City Monster

In dem Sub-Genre „Rape & Revenge“ ist die Thematik der Selbstjustiz allgegenwärtig und ist ein fester Bestandteil der Materie. Die Blütezeit solcher Streifen war definitiv in den 70er Jahren fest verankert, bis weit in die 80er Jahre hinein. In den späteren Jahren hatte sich das Sehverhalten der Zuschauer geändert und nur noch vereinzelt tauchten Filme mit dieser Thematik auf.

Im Jahr 1974 drehte Bob Kelljan den Streifen „City Monster“, diesen Titel trug er in Deutschland, im Original lautet der Titel „Rape Squad“ was meiner erachtens auch viel besser klingt und mehr zur Story des Films passt. Aber zum Thema Filmtitel eindeutschen braucht man sicherlich nicht mehr viel Worte verlieren!

Die Darstellung und Inszenierung der Selbstjustiz ist in diesem Werk sehr ausgeprägt und ein fester Bestandteil der hier gezeigten Szenen. Doch auf stumpfsinnige Gewaltdarstellung wird verzichtet, was jedoch dank der psychischen Darstellung nicht vermisst wird. Fünf Frauen die sich allesamt von der hiesigen Polizei im Stich gelassen fühlt, tun sich zusammen um eine Art Frauenwehr zu gründen. Sie verteilen Handzettel und ermutigen andere Frauen, die entweder vergewaltigt oder belästigt werden sich zu melden, um Ihre Hilfe anzunehmen. Doch das primäre Ziel ist es endlich den Peiniger zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Doch der Täter trug eine Hockeymaske (ähnlich wie in Freitag der 13.te) und einen orangefarbenen Overall. Lediglich seine Stimme ist allen Frauen im Gedächtnis verblieben und seine marode Art das seine Opfer das Weihnachtslied „Jingle Bells“ entweder singen oder summen sollen. Das damalige Polizeiverhalten von männlichen Polizisten gegenüber den vergewaltigten Frauen wird korrekt dargestellt, erst Jahre später überdachte die Polizei in der Realität, ihre Methoden mit den Frauen zwecks Vernehmung und Verarbeitung der Geschehnisse.

Statt andere Peiniger und offensichtliche Täter mit simpler Gewalt Schaden zuzufügen, peinigen Sie sie. Sie bedrohen sie mit Waffen und verdeutlichen den Tätern das sie mit der Geschichte an die Presse gehen, oder benutzen eine abwaschfeste Farbe um das Beste Stück des Mannes zu kennzeichnen um ihn vor anderen Frauen zu warnen.

Der Spannungsaufbau verhält sich leider etwas zurück, zwar beträgt der Unterhaltunsgswert einen hohen Stellenwert, doch ein paar Längen sind im Plot des Films vorzufinden. Die Ermittlungsverfahren der Polizei werden meist nur angekratzt und beschränken sich oft nur auf Gegenüberstellungen potenzieller Täter – doch alles ist eher ein Martyrium für die gepeinigten Frauen. Die Story arbeitet gradlinig auf das Finale zu, der Peiniger steht kurz vor seinem Urteil der jungen Frauen. Alle 5 Damen des Squads sind in knappen und oft freizügigen Klamotten zu sehen, viel blanke Haut ist zu betrachten, jedoch wird nicht in den Erotik Sektor abgedriftet, die Fantasie, zumeist wohl der männlichen Zuschauer wird angeregt. Jedoch auch die anderen Frauen die die Frauenwehr zur Hilfe ziehen sind oft ins sexy Outfits zu bewundern. Solche Filme sind meist eher für das männliche Publikum bezogen und gedreht worden. Die Vergealtigungsszenen sind allesamt nur angedeutet und geschehen im Off – auf explizite Darstellung wie man es aus anderen einschlägigen Produktionen kennt wurde verzichtet, was ihm auch keinen Ärger mit der Zensur bescherte.

Wer sich die Fünf Frauen genauer anschaut, wird das ein oder andere Gesicht schon mal in anderen Filmen gesehen haben. Zwar allesamt keine Mega Hits aber durchaus interessante Titel, die sicherlich bei dem einen oder anderen in der Sammlung befinden. Sei es Jennifer Lee, die man auch in „Das Ritual“ von 1987 sah, oder Connie Strickland, die in „Der Rasiermesser-Killer“ von 1974 einen Auftritt hatte, oder auch Jo Ann Harris, die sogar 1971 an der Seite von Clint Eastwood stand im Film „Betrogen“.

„City Monster“ kann man als kleinen Geheimtipp für Fans von Rape & Revenge Filmen betrachten. In Deutschland ist er nur auf VHS vom Label „Media Entertainment“ erschienen, er hat eine Freigabe von 18 und befindet sich noch immer, oder besser gesagt schon wieder auf der Indizierungsliste. Er trägt das Leid einer Folgeindizierung – was heutzutage betrachtet eher altbacken wird, das hier auf explizite Gewalt und Darstellung der Vergewaltigungen verzichtet wurde.