Vampire, Blobs und maskierte Killer: Christophers Tipps für eine schaurige Halloween-Nacht!

Süßes oder Saures! Es ist wieder soweit, dass Kürbisfest steht vor der Tür und Filmfans legen sich ihre liebsten Grusel- und Horrorstreifen zu recht, um es standesgemäß zu feiern. Wenn die Kids um die Häuser ziehen, um Schokolade und andere Leckereien abzugreifen, flezen wir im Dunkeln auf der Couch und lassen es ordentlich flimmern, während wir auch unsere Bäuche mit ungesundem Süßkram vollstopfen. Dabei stellt sich aber immer wieder die selbe Frage: “Was gucken wir denn?” Eine gewichtige Frage, denn man will sich an einem so besonderen Tag ja keinen Fehlgriff leisten. Deswegen schaffen wir euch heute Abhilfe, denn pünktlich zu Halloween präsentiere ich euch meine sieben Favoriten für eine schaurige, unterhaltsame, sowie auch spaßige Horror-Nacht! Dann werfen wir uns mal ins Getümmel…

Die folgende Auflistung stellt KEIN Ranking dar!

 

1.) “Monster im Nachtexpress” (“Terror Train”, 1980)

Nachdem sie mit “Halloween” (1978) von John Carpenter ihren Durchbruch feierte, war Jamie Lee Curtis noch in ein paar weiteren Horrorfilmen ähnlicher Machart zu sehen, die ihren Ruf als “Scream-Queen” manifestierte. Während sie in “The Fog” (1980) noch einmal mit Carpenter arbeitete, waren Filme wie “Prom Night” (1980) eher Standardware. Auf den ersten Blick scheint auch “Monster im Nachtexpress” in diese Kategorie zu fallen, denn die kanadisch/amerikanische Ko-Produktion walzt genüsslich die bereits etablierten Slasher-Zutaten aus. Jedoch erzeugt der spätere Bond-Regisseur Roger Spottiswoode eine sehr gelungene Athmosphäre. Das Geschehen findet in einem Party-Zug statt und ein ehemaliger Studienkollege will sich für ein nicht so nettes Ereignis aus der Vergangenheit rächen und dezemiert unerkannt die verhassten Passagiere. Der Zug ist derweil eine große Kostümfete und alle wuseln in skurrilen Verkleidungen umher. So switcht auch unser Mörder von einem Outfit zum Nächsten. Man weiß das er vor Ort ist aber nicht unter welcher Maske er sich versteckt. Zwischen surrealer Partybeleuchtung und David Copperfield als Magier entsteht somit ein spannender, temporeicher, überraschender, sowie unterhaltsamer Teenie-Slasher, der wunderbar zum Halloween-Rummel passt und in dem Curtis als Final Girl noch einmal zeigen kann was sie drauf hat!

2.) “Der Blob” (“The Blob”, 1988)

1985 ergatterte der spätere Hollywood-Star Steve McQueen seine erste große Hauptrolle in dem B-Movie “Blob – Schrecken ohne Namen. 1988 bekam der Film ein zeitgemäßes Remake spendiert, welches dem Original in allen Belangen überlegen ist. Die Geschichte ist dabei gleich geblieben. In einer Kleinstadt breitet sich ein tödlicher Schleim aus, der Spaß daran hat, alles Mögliche zu absorbieren. Ist es eine auserirdische Lebensform oder steckt mehr dahinter? Genau das müssen Kevin Dillon, der hässliche Bruder von Matt Dillon, und “Saw”-Psychopathin Shawnee Smith herausfinden, während sie in dem rasanten 80er Schocker von Chuck Russell der tödlichen Substanz zu entfliehen versuchen. “Der Blob” punktet nicht nur mit einer charmanten Besetzung, sondern kommt ziemlich actionreich daher, denn der Film besitzt kaum Längen und treibt das Geschehen stets voran. Der Twist ist gut gesetzt und verschafft dem Ganzen einen besonderen Subtext. Horrorfans kommen aber auch auf ihre Kosten und bekommen einige wunderbare Effekte präsentiert, die sich heute noch mehr als sehen lassen können, denn der titelgebende Antagonist sorgt für einige eklige Zwischenfälle. “Der Blob” ist ein äußerst unterhaltsamer Streifen, der irgendwie öfters vergessen wird. Ein würdiger Kandidat fürs abendliche Filmprogramm!

