Chained Heat 2 – Exzesse im Frauengefängnis (1993)

Die hübsche Amerikanerin Alexandra freut sich auf Prag, doch sie gerät geradewegs in die Hölle! Aufgrund des Besitzes von Heroin, das zuvor heimlich in ihr Gepäck geschmuggelt wurde, wird sie bei der Ankunft festgenommen und zu zehn Jahren im berüchtigten Frauengefängnis Razick verurteilt, wo sie bereits von der sadistischen Vorsteherin erwartet wird. Alexandra und ihr jungen Leidensgenossinnen versinken in einem Sumpf der Erniedrigung, werden zu perversen Spielen gezwungen ohne zu wissen, dass ihnen das Furchtbarste noch bevorsteht…

 

In den 70er und 80er Jahren waren die WIP (Woman In Prison) Streifen beim Bahnhofskino und Videotheken durchaus beliebt. Ein Jahrzehnt später, konnte man damit kaum einen Hund hinterm Ofen hervorlocken. Besonders nicht, wenn es sich um eine Fortsetzung handelt, wo der Vorgänger schon 10 Jahre auf dem Buckel hat.

Konnte Teil 1 von der CHAINED HEAT Reihe noch mit Schauspielern punkten, so driftet Teil 2 in die untersten B-Schubladen ab. Linda Blair, Henry Silva, Tamara Dobson, John Vernon, Sybill Danning – das waren noch Namen die einen auf einen Film aufmerksam machten. Aber eine Brigitte Nielsen? Vor allem wird sehr oft ihr Name auf Covern, Postern falsch geschrieben. Die Ex-Frau von Sylvester Stallone, Möchtegern Erotik Model und Dschungelcamp Teilnehmerin in einem Knast Streifen? Nun ja, ich schaut schon vor geraumer Zeit den ersten Teil der mittlerweile aus drei bestehenden Filmreihe. Nun war Teil 2 dran.

Rosa Tütü

Mit voller Erwartung an nackte Tatsachen, schmuddelige Dschungelaction und einem Frauengefängnis der besonderen Art startete ich den Film. Doch was ist das? Das Setting was ein Gefängnis darstellen soll, ist eine alte herunter gekommene Fabrik. Die Zellen sehen genauso aus, darin ein paar alte Krankenhausbetten. Ok, das Setting ist schon stimmig, vor allem wurde hier als Schauplatz das Land Tschechien auserwählt. Das es auch dort Ecken gibt die nicht mit Geld vollgesteckt sind, ist einleuchtend. Aber so sieht doch kein Gefängnis aus?

Es dauert nicht lange und die Nielsen ist im Bilde. Im adretten Grauen Kostüm, Schulterpolster und gegeelte Haare in Rot. Passend dazu eine rosa Krawatte, wahrscheinlich sollte das dem Zuschauer zeigen das sie eine Frau ist. 

Nun zu den Gefangenen. Alles aalglatte Püppchen. Reine Haut, wohlgeformte Körper und Silikon im oberen Brustbereich. Und wo sind die anderen? Natürlich darf die bekannte und erwartete Duschszene nicht fehlen. Zwar duschen sie hier immer nur zu zweit, aber gegenseitig einseifen ist drin. Doch die Kamera bleibt Jugendfrei. Anstatt wie bei Teil die ganzen Körper einzufangen, werden hier die Nippel im Zoom behalten. Vielleicht war der Kameramann ein Fetischist, wer weiß! Nicht mal Busch ist zu sehen, auch außerhalb der Mauern nicht!

Excesse – vor und hinter der Kamera

Die Story sofern man von einer sprechen kann, plätschert so langsam vor sich hin. Hin und wieder bekommt man ein paar Szenen im Gefängnis gezeigt. Folter und Demütigung zumeist nur verbal. Ein harter Frauenknast und nette Worte, das passt nicht zusammen. Die Frauen werden natürlich wie fast immer im Genre an reiche Männer verkauft, ausgeliehen um deren Gelüste zu stillen. Die Direktorin (Nielsen) natürlich vom gleichen Ufer wie die Insassen gönnt sich auch ab und an einen Happen. 

Nielsen ist recht wenig zu sehen. Zumeist nur kurze Dialoge und eine leicht angehauchte erotische Szene im schicken Abendkleid und langer rothaariger Perücke. Ohje.

CHAINED HEAT 2 kommt kein Stück an seinen Vorgänger heran. Die darstellerischen Leistungen sind auf einem Amateur Level. Auch was das Drehbuch angeht, waren hier wohl Amateure am Werk. Abschauen von anderen Vertretern aus dem Genre ist ja nicht verkehrt, aber dann auch bitte dementsprechend umsetzen. Regisseur Lloyd A. Simandl insznierte auch noch den dritten Teil der Reihe – der steht mir noch bevor.

CHAINED HEAT 2 ist auf VHS und DVD erschienen. Viele Versionen um satte 25 Minuten geschnitten. Somit sieht man nichts mehr an Haut und Gewalt. Gewalt? Achja, da waren ja noch ein paar Shootouts und Explosionen, die recht ansehnlich waren. 

Wahrscheinlich ist der Film nur was für Komplettlisten wie mich einer, oder ein heimlicher Anhänger von der Nielson, ach ne das heißt ja Nielsen!

Wer sich nochmal die Kritik zum ersten Teil durchlesen möchte, braucht nur noch auf den Link zu klicken! Link