Coluche – Brust oder Keule oder Präsident von Frankreich

Coluche – Geboren am  28.10.1944 in Paris, Frankreich; Gestorben 19.06.1986 in Opio, Grasse, Frankreich

Der Komiker Coluche, der mit bürgerlichen Namen Michel Gérard Joseph Colucci hieß, begann mit 26 Jahren seine Karriere als Unterhalter. Ab diesen Zeitpunkt nannte er sich „Coluche“. Besonders in Frankreich wurde er bekannt durch seinen sozialen Einsatz dem Protest gegen das Establishment und der Politik. Er wurde nur ein paar Wochen nach der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten im 14. Arrondissement in Paris geboren. Seine Mutter, Simone Bouyer, arbeitete als Floristin auf den Boulevard Montparnasse. Sein Vater, Honorio Colucci stammte aus Lazio in Italien und war ein Maler und Dekorateur. Als Coluche drei Jahre alt war starb sein Vater an Kinderlähmung  und so zog die Mutter Coluche und seine 18 Monate ältere Schwester alleine auf. Im Jahre 1958 beendete Coluche seine Schullaufbahn und versuchte sich in vielen Jobs. Aber er blieb nie lange, da er sich immer wieder mit seinen Chefs anlegte und gegen die Arbeitsbedingungen protestierte die zu dieser Zeit herrschten.  Während dieser Zeit bekam er von seiner Mutter eine Gitarre geschenkt und er brachte sich das Spielen selber bei. 1964 ging er zum 60ten Infanterie Regiment in Lons-le-Saunier. Wurde doch aber wegen „Insubordination“, sprich Ungehorsam, kurzzeitig inhaftiert.  Nach seiner unehrenhaften Entlassung arbeitete er zunächst im Blumengeschäft seiner Mutter. Aber nach einen langen Kampf mit seiner Mutter, indem er ihr offerierte, dass dieser Job dumm und langweilig ist, fing er an in Cafés zu singen und dies bereits mit humoristischen Einlagen.

1969 hatte er die Möglichkeit im „Cafe de la Gare“ aufzutreten. Das ist kein normales Cafe, sondern verbindet ein klassisches Cafekonzept mit dem Theater. Einige der besten Komödianten Frankreichs begannen dort wie z.Bsp. Miou-Miou oder Patrick Deware. Zu den Gründern gehörte u.a. Jaques Brel. Das Café wurde Anzugspunkt einiger der bekanntesten Schauspieler Frankreichs wie Gerard Depardieu oder Thierry Lhermitte. Der erste Sketch den Coluche dort spielte war über die Schwierigkeiten eine lustige Geschichte zu erzählen. Dieser Sketch wurde so erfolgreich das ihm dies zu Kopf stieg und er aufgrund seines großen Alkoholkonsums dem Cafe verwiesen wurde. Er gründete daraufhin eine eigene Comedygruppe namens „Die wahren Schönen von Paris“. Hier traf er auch seine zukünftige Frau Veronique Kantor. Sie heirateten 1975 und bekamen zwei Söhne: Marius und Romain. Aber auch in dieser Gruppe gab es Ärger aufgrund seiner Exzentrik und so verließ er auch diese und machte solo weiter.

Hier begann er mit seinen typischen Aussehen: weiße Tennisschuhe, blaugestreifter Overall , ein gelbes T-Shirt und seine runde Brille. Dies wurde sein Markenzeichen. Zweimal wurde er übrigens aus Radiostationen rausgeworfen, da er immer wieder gern zu vulgär am Mikrofon wurde.

Bekannt wurde er vor allen durch seinen Film „Brust oder Keule“ mit Louis de Funes oder auch „Am Rande der Nacht“, welcher ihn einen Cesar einbrachte.

Bei einer Pressekonferenz am 30.20.1980 gab er bekannt sich für das Amt des französischen Präsidenten zur Wahl stellen zu lassen.  Keiner nahm das ernst, bis es eine repräsentative Umfrage der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ gab am 14.12.1980 bei dem er sofort 16 % aller Stimmen bekam.  Er bekam sogleich Unterstützung von dem Pariser Verlag „Charlie Hebdo“. Nach viel Druck von Seiten der Politik gab er dieses Vorhaben auf. Aber er blieb dennoch der Politik ein Dorn im Auge. Er gründete das „Restaurant der Herzen“ im Jahre 1985. Diese Organisation sammelt Essen, Geld und Kleidung für die Bedürftigen und Obdachlosen. Bis heute gibt es jedes Jahr eine Konzertreihe die dafür Geld sammelt. Es arbeiten heute 40.000 freiwillige Helfer in 2.500 Restaurant oder Bistros mit, um die fast täglich 600.000 Hilfebedürftigen zu versorgen. Und all das gründete Coluche.

Coluche war ein begeisterter Motoradfahrer. So stellte er einen Weltrekord auf der Strecke von 1 Kilometer mit einem 750cc Motorrad auf: 252,087 KM/H. Das war 1985. Ein Jahr später hatte er mit einem Motorrad einen Unfall bei dem er in einen LKW rein raste. Hier bei verstarb er. Bis heute halten sich Gerüchte, er wurde von den „Oberen“ ermordet, da er viel Gutes tun wollte und machte.

Heute wird Coluche in Frankreich nicht nur geehrt, es wurde sogar ein Gesetz nach ihn benannt: die „Loi Coluche“. Hierbei handelt es sich um einen Steuererlass von bis zu 75 % für Bürger, die für bestimmte Organisationen spenden. Nach Coluche wurde nicht nur ein Komet benannte (Asteroid 170906), sondern auch eine Rose. Viele Plätze und Theater in Frankreich sind nach ihm benannt.

Er genießt bis heute eine große Popularität. Eben auch, weil er aus einer Arbeiterfamilie stammt und immer gegen das Establishment war und vielen eine große Hilfe bedeutet.