3.) “Halloween 3 – Season of the Witch” (“Halloween 3 – Season of the Witch”, 1982)

Nachdem “Halloween” (1978) und “Halloween 2” (1981) große Kassenerfolge waren und besoders Teil 1 das die Regeln des Slasherfilms begründete, hatte Mastermind John Carpenter jedoch genug von Michael Myers und wollte in eine andere Richtung gehen. Jedes Jahr sollte es einen neuen “Halloween” geben, jedoch mit abgeschlossener Geschichte und wechselnden Darstellern, sowie dem Kürbisfest als zentrales Thema. “Halloween 3” stellt den ersten, und auch letzten, Versuch dar, denn der Film war ein großer Flop. Zu Unrecht! “Es”-Regisseur Tommy Lee Wallace liefert hier einen wunderbar abgefahrenen Genre-Mix vor, der sowohl Horror, als auch Fantasy und Science-Fiction vereint und dabei, trotz seines Trash-Appeals, verdammt gut unterhält. Die Hommage an Filme wie “Die Körperfresser kommen!” (1978) zeichnet sich durch eine gelungene Athmosphäre, coolen Ideen und einer rasanten, wie auch spannenden Erzählung aus. Dazu kommen Tom Atkins als Protagonist, ein paar schicke Gore-Effekte, sowie ein wunderbarer Synthie-Score, komponiert von Alan Howarth und Carpenter persönlich. Auch wenn die Geschichte um einen durchgeknallten Fabrikanten, der Stonehedge nachbaut, Roboter kommandiert und tödliche Halloween-Masken produziert, die Kinder in ekliges Gewürm verwandeln, ziemlich abgefahren ist, macht der Streifen jedoch ziemlich viel Laune und versprüht eine gekonnte 80er Grusel-Athmosphäre. Wer Michael Myers und seinen Streifzügen durch Haddonfield überdrüssig ist, der sollte sich mal “Halloween 3” vornehmen. Er hätte es verdient!

4.) “Die rabenschwarze Nacht – Fright Night” (“Fright Night”, 1985)

Bei diesem Film wird es etwas klassischer, denn dieses Mal widmen wir uns Vampiren, jedoch nicht mordlüsternen Bestien, wie wir sie aus Robert Rodriguez’ Granate “From Dusk till Dawn” (1996) kennen, sondern eher den klassischen Blutsaugern. Im Film bekommt es nähmlich der unscheinbare Charly Brewster, gespielt von William Ragsdale, mit seinem eigenen Nachbar zu tun, denn dieser entpuppt sich als waschechter Vampir mit hohem Frauenverschleiß. Nur blöd, wenn einem diese Geschichte niemand glauben will. So tut sich Charly mit dem selbstverliebten TV-Moderator Peter Vincent zusammen, dem Host der Show “Fright Night” und eine Hommage an Peter Cushing und Vincent Price, um seinem spitzzähnigen Nachbarn das Handwerk zu legen. “Chucky”-Regisseur Tom Holland war der Regisseur bei dieser unterhaltsamen und schwarzhumorigen Horror-Komödie, die voller kleiner Gags, schönen Effekten und athmosphärischen Grusel-Szenen steckt. Dazu gibt es noch Amanda “Marcy D’Arcy” Bearse in der weiblichen Hauptrolle. Der Film gehört zu meinen liebsten Filmen aus den 80ern und zeichnet sich auch durch spritzige Dialoge und sexuelle Anspielungen aus, die wesentlich zum Unterhaltungsfaktor beitragen. Mit “Fright Night 2 – Mein Nachbar der Vampir”, entstand 1987 eine Fortsetzung von Tommy Lee Wallace, welche die Klasse des Erstlings nicht ganz erreicht aber immernoch wunderbar zu unterhalten weiß. Als Double-Feature ebenfalls eine sichere Bank für Menschen, die es nicht nur derb wollen, sondern auch etwas für dezenten Humor übrig haben.

5.) “Die Nacht der Creeps” (“Night of the Creeps”, 1986)

Wir bleiben im humorvollen Breich und widmen uns einer wahren Granate, nähmlich Fred Dekkers “Night of the Creeps” aus dem Jahr 1986, welches eine wahre Wundertüte für Horrorfans darstellt. So inszeniert Dekker, der auch das Drehbuch schrieb,den Film fast schon als Parodie auf klassische Horrorfilme, würzt das Ganze noch mit Sci-Fi Elementen, bringt Zombies ins Spiel und feuert einen gelungenen Gag nach dem Anderen ab, ohne jemals lächerlich zu wirken. Wenn die Protagonisten auch noch nach bekannten Genre-Regisseuren benannt sind, werden Fans eine helle Freude haben. Den Vogel schießt aber Tom Atkins ab, der als grummeliger Bulle eine Punch-Line nach der anderen raushaut. Ansonsten ist die Geschichte um einen auserirdischen Parasiten, der Menschen in Zombie bzw. Creeps verwandelt temporeich inszeniert, chargiert zwischen Grusel, ein paar Gore-Spitzen und Hommage bzw. Komödie. Ein absoluter Stimmungsgarant für jede Halloween-Party, der auf keiner Liste fehlen sollte!

6.) “Bloodnight” (“Intruder”, 1989)

Zurück zur Slasher-Front mit einem eher unbekannten Titel, nämlich dem Low-Budget Film “Bloodnight”. Inszeniert wurde der Streifen von Scott Spiegel, der auch schon mit Sam Raimi an “Tanz der Teufel” und “Tanz der Teufel 2” arbeitete. Die Story dreht sich um einen Supermarkt, der kurz vor der Schließung steht und der während einer Nachtschicht mit Sonderangeboten und Preisreduzierungen ausgestattet werden muss. Die Angestellten sind beschäftigt, während eine Unbekannter durch das Gebäude zieht und eine blutige Spur hinterlässt. Der Slasherfilm mit Elizabeth Cox und Renée Estevez, die Schwester von Charlie Sheen, in den Hauptrollen punktet zwar nicht durch Originalität, dafür aber mit ein paar ironischen Szenen, sowie ordentlichem Gore. Hier geht es deftig zur Sache und die Protagonisten müssen auf sehr blutige Art und Weise ihr Leben lassen. Scott Spiegel holt aus dem Sujet einiges heraus und weiß das knappe Budget einzusetzen. Garniert wird das Ganze mit Sam Raimi in einer Nebenrolle, sowie Bruce Campbell in einem Gastauftritt. Ein stimmungsvoller, wenn auch routinierter Slasher, der jedoch als Genre-Kost ordentlich unterhält!

7.) “Creepshow” (“Creepshow”, 1982)

So eine Liste kann man ja gar nicht beenden, ohn einmal Stephen King zu erwähnen. Der wohl bekannteste aller Horror-Autoren, tat sich 1982 mit George A. Romero zusammen, um den Episodenfilm “Creepshow” zu realisieren, welcher zu Recht einer der besten Horrorwerke der 80er darstellt. Der Film besteht aus fünf Episoden, einem Prolog und einem Epilog und ist besetzt mit einer richtigen Star-Riege. Hier tummeln sich unter anderem Leslie Nielsen, Hal Holbrook, Adrienne Barbeau, Ed Harris und Ted Danson, die alle dem Film eine besondere Note verleihen. Während King für das Drehbuch zuständig war, konzentrierte sich Romero auf das Inszenieren und schuf gruselige, humorvolle, böse und auch deftige Episoden, die alle abwechlungsreich daher kommen. Über den Inhalt sei an der Stelle nichts verraten, denn “Creepshow” ist ebenfalls eine wahre Wundertüte und sollte von jedem einmal geshen werden. Und welcher Tag eignet sich da besser als Halloween?