Seit einer Ewigkeit jagt der Chicagoer Polizist Mike Norris (Chris Sarandon) den Serienmörder Charles Lee Ray (Brad Dourif), doch schließlich kann er ihn nach einer wilden Verfolgungsjagd in einem Spielzeugladen stellen und schwer verwunden. Mittels eines Voodoozaubers versetzt er jedoch vor seinem Tod seine Seele in das nächstmögliche „Gefäß“: eine „Good Guy“-Puppe, die einem kleinen Jungen mit roten Haaren nachgebildet ist. Genau diese Puppe ist es, die die finanziell knappe Verkäuferin Karen (Catherine Hicks) als Schnäppchen für ihren Sohn Andy (Alex Vincent) zum Geburtstag bei einen Obdachlosen erwirbt. Doch Charles Lee Rays Geist kann die Puppe kontrollieren und so muss als erstes die Babysitterin dran glauben. Das bringt wiederum Norris auf den Plan, der den Beteuerungen des kleinen Jungen, seine Puppe wäre böse, natürlich keinen Glauben schenkt. Zunächst zumindest…

Die „Child’s Play“ Filmreihe war nicht nur erfolgreich, sondern hat auch in vielen Ländern zu unzähligen Diskussionen geführt. Und das ist nicht verwunderlich, lauert das Böse in Chucky – die Mörderpuppe, so der deutsche Titel, in einem Spielzeug in Kindergestalt. Hinzu kommt, dass in Chucky – die Mörderpuppe ein 7 Jahre „junges“ Kind eben durch dieses scheinbar harmlose Spielzeug in tödliche Gefahr gerät. Andy-Darsteller Alex Vincent war gerade mal 7 Jahre alt, als Chucky – die Mörderpuppe entstand. Und ich finde, er hat eine Großartige Leistung erbracht. Aber man muss sich als Zuschauer schon fragen, wie die Filmemacher den Jungen dazu gebracht haben, all das darzustellen, was Alex in Chucky – die Mörderpuppe durchmacht. Man kann nur hoffen, dass man ihn nicht mit irgendwelchen miesen Tricks zu dieser Leistung gebracht hat, sondern man ihn hoffentlich genau erklärt hat, in was für eine Art Film er hier zu sehen ist. ^^

 Wichtig für mich ist, dass man Alex Vincent im Originalton hört, und nicht deutsch synchronisiert! Denn was die deutsche Synchronstimme betrifft, ist das Ergebnis in mein „Ohren“ sehr verheerend. Anscheinend hat man einen ca. 16 Jahre alten Jungen dafür eingesetzt und ihn durch technische Trickserrei wie einen kleinen siebenjährigen Jungen klingen lassen, aber ich finde, dass das nicht hörenswert ist. Und nachdem ich nun endlich die Gelegenheit hatte, diesen Film im Originalton anzusehen, dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Zeilen dazu. Eigentlich wollte ich es nicht, aber der Film hat mich so dermaßen „geflasht“ (ich hasse dieses Wort! ^^), dass ich mich dazu entschied, es doch zu tun und den Lesern auf dieses Highlight des Horrorfilms aus den achtziger Jahren hinzuweisen. Dazu muss ich aber erwähnen, dass ich diesen Film schon vor knapp zwanzig Jahren zum ersten Mal gesehen habe, seitdem aber nicht mehr, auch wenn die erste DVD Auswertung schon über zehn Jahre zurückliegt. Tja, da muss wohl erst eine innovative Filmgesellschaft kommen und eine Neuauflage erstellen und auf den Markt bringen, damit man sich auch mal wieder ältere Filme ansieht. 😉

 

Ich finde, Tom Hollands Film Chucky – Die Mörderpuppe ist auch nach über 25 Jahren immer noch einen Blick wert und kann sich sehen lassen. Neben guten, aus heutiger Sicht vielleicht altmodisch erscheinenden Animatronik-Effekten gibt es auch beinharte Autoaction und Explosionen, die sinn- und effektvoll zum Einsatz kommen. Schnelle Schnitte und eine gute Kameraarbeit lassen den Film auch heute noch temporeich aussehen und erhöhen damit die Spannung. Aber was mich am meisten nach dem Film „verfolgt“ hat, war die Abspannmusik. Sie besteht zwar nur aus synthetischen Klängen und einer einfachen Melodie, aber diese sind sehr wirkungsvoll und dynamisch eingesetzt, sodass die Melodie auch jetzt noch in meinem Kopf „nachhallt“. 😀

Erstaunlicherweise hat Chucky – die Mörderpuppe in Deutschland nicht die Zensurmaßnahmen erdulden müssen wie zu Beispiel in England. Dort gibt es anscheinend wohl bis heute keine unzensiert Fassung. Allerdings ist er dort auch ab 15 Jahren freigegeben, während in Deutschland Chucky – die Mörderpuppe für’s Kino und später auf Video ab 18 Jahren freigegeben wurde, und nach der Videoauswertung „nur“ auf den Index landete und hin und wieder geschnitten im Fernsehen lief. Aber das hat sich inzwischen geändert, und so ist Chucky – die Mörderpuppe nach Listenstreichung und Neuprüfung der FSK nun ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben und somit jugendfrei und kann, zumindest ab 22 Uhr Abends, ungeschnitten gesendet werden.

 

Für größeren Wirbel sorgten die Chucky-Filme (oder Child’s Play Filme, wenn man so will) in England. Am 12. Februar 1993 wurde in Bootle, England, ein gerade mal knapp drei Jahre altes Kind durch zwei zehnjährige Jungen ermordet. Man sah bei dieser Tat unter anderen einen Zusammenhang mit dem Konsum diverser „Gewaltvideos“, die einer der Väter der beiden Jungen sammelte, und darunter befand sich auch der Film „Child’s Play 3“, der in Deutschland unter dem Titel „Chucky 3“ veröffentlicht wurde. Man vermutete, dass die beiden Jungen Zugang zu diesen Videos hatten und sich Chucky für ihre Tat als Vorbild nahmen. Dies führte dazu, dass der Pay-TV Sender Premiere genau diesen Film nach einigen Wochen aus dem Programm nahm, da die Ausstrahlung von „Chucky 3“ und dem Verbrechen in England zum fast selben Zeitpunkt stattfanden. Im Nachhinein bestätigten sich aber die zuerst geäußerten Zusammenhänge nicht. Man sah eher einen Zusammenhang zwischen einem schlechten Elternhaus und mangelnder Erziehung, statt dem Konsum gewalttätiger Filme.

 

Chucky – Die Mörderpuppe gibt es als VHS und DVD. Hin und wieder läuft er auch im Fernsehen – bisher nur geschnitten. Man kann nur hoffen, dass die TV-Sender sich der neuen Freigabe bewusst sind und demnächst diesen gelungenen Film ungeschnitten zeigen werden.


PS: Für diesen kurzen Text habe ich ein paar Tage gebraucht, aber die Abspannmusik habe ich immer noch im Ohr!!!! FAN!

 

😀 😀 😀 😀