Chicago Poker (Truck Turner) (1974)

Mack Truck Turner (Isaac Hayes) und sein Partner Jerry (Alan Weeks) sind Kopfgeldjäger, welche Kautionsflüchtlinge wieder einfangen. Doch als sie den Zuhälter Gator (Paul Harris) schnappen wollen, kommt dieser zu Tode. Darauf wird in der Unterwelt eine Prämie auf Truck und Jery ausgesetzt, die sich von da an bezahlten Killern stellen müssen…

 

In den 70ern befeuerten unzählige Sub-Genres des Exploitationfilms die schmuddeligen Bahnhofskinos und Drive-In-Lichtspielstätten dieser Welt. Eine Spielart erfreute sich in den frühen Jahren dieses Jahrzehnts besonderer Beliebheit. Der Blaxploitationfim. Gängige Action-Thriller, zugeschnitten auf ein afroamerikanisches Publikum, die sich somit ihr eigenes Kino formten. Angesiedelt in modernen Großstädten, zwischen Pimps, Nutten, Drogen und zwielichtiger Afro-Coolness, räumten dunkelhäutige Helden wie Shaft, Superfly, Dolemite, Coffy oder eben Truck Turner auf. Die Blaxploitationfilme waren recht erfolgreich und es folgte ein B-Movie nach dem anderen. Denn was anderes waren die Filme nicht, wir befinden uns ja hier im “Grindhouse Corner”.

Produziert von “American International Pictures”, der früheren Company von Roger Corman, kam 1974 “Truck Turner” in die zwielichtigen Lichtspielhäuser. Soul und Funk Komponist Isaac Hayes, der besonders mit seinem Score zum Kult-Hit “Shaft” berühmt wurde, tauschte hier sein Piano gegen Wumme und präsentiert sich hier als Star und Hauptdarsteller. Der Film folgt den gängigen Mustern des Genres. Truck Turner befasst sich hier als Privatdedektiv mit ganz bösen Jungs unter anderem mit einem Drogendealer. Nachdem Truck ihn abknallt, trachten ihm dessen Pimp-Freunde nach dem Leben.
Mehr Story gibt es nicht und brauch es auch nicht für einen kurzweiligen, unterhaltsamen Reißer. Der Streifen bietet alle Zutaten: Luden in lustigen Outfits, Titten, dicke Knarren, harte Sprüche, Geballer und ordentlich Schellen. Isaac Hayes darf hier obercool dem kriminellen Mob den Arsch aufreißen. Als sein Gegenspieler fungiert Yaphett Koto als Ober-Lude Harvard Blue. Koto dürfte gängigen Kino-Freunden aus “Alien”, “Midnight Ride” oder “Across 110th Street” bekannt sein. Die meisten werden ihn als Gegenspieler von Roger Moore in “James Bond 007 – Leben und Sterben Lassen” in Erinnerung haben. Der Rest des Casts setzt sich aus weitgehend unbekannten Darstellern zusammen. Regie führte Jonathan Kaplan, der diverse Exploitationfilme drehte, unter anderem für Roger Corman.
Isaac Hayes sorgte auch hier für den Soundtrack, der zwar dem von Shaft sehr ähnlich ist, aber trotzdem äußerst stimmungsvoll daherkommt. Warum der Film in Deutschland als “Chicago Poker” erschien kann auch niemand erkären. Der Film spielt weder in Chicago, noch wird hier gepokert, seltsam! In den USA erschien er jedenfalls unter “Truck Turner” und wurde im Double-Feature mit dem Pam Grier-Klassiker “Foxy Brown” vermarktet.

“Truck Turner” ist ein klassischer Badass-Blaxploitation-Flick. Harte Sprüche, coole Posen und die gängigen Zutaten der Afroamerikanischen Unterwelt in Verbindung mit einem funkigen Soundtrack machen den Film zu einem unterhaltsamen “Shaft-Epigonen” der durchaus unterhaltsam ist.

Der Film ist in Deutschland ungekürzt ab 16 Jahren auf DVD innerhalb der Action-Cult-Uncut Reihe unter der Nummer 15 erhältlich!