Wald in die Quere kommen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Plötzlich ist ihnen eine Horde Profikiller auf den Fersen, angeführt von Walds bestem Mann, dem neurotischen Carlos. Doch Jersey und B.B. lassen sich nicht so einfach aus dem Weg räumen.

 

Michael Dudikoff war nie der größte Action-Star, geschweige denn der beste Schauspieler seines Fachs. Dennoch sah ich den „American Fighter“ immer sehr gerne, was ich glaub ich schon an einigen Stellen erwähnt habe. Nach soliden Filmen in den 80ern und frühen 90ern, reichte es schließlich nur noch für TV- und Direct-To-Video Ware. So auch geschehen bei „Bounty Hunters 2 – Hardball“ aus dem Jahr 1997, der allerdings, entgegen meinen Erwartungen, ein durchaus vergnüglicher B-Film ist, den man an verregneten Wochenenden ganz gut gucken kann, ohne sich über verschwendete Lebenszeit zu ärgern.

Erst einmal vorne weg: Der Film ist ein Sequel zum 1996 erschienen „Bounty Hunters“ aka „Outgun“, der mich allerdings nicht wirklich begeistern konnte. Zu dröge war der Film, zu lahmarschig die Actionszenen, zu uninteressant die Geschichte, weswegen ich eher mit langen Zähnen an die Fortsetzung heran getreten bin, nimm es mir nicht übel Dudi! Als ich die Blu-Ray aus der „Classic Cult Collection“ für nen‘ 5er auf dem Grabbeltisch beim Händler meines Vertrauens sah, warf ich meine Vorbehalte kurz über Bord, da ich nicht viel zu verlieren hatte. Tatsächlich ist die Fortsetzung wesentlich besser als der erste Teil. Klar, die Story ist auch in Teil 2 nicht der Knaller und der Film liefert durch die Bank ein Klischee  nach dem anderen. Hier geht es dieses Mal Michael Dudikoff und Lisa Howard selbst an den Kragen, weshalb sie sich einem Gangster-Syndikat erwehren müssen, originell ist anders. Jedoch kommt 92 Minuten lange B-Actioner durchaus rasanter daher. Die Kampfszenen, von denen es wieder einige gibt, wirken hier viel stimmiger und weniger unbeholfen als im ersten Intermezzo der Kopfgeldjäger. George Erschbamer ist natürlich meilenweit davon entfernt ein Regisseur mit besonderen Ambitionen zu sein, dennoch macht er seinen Job recht ordentlich. Alles ist, gemessen an den Kriterien eines „Direct-To-Video“ Actionfilms, schnörkelos und sauber inszeniert und man hat aus dem Budget herausgeholt, was herauszuholen war, was sich am, im Gegensatz zum Vorgänger, Einsatz an Pyrotechnik bemerkbar macht. Hier kracht es regelmäßig und es wird ordentlich was in die Luft gejagt. Somit wirkt der Film einfach etwas größer.

Auch das Finale hat seine Qualitäten. Hier kommt es zu einem richtigen Showdown. Ausgeschmückt mit ein paar Stunts und Feuerbällen, macht das auch ordentlich was her. Natürlich ist das nicht zu vergleichen mit anderen Produktionen aus dem Genre zu dieser Zeit. Die Action-Szenen kann man nicht mit größeren Filmen vergleichen, dennoch sind sie in ihrem Bereich solide. Der Humor funktioniert hier ebenfalls besser als in „Outgun“. Die Keilereien zwischen Dudikoff und Howard bekommen hier noch eine andere Note, da sie mittlerweile ein Paar sind und zusammen arbeiten müssen. Diese klassischen Beziehungsprobleme in Verbindung mit der Arbeit eines Kopfgeldjägers macht schon ziemlich Laune und ich hatte das ein oder andere Mal ein Lächeln im Gesicht. Dem Humor wird auch viel Raum gegeben, so dass man den Streifen gut als Actionkomödie bezeichnen könnte. Man sollte hier keine Schenkelklopfer erwarten, denn man bekommt hier nettes Geplänkel, mehr nicht. Die Darsteller tun ihr Bestes, vor allem Michael Dudikoff spielt sich fast schon einen Wolf. Er ist halt kein fantastischer Schauspieler, gibt sich aber sichtlich Mühe und harmoniert mit einer gut aufgelegten Lisa Howard, die ihr Übriges dazu beiträgt, dass die Chemie stimmt. Der Rest unserer Besetzungsliste sind unbekannte TV-Nebendarsteller, die, sagen wir mal, den Mindestanforderungen für so einen Film gerecht werden. Moment, da ist doch noch jemand, der sogar recht bekannt ist. Richtig, wer genau hinsieht entdeckt Hollywood-Legende Tony Curtis als Mafia-Paten mit gefühlt 10 Minuten Screen time. Der, zu dem Zeitpunkt, aufgedunsene „Manche mögen’s heiss“-Star hat wahrscheinlich Geld gebraucht um die Suchttherapie zu bezahlen und sich dazu erbarmt seinen Namen für den Film herzugeben und ein bisschen im Bild zu stehen, wobei er allerdings aussieht als wäre er 1 Minute vor dem Take an einem beliebigen Ort aufgewacht und wirkt, als wäre er nicht ganz so nüchtern, aber egal es ist Tony Curtis.

„Bounty Hunters 2 – Hardball“ ist wirklich ein netter Action-Klopper. Etwas unspektakulär und mit einer lahmen Story versehen, kann der Film durchaus unterhalten. Einige gute Szenen, ein paar schöne Kämpfe und freudige Scharmützel zwischen den Hauptfiguren, machen die „Direct-To-Video“ Produktion gut anschaubar, wenn man keine großen Erwartungen hat und eine gewisse Sympathie für das Genre und für Michael Dudikoff hat.