Captain Power and the Soldiers of the Future (1987)

Lange nach der Zeit des sogenannten Metallkrieges, als die Roboter über die Menschheit triumphierten und Lord Dread ein Cyborg die Herrschaft über eine verwüstete Welt an sich gerissen hat. Wir schreiben das Jahr 2147. Lord Dreads Roboter-Armeen halten die wenigen überlegenden Menschen, die sich in den Ruinen der einstigen Städte und Metropolen eine neue postakpokalyptische Welt geschaffen haben, unter Kontrolle und unterdrücken erbarmungslos jeden Widerstand. Nur eine kleine Gruppe von Menschen leisten dem Tyrann und seinen Robotern Widerstand. Vier Männer und eine Frau, ausgestattet mit High-Tech-Kampfanzügen, die sie zu einer Einmann-Armee verwandelt, setzen alles daran, sich Dreads Herrschaft zu widersetzen und den Menschen neue Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben…

Captain Power and the Soldiers of the Future dürfte wenigsten den Älteren unter uns noch etwas sagen, da diese Serie in den 1980ern eigentlich nur ein einziges Mal 1989 auf dem damaligen RTL Plus ausgestrahlt wurde und sonst nur sehr selten noch auf VHS von New Vision zu bekommen ist. Ich persönlich hab diese geniale bis Datum ziemlich neuartige Serie  damals auf den holländischen TV-Sender gesehen, der mit unter dem damaligen ganz neu heraufkommenden Privatfernsehen die Alternative zu den Öffentlich Rechtlichen darstellte, zeigte das holländische Fernsehen damals Filme und Serien im TV, die in Deutschland noch einige Jahre auf sich warten ließen bevor sie auf deutsch auf einend er wenigen TV-Sender liefen.

An Captain Power and the Soldiers of the Future erinnere ich mich deshalb so gerne, weil diese Serie für mich etwas völlig neues, so ganz anders als Raumschiff Enterprise darstellte, auch in ihrer Aufmachung und Erzählungsweise darstellte. Hier war ähnlich den in den 1980ern recht beliebten Endzeitfilmen wie Mad Max, die Erde schon nach etlichen Kriegen verwüstet und ein Despot, halb Mensch, halb Roboter, aber früher selbst ein ehrgeiziger Wissenschaftler gewesen, regiert über diese postapokalyptische Welt. Der Fiesling wird mit einem hervorragendem  Kostüm von David Hemblen verkörpert, den einige als Jonathan Doors aus der TV- Serie Earth: Final Konflikt nach der Idee von Gene Roddenbery kennen müssten. Hemblen spielt zwar in Captain Power and the Soldiers of the Future den Tyrann, allerdings wirkt er trotz seiner vielen mechanischen Ersatzteile noch sehr menschlich, ist er nicht einfach nur eine gefühlslose Maschine sondern stellt auch das Opfer seines eignen Ehrgeizes dar, der ihn in diese bizarre Gestalt verwandelte.

Die Widerstandsgruppe um Captain Power, die sich Dread und seinen Robotern widersetzt besteht aus Tim Dunigan, Peter MacNeill, Jessica Steele,  Svren Ole-Torsen und Maurice Dean Wint, die in ihren Kampfanzügen, die sie ähnlich wie bei den Power Rangers, per Knopfdruck und dem Spruch “Power on!” in übermenschliche Supersoldaten verwandelt und sie in einer Art futuristischen Robin Hood-Geschichte gegen das Böse für die Existenzberechtigung und Individualität der Menschheit kämpfen lässt… da Dread die Menschen digitalisieren will, um sie erstens einer höheren Bewusstsein-Ebene zu zuführen, aber sie auch gleichzeitig mit dem Super-Computer Overmind zu verschmelzen.     

Was auffällt in Captain Power and the Soldiers of the Future sind die komplett am Computer erschaffenen Roboter (Biodroids) Blarstarr und Saoron, die aus heutiger Sicht zwar noch recht plump und zu künstlich wirken, aber damals eine echte Sensation waren. Auch die Brustpanzer der übrigen Roboter-Soldaten hatten eine für die Serie typisches Erkennungsmerkmal; er blinkte unaufhörlich, was diese Soldaten noch viel futuristischer erscheinen und die Serie noch moderner wirken ließ. Dieses Neongeflacker tauchte öfters im Film auf , auch auf seltsamen Metallkustrukten im Abspann der Serie, die mich (wie ich auch schon als BudtheCHUD in einem anderen Review zu dieser Serie schrieb) immer an den Flug In krieg der Sterne durch die Schluchten des Todessterns erinnert. Angeblich dienten diese Neon-Schilder dazu für ein interaktives Eingreifen seitens des Zuschauers  mittels einer infrarot Strahlenpistole, das aber wohl nur auf den VHS – Veröffentlichungen funktionierte.

Wie auch andere Serien in den 1980ern galt die Botschaft des ganzen Towabohoo der Aussage, das nichts wertvoller als Freiheit ist, un das man nur durch Teamwork gemeinsam ein Ziel erreicht. Eigentlich keine neue Botschaft, aber sie wurde halt immer wieder gerne  in TV-Serien verwendet. Wie ich schon anfangs erwähnte, gibt es die Serie, jedenfalls 22 Folgen auf 4 VHS-Kassetten verteilt nur noch recht selten, aber in den USA ist die komplette Serie auf DVD von VSC  erschienen, allerdings in englischer Sprache im NTSC-Format, aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese geniale Serie auch bei uns den Weg auf ein digitales Medium findet.