Carnosaurus

Was heute viele Labels mit dem Namen „SyFy“ und „Asylum“ ständig praktizieren, war in den 80er und 90er Jahren schon durchaus eine bekannte Methode auf einem fahrenden Schiff aufzuspringen. 1993 startete „Jurassic Park“ in den Kinos, wieso dann nicht eine eigene Variante mit ein wenig mehr Härte drehen mit dem Titel Carnosaurus und an den Mann und Frau bringen? Das dachte sich wohl auch Produzent Roger Corman und inszenierte im selben Jahr doch bereits vorm Kinostart vom großen Bruder seine Variante vom Dinopark. Wer den Namen Roger Corman liest und kennt, sollte bewusst sein auf was er sich filmisch da einlässt. Hier bekommen wir Trash vom Feinsten auf dem Silbertablett serviert. Garniert mit brutaler Gewalt und jede Menge Splattereffekte – alles Handgemacht!

Der Mensch hatte sich schon immer vorgestellt, wie das wohl wäre wenn wir zeitgleich mit den Dinosauriern leben würden. Diese Thematik wurde schon in den 70er Jahren auf komödiantische Art und Weise in bewegten Bildern umgesetzt. Somit ist die Grundidee der Story nicht sonderlich neu und innovativ, dazu nehmen wir noch einen verrückten, wahnwitzigen Professor, in Carnosaurus jedoch in weiblicher Form. Die Idee einen Dinopark zu errichten, und die Menschen als Mittel zum Zweck mißbrauchen. Somit werden die Frauen der Welt als Versuchskanninchen benutzt um die neue Rasse auf die Welt zu bringen. Mit der allseits bekannten Frage: Was war zuerst da, das Ei oder die Henne? In diesem Fall das Ei!

Carnosaurus ist ein durchschnittlicher Tierhorrorfilm mit billigen und einfachen Effekten, zumindest was die Dinos angeht. Hier wurden unter anderem Stop Motion Effekte und Mann in Gummikostüm benutzt. Die durchschnittliche Story wurde noch mit allerlei blutigen Effekten und Splattereinlagen bestückt, doch zumeist geschehen die Bluttaten im verborgenen Licht der Nacht. Doch die Kamera hält schön oft direkt drauf aufs Geschehen und somit sieht man wenigstens das Ende der Angriffe der Dinosaurier. Durch die Verlagerung der Geschichte in der Nacht und in einem dunklen abgeriegelten Labor schaffte es Corman eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Die verhält sich sehr konstant bis zum Ende des Films und hält den Zuschauer bei Laune.

Schauspielerisch betrachtet bewegen sich alle Darsteller eher auf mittleren bis unterem Niveau. Keiner sticht besonders hervor und kann sich von den übrigen Charakteren deutlich abheben. Zur Story sollte man noch erwähnen das sie halt Corman typisch etwas wirr und konfus rüberkommt – eins seiner Markenzeichen. Der Fan solcher Filme wird sowas lieben und schätzen, und andere nur schmunzeln und den Kopf schütteln. Frauen erkranken an einem künstlichen Virus, werden schwanger und legen dicke grüne Eier, aus denen nachher dann die Saurier schlüpfen.

Trotz des damaligen recht geringen Erfolges von Carnosaurus wurden insgesamt zwei weitere Fortsetzungen gedreht, manche betiteln den Film „Raptor“ sogar als geheimen vierten Teil der Reihe. Wer nun Interesse an der anderen Version von „Jurassic Park“ verspürt, kann sich Carnosaurus entweder auf VHS oder DVD zulegen. Doch Vorsicht! Das Label „Best Entertainment“ veröffentlichte den Film auch in einer stark gekürzten Version mit dem Coveraufdruck „Neuen Version“. Nur die FSK 18 Version enthält alle blutigen Szenen und ist komplett ungeschnitten, jedoch bewegt sich das Bild von der Qualität eher auf VHS Niveau.