Dance of the Demons 2 (1986)

In einem High-Tech-Hochhaus in Hamburg verzieht sich Sally während ihrer Geburtstagsparty in ihr Schlafzimmer, schmollt sie da ein unwissender Gast ihren Ex-Freund Jacob auf die Party eingeladen hat. Im Fernsehen läuft gerade ein Horrorfilm über die Dämonen, die einige Jahre zuvor die Welt terrorisierten. Sally ist fasziniert und vergisst beinahe ihre Party; doch das plötzlich ein im Film wieder erwachter Dämon aus dem Fernsehapparat in ihr Schlafzimmer kriecht hätte sie nicht für möglich gehalten. Er packt Sally und infiziert sie. Nun verwandelt sie sich vor ihren entsetzten Partygästen in einen Dämon und infiziert diese wiederum. Schon bald tobt eine ganze Horde der blutrünstigen Monster durch das Hochhaus, aus dem es für die Einwohner kein Entrinnen gibt… 

Dummerweise wurden in Deutschland nun ja allen bekannt die zwei Teile der beiden Dämonen-Filme des Regisseurs Lamberto Bava unter den falschen Titel herausgebracht, So wurde dieser Teil im Kino und auf VHS als Teil 1 veröffentlicht und jetzt erst auf DVD als der zweite Teil, der er auch in Wirklichkeit ist. Dance of the Demons 2 ist meiner Ansicht nach der atmosphärisch solideste Teil von beiden, mit enormem Spannungspotenzial und einer alptraumhaften Stimmung, während er erste Teil, der im Berliner Kino Metropol spielt, eher ein reinen Splatterfilm darstellt.

Zwar gibt es gewisse Parallelen zum ersten Teil, dass das Böse in Form der grässlichen Dämonen in einem Film auf die im Dance of the Demons dargestellte Realität Einfluss nimmt, doch fehlt hier im Gegensatz zum ersten Teil die Maske, die als Überträger dieser Dämonenseuche im vorherigen Teil eine erhebliche Rolle spielte. In Dance of the Demons 2 kriecht der Dämon einfach so aus dem Fernsehapparat und infiziert die junge Sally, die großartig von Coralina Cataldi-Tassoni dargetsellt wird, die viele sicherlich noch aus Filmen wie Dario Argentos Terror in der Oper oder  aus dem Trashfilm Evil Clutch kenne werden.

Zusätzlich spielt hier Dario Argentos Tocher Asia (Land of the Dead, The Church) eine kleine Nebenrolle und auch Bobby Rhodes ist erneut wie auch im ersten Teil von Dance of the Demons als Fitness-Trainer zu sehen, der in einem grandiosen Kampf auf Leben und Tod in einer Tiefgarage auf höchst fiese Weise ums Leben kommt. Auffallend ist zu dem das Kind, aus dem vor den Augen vor Nancy Brilli (Kusswechsel – Kein Vorspiel ohne Nachspiel) ein Dämon aus dem Brustkorb pellt. Allerdings muss ich zugeben, dass auch mir dieses kleine scheußliche Wesen mit seiner ekligen verzerrten kreischende Stimme um einiges besser gefällt wie aus dem ersten Teil. Es wirkt einfach grauenhafter, bizarrer und fieser, auch wenn man aus heutiger Sicht merkt, dass es sich um eine Puppe handelt.

Während es im ersten Teil nur so von Blut trieft, so hat der zweite Teil Dance of the Demons 2 es mehr auf Spannung und Atmosphäre abgesehen, die düster bis beklemmend den ganzen Film über konstant gehalten wird.  Großartig dazu beigetragen hat auch das großartige Make Up von Rosario Prestopino, der auch schon im ersten Teil sowie auch in Terror in der Oper oder dem Trash-Zombiefilm “Die Rückkehr der Zombies” für eben solchen zuständig gewesen war. Was vielleicht diesem nahe zu perfekten Make Up schadet ist, dass die Verwandlung von einem infizierten zu einem Dämon in sekundenschnelle von statten geht…   aber irgendwie musste man allem Anschein nach auch die Schockeffekte so schnell wie möglich unterbringen. 

Super auf jeden Fall ist ebenfalls der Sound und ich meine jetzt nicht die Musik von den band the Cult oder The Smioth, sondern die von Simon Boswell, der diese alptraumhafte Szenarien gekonnt mit düsterem und auch oft bizzarem Sound untermalte. Obwohl das Budget damals umgerechnet gerade nur einmal 1,500,000 US-Dollar betrug, so merkt man diesem Film es in keinster Weise an, dass er nicht zu den kostspieligeren italienischen Filmen gehört, zu perfekt und ausgeklügelt wirkt alles.

Auf VHS von New Vision gab es ihn nur geschnitten und meiner Meinung nach wurde aus welchen Gründen auch immer der durchaus wichtige Schluss völlig entfernt, der aber durchaus zum Verständnis des Filmes beitragen kann. Auf der DVD von Dragon Entertainment ist er zwar enthalten wurde aber dermaßen mies und extrem emotionslos  synchronisiert, dass er keinen großen Spaß macht. ihn zu sehen.