Curtains – Wahn ohne Ende (1983)

Sechs attraktive Schauspielerinnen versammeln sich in einer abgelegenen Villa, um mit ihrem Produzenten einen neuen Film zu besprechen. Doch mit der Anwesenheit des Produzenten und Regisseur John Stryker entsteht auf einmal eine düstere Atmosphäre, er ist bekannt für seine brutalen und ausgefallenen Methoden mit seinen Darstellern umzugehen. Die sechs jungen Frauen erleben ein Wochenende, das sie an den Rand des Wahnsinns treibt. Kurz darauf wird eine nach der anderen unter mysteriösen Umständen ermordet …

 

Die 80er brachten uns viele Slasher-Filme, Horrorstreifen, in denen ein geheimnisvoller und maskierter Mörder auf grausame Art und Weise Teenager über den Jordan schickt. Beeinflusst vom italienischen Giallo und mit Reihen, wie „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ zu internationalen Kino-Erfolgen avanciert, wurde der Zuschauer mit einer ganzen Flut ähnlich gelagerter Filme überschwemmt. Der kanadische Slasher „Curtains“ gehört wahrscheinlich nicht zur Speerspitze des Genres, jedoch ist Richard Ciupkas Beitrag ein relativ interessantes Horror-Stück, welches sich bemüht andere Wege zu gehen.

Die Handlung an sich ist relativ interessant gestaltet und bietet nicht den gewohnten Plot, in dem ein paar nervige Teenies an irgend einem Feiertag unlautere Dinge tun, nein hier bewegt sich die Story im Film-Business, in dem Nachwuchsdarstellerinnen auf dem Anwesen eines, ja nicht gerade liebenswerten, Regisseurs eintrudeln um für eine begehrte Rolle vorzusprechen. In diesem angenehmen Set-Up begleitet uns noch eine Nebenstory, die ebenfalls äußerst interessant ist. Der Schauplatz ist dabei der größte Trumpf. Die Villa bietet schöne verwinkelte Gänge und lässt ein wunderbares Grusel-Feeling aufkommen. Natürlich schreitet der Killer bald zur Tat, der mit seiner Maske durchaus furchteinflößend daherkommt. Regisseur Ciupka zeigt durchaus Talent für spannende Szenen. Gerade die Sequenz auf dem zugefrorenen See macht ordentlich was her jund zieht die Spannungsschraube ordentlich an. Das tröstet auch über den obligatorischen Leerlauf hinweg, denn bis auf zwei Hauptfiguren, bleibt die Riege aus unbekannten Damen relativ blass. Nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil ihnen nicht der Raum gegeben wird. Was dem Film an manchen Stellen recht gut tut, ist seine Doppelbödigkeit. Man weiß oft nicht ob das Gesehene real ist oder nur ein Fake, ein Traum oder eine Projektion. Doch Ciupka verzettelt sich auf langer Sicht etwas, da er dieses Stilmittel zu oft verwendet. Der Thrill gelingt ihm jedoch in den entsprechenden Killer-Jagden und Horror-Momenten ganz gut. Gerade eine finale Verfolgungsjagd zwischen Requisiten, offenbart sich in ihrer Inszenierung und Farbgebung als schöne Mario Bava Hommage, der mit „Blutiger Seide“ einer der Wegbereiter, des klassischen „Whodunits“ war, welcher sich als Vorbild für das amerikanische Slasher-Genre stilisierte. Hier fährt der Film ordentlich Tempo auf und verarbeitet gute Ideen. Neben relativ farblosen Darstellerinnen, wie es im Slasher ja üblich war, fallen John Vernon und Samantha Eggar am positivsten auf. Sie gewinnen Profil und und ihre Beziehung ist um vieles interessanter, als der Rest der Mischpoke. Trotzdem ist der finale Twist, die Auflösung, nach einiger Zeit vorhersehbar, mündet aber in einer befriedigenden Schluss-Sequenz. Der Soundtrack ist dazu recht belanglos und dem Zuschauer schwurbeln gängige Motive durch die Ohren, wie man sie in den meisten Filmen, dieser Ära zu hören bekommt, garniert mit etwas kitschigen 80er Popsongs.

„Curtains – Wahn ohne Ende“ ist ein durchaus unterhaltsamer Slasher, der zwar mit Längen und blassen Darstellern an den üblichen „Slasher-Syptomen“ leidet, jedoch gute Ideen hat und durchaus Spannung erzeugen kann. Auch wenn er sich immer mal verzettelt, leistet Richard Ciupka solide Arbeit und inszeniert einen kurzweiligen Genre-Film, der für Fans durchaus interessant sein könnte. Es gibt bessere aber auch weitaus schlechtere.

Der Film ist ungekürzt ab 18 Jahren auf Blu-Ray erhältlich, wobei die VÖ von „Alive“ am ehesten zu empfehlen ist.