Chicken Park (1994)

Das die Italiener schon so manchen Film auf ihre Art und Weise sozusagen nachgedreht haben oder ihre eigene Interpretation der Story in bewegte Bilder verwandelt haben, ist nicht neu. 1993 kam Jurassic Park in die Kinos und löste eine Dinomanie bei den Menschen auf der Welt aus, diese Welle kam auch nach Italien und ein findiger italienischer Regisseur und Schauspieler dachte sich wohl, das kann ich auch.

Wir schreiben das Jahr 1994, also nur ein Jahr nach „Jurassic Park“ und der „Chicken Park“ ist eröffnet. Eine derbe Parodie auf den Blockbuster der Millionen einspielte. Regisseur und Schauspieler Jerry Cala machte sich ans Werk und brachte seine Version von Riesen Tieren auf Zelloloid. Statt Dinos rennen hier mutierte Hühner der unterschiedlichsten Rassen über eine Insellandschaft, die doch sehr stark an das große Vorbild erinnert. Aber nicht nur landschaftlich sind Gemeinsamkeiten zu entdecken, allein das große Tor zum Park ist ähnlich, jedoch mit einer mehrteiligen Klingelanlage ausgestattet, wo man auch bei „Gorky Park“ klingeln könnte! Oder auch eine neue Version des berühmten Russischen Roulettes, anstatt mit einem Revolver werden Handgranaten genutzt, wo sich in manchen einfach nur Cola oder Wasser befindet. Was die Stimmung noch etwas auflockert, sind Szenen wo sich Darsteller zum Publikum wenden und es mit einbeziehen, dazu noch der Schwenk zu einem Drehteam und der Gag ist schon fast perfekt.

Wer die Streifen aus den 80er Jahren wie „Top Secret“, „Die nackte Kanone“ oder auch „Die unglaubliche Reise in ….“ mochte, wird mit „Chicken Park“ seine Freude haben. Viele bekannte Gags aus anderen Produktionen fanden ihren Platz im Plot und wurden trocken und mit einem Hauch Slapstick gewürzt in Szene gesetzt. Manche Gags verpuffen leider auch ins Leere und bremsen den Streifen etwas aus. Doch nicht nur „Jurassic Park“ wird durch den Kakao gezogen, auch Filme wie „Addams Family“ haben ihren Auftritt und bieten so manche Running Gags.

In „Chicken Park“ passiert sehr viel, entweder im Hintergrund weil Nebencharaktere sich bei Dingen zu dämlich anstellen, oder weil ein Darsteller keinen Bock mehr auf den Film hat, und mit Anwalt und Agent droht, und das auch gegenüber der Kamera preis gibt.

Wer sich diesen Film anschaut, der sollte sich eines bewusst sein: Trash vom Feinsten!

Alle Schauspieler sind auf guten Niveau und bieten zufrieden stellende Leistungen, auch was die Sets und Kulissen angeht, kann man nicht meckern. Hier wurde auf viele Details geachtet, um dem Vorbild ziemlich nahe zu kommen, Kostüme der Schauspieler sind ebenfalls sehr identisch. Wer auf Mega Effekte ala „Jurassic Park“ hofft, wird traurig schauen, zumeist wurde die Schauspieler in andere Szenen hinein kopiert, oder die Hühner wurden durch angepasste Modellbauten gejagt und von einem passenden Winkel abgefilmt. Aber auch ein Riesenfuss eines Huhns den man recht schnell als Stamm einer Palme verwechseln kann bekommt man vor die Linse, denn nicht jeder Baum lädt zum pinkeln ein.

Wer bei „Chicken Park“ auf den Hauptdarsteller achtet, der zugleich auch der Regisseur dieses Films war, wird ihn sicherlich erkennen. Er spielte unter anderem auch in „Der Bomber“ von 1982 mit Bud Spencer mit, dort spielte er den Jerry – wie passend!

Um in den Genuss von „Chicken Park“ zu kommen, benötigt man einen Videorekorder, denn diese feine, kleine Trashperle gibt es hierzulande nur auf VHS. Eine digitale Veröffentlichung ist von keinem Label bisher angekündigt worden, er wäre aber sicherlich was für die bekannte cmv Trash Collection ein würdiger Kandidat!