Crescendo – Die Handschrift des Satans (1970)

Die hübsche Studentin Susan fährt im Sommer für ein paar Wochen auf das Anwesen des verstorbenen Komponisten Henry Ryman in Südfrankreich, um ein Essay über sein Leben und Schaffen zu schreiben. Sie wird sehr warmherzig von der Witwe und ihrem querschnittsgelähmten Sohn Georges empfangen. Doch schnell merkt sie, dass es im Haus nicht mit rechten Dingen zugeht. Georges scheint von Lillianne, dem Dienstmädchen, abhängig zu sein. Lillianne besorgt ihm Heroin und will ihn zur Hochzeit zwingen, um als Herrin auf dem Anwesen zu leben. Georges warnt Susan noch und bittet sie schnallst möglich abzureisen, doch als das Dienstmädchen verschwunden ist, kann er sie zum bleiben überreden. Erst als es zu spät ist, kommt sie hinter das düstere Familiengeheimnis…

 

Im Jahr 1970 inszenierte Alan Gibson den Film CRESCENDO – DIE HANDSCHRIFT DES SATANS für die berühmten Hammer – Studios. Doch dieses Werk gehört eher zu den Unbekannten Filmen des Studios und unterscheidet sich zumindest optisch sehr von den anderen Werken. Zu seinen bekanntesten Filmen seitens von Gibson zählen weitere Hammer Filme wie “Dracula jagt Mini-Mädchen” von 1972 und “Dracula braucht frisches Blut” von 1973.

Hammer-Studios in the 70s

 

Als Spielort der zuerst verwirrenden Handlung tritt das Anwesen der Familie Ryman in Erscheinung, was sich in Frankreich befindet. Wie ein Kammerspiel mit wenigen Akteuren setzt sich das Anfangs verstörende Schauspiel zusammen. Schon zu Beginn ist eine Spannung zu spüren, die sich im weiteren Verlauf kontinuierlich steigert. Wie die Hauptakteurin Susan, gespielt von Stefanie Powers – bekannt aus der TV-Serie “Hart aber herzlich” bekommt der Zuschauer immer nur Bruchstücke der Ereignisse und der Vergangenheit der Akteure geboten.

Recht schnell merkt der Zuschauer, das hier etwas nicht stimmt. Viele der Beteiligten Personen tragen ihre Geheimnisse mit sich rum. Nur die Rolle der Susan wirkt im Vergleich zu den anderen relativ “normal”. Sie befindet sich zum Arbeiten auf dem Anwesen, um die Hinterlassenschaften von dem verstorbenen Komponisten Henry Ryman zu erfassen. Dass die letzte Komposition von ihm nie fertig gestellt wurde, dient als Aufhänger und Lockmittel.

James Olson bekannt aus “Andromeda – tödlicher Staub aus dem All” mimt hier den im Rollstuhl sitzenden George. Ein ehemalige Sportkanone, der kurz vor seinem Durchbruch als Tennis-Profi war und durch einen Unfall in den Rollstuhl gefesselt ist. Auch er trägt ein düsteres Geheimnis mit sich rum.

CRESCENDO besitzt viel Potenzial und ist eher ein ruhiger aber ausdrucksstarker Thriller Beitrag aus den Hammer-Studios. Das Flair der 70er Jahre wurde hier mit Kostümen, Ausstattung der Sets akribisch eingefangen und bildlich festgehalten. Doch zählt dieser Film zu den eher unbekannten Werken des britischen Filmstudios.

Wer nun ein Interesse an diesem Werk hegt, der sollte im Pay-TV die Augen und Ohren offen halten. Denn hierzulande ist er noch nicht mal auf VHS erschienen. Er wäre einer würdigen Veröffentlichung aus dem Hause “Anolis Entertainment” wert!