Cheerleader Camp (1988)

Eine Gruppe von Mädchen verbringt die großen Sommerferien in einem Trainingslager für Cheerleader. Als eines der Mädchen erstochen aufgefunden wird, fällt der Verdacht sofort auf die Anführerin Allison, die seit einiger Zeit von grauenhaften Alpträumen heimgesucht wird. Doch dem geheimnisvollen Schlitzer fallen noch weitere Mädchen zum Opfer.

 

Sich als seinen ersten filmischen Beitrag das Horror Genre auszusuchen ist schon mutig genug, dazu noch das Sub Genre Slasher und es wird noch waghalsiger. Zuviele Klassiker und Geheimtipps tummeln sich dort und oft haben es andere Produktionen dabei schwer gehabt dagegen anzustinken. So auch 1988 als sich der Regisseur John Quinn mit BLOODY POM POMS oder auch unter CHEERLEADER CAMP bekannt versuchte Fuß zu fassen. Auch fungierte Quinn als Produzent des Films, und werkelte am Drehbuch mit. 

Routiniert arbeitet Quinn die Klischees solcher Slasher Streifen runter, vor allem waren in den 80er Jahren viele Filme mit der Thematik Feriencamp in den Videotheken vorzufinden, egal ob Komödie oder Horror. Sozusagen besteht CHEERLEADER CAMP aus Sex, blanke Brüste, sexy Mädchen und natürlich bestialische Morde an Ihnen. Natürlich dürfen weitere Randgruppen nicht fehlen, und so tauchen auch ein etwas übergewichtiger Junge und ein Möchte Gern Macho auf, die versuchen die jungen Cheerleader bei jeder Gelegenheit nackt zu sehen und mit ihnen ein Date einzugehen. 

Vieles erinnert an die “Freitag der 13.te” Filmreihe, vor allem das Feriencamp an einem See, weit abgelegen in einem tiefen Wald. Die Story von CHEERLEADER CAMP besitzt durchaus spannende Momente, doch atmosphärisch sieht es recht mager aus. Vieles nervt einfach nur, vor allem teilweise die dummen und flachen Sprüche unserer Charaktere. Dazu manche Handlungen unserer Darsteller, die kaum bis gar nicht nachvollziehbar sind. Auch gesellen sich ein paar sehr softe Sexszenen zum Plot dazu, die aber mehr urig und kurios als anschaubar sind.

CHEERLEADER CAMP ist nur was für hartgesottene Slasher Fans, die nicht genug von der Thematik bekommen. Wer etwas neues und frisches erwartet, wird sicherlich sehr schnell ermüdet und gelangweilt auf die Mattscheibe schauen. 

Doch anstatt nur negative Aspekte aufzuzählen, gibt es auch positives zu berichten. Das Ende ist sehr spannend und für die Verhältnisse gut umgesetzt. Die Identität des Killers bleibt lange im Verborgenen. Die Gewaltdarstellung wirkt nicht übertrieben und extrem künstlich inszeniert und weiß zu gefallen. Desweiteren tauchen im Cast auch ein paar bekannte Namen und Gesichter auf. Allen voran die dunkelhaarige Schauspielerin Rebecca Ferratti. Sie kennt man auch aus “Gor” aus dem Jahr 1987, “Silent Assassins” von 1988 und aus “Cyborg 3” als Elexia aus dem Jahre 1995. In weiteren Rollen ist Betsy Russell zu sehen, sie dürfte vor allem aus den “SAW” Streifen 3 bis 5 sehr bekannt sein.

In Deutschland ist CHEERLEADER CAMP nur vom Label “New Vision” in der geschnittenen Fassung erschienen. Wer in den ungeschnittenen Genuss kommen möchte, dem empfehle ich die amerikanische DVD vom Label “Anchor Bay”. Sie bietet ein klares, sauberes und scharfes Bild, und dazu eine wohlklingende Englische Tonspur. Ob die Slasher Freunde hierzulande mal in den ungekürzten Genuss kommen werden, ist bislang unbekannt. Der Film befand sich von 1991 bis 2016 auf dem Index und wurde gemäß Ablauf der Frist von der Liste entfernt. Vielleicht erbarmt sich mal ein Label und bringt uns diesen Streifen würdig ins heimische Wohnzimmer.