Brandzeichen der Hölle (1990)

Gebannt beobachtet die Reporterin Sharon die unterirdischen Ausgrabungsarbeiten. Plötzlich zuckt sie wie von einem Blitz getroffen zusammen und ist für wenige Sekunden besinnungslos. Dann greift sie in Trance nach dem glühenden Stein im Inneren der Grabkammer. Eine unheimliche Macht ergreift Besitz von ihr.
Kurze Zeit später herrscht Panik auf dem US-Marine-Stützpunkt. McKee, ein junger Marine, wird des bestialischen Mordes an mehreren Mitgliedern des gefürchteten Belfardo-Clans beschuldigt. Die Opfer tragen ein ominöses Brandzeichen auf der Stirn.
Ex-Captain Buck und Major Haines wollen die Unschuld ihres Kameraden beweisen, doch McKee flüchtet aus dem Gefängnis. Nach weiteren Bluttaten an Mitgliedern des Clans eskaliert die Gewalt. Und immer ist Sharon in der Nähe. Gibt es eine Verbindung zwischen dieser Frau und dem Brandzeichen der Hölle? Buck und Haines ziehen in einen aussichtslosen Kampf.

 

BRANDZEICHEN DER HÖLLE, der im Originaltitel DEMONSTONE heißt, wurde 1990 von Regisseur Andrew Prowse gedreht. Eine Mischung aus Action, Horror und einem Hauch Mystery. Es war Prowse sein zweites Werk als Regisseur für Spielfilme, nur ein Jahr zuvor drehte er den Streifen “Driving Force”. Nach BRANDZEICHEN DER HÖLLE folgten noch diverse Angebote bekannter TV Serien. Doch Prowse gilt als Multitalent, er arbeite auch an vielen anderen Projekten entweder als Cutter, Produzent oder Drehbuchautor mit. Somit kann er auf eine vielfältige Laufbahn im Filmgeschäft zurückblicken. 

Die Handlung ist recht simpel und einfach gestrickt. Ausschweifende Dinge oder unerwartende Geschehnisse sind von Anfang an aus dem Weg geräumt. Dazu kommen viele OFF Kommentare, die mehr den Plot zerstören als ihn voran zu treiben. BRANDZEICHEN DER HÖLLE entwickelt sich von anfänglichen Söldner Getue ab und driftet in den Okkult Bereich. Eine fließende Mischung ist leider kaum vorhanden. Durch den abrupten Wechsel vom Actionbereich in den Okkult nimmt das Tempo sehr viel Fahrt ab. Mühsam plätschert die Story vor sich hin. Erst im letzten Drittel schafft der Plot wieder an Tempo zuzulegen und bietet solide Actionkost mit allerlei Schusswechsel, Explosionen.

In der Hauptrolle ist Jan-Michael Vincent, bekannt als Pilot des bekannten Kampfhubschraubers “Airwolf” zu sehen. Vincent drehte in den 70er und 80er Jahre zahlreiche Filme, bevor Ende der 90er Jahre seine Karriere steil bergab ging. Man denke da nur an “Straße der Verdammnis” von 1977 oder auch “Die Schläger von Brooklyn” von 1980. In BRANDZEICHEN DER HÖLLE wirkt er aufgrund seines Aussehens sehr deplatziert. Der Zahn der Zeit hat am ihn schon mächtig genagt und seine optische Darstellung als Soldat wirkt eher unglaubwürdig. In weiteren Rollen sind noch R. Lee Ermey und Nancy Everhard zu sehen. Die beiden sind auch in vielen weiteren bekannten Filmen und TV Serien vertreten.

Als Schauplatz des Geschehens wurden für den Film die Philippinen auserwählt. Durch die Auswahl verhilft das dem Okkulten im Film zu mehr Glaubwürdigkeit, wer weiß was viele Kulturen noch alles für Bräuche und Traditionen haben, die noch immerhin weitgehend unausgeforscht sind. Die Drehorte waren vor allem in den 70er und 80er Jahren sehr beliebt bei den Produzenten, allein schon aus Kostengründen. 

Als simpler B-Movie im Action Genre funktioniert der Streifen ganz ordentlich, auch wenn die Action hier etwas zu kurz kommt, doch alleine das Finale und die Fights zwischen der einheimischen Armee und den Amerikanern in einem kleinen Dorf sind eine Augenfreude. Betrachtet man ihn als Okkult-Thriller weiß er auch zu glänzen, das Geheimnis eines längst vergessenen und ausgestorbenen Stammes birgt Gefahren und Geheimnisse. BRANDZEICHEN DER HÖLLE beinhaltet auch ein paar sehr blutige und splatterige Szenen, die allerdings in der deutschen Version leicht gekürzt wurden.

BRANDZEICHEN DER HÖLLE ist zwar ein solider und durchaus interessanter Film, aber für reine Action Fans kaum eine Empfehlung wert, ebenso für die Okkult Fans. Ein Mittelmaß vieler Dinge, deswegen wahrscheinlich auch in der Masse der Filme fast völlig untergegangen und kaum bekannt. Wer nun doch in den Genuss kommen möchte, muss nach einer VHS Ausschau halten, die leider auch noch etwas gekürzt wurde. Es gab ihn hier nur als Kaufversion in einer großen Klappbox mit Einleger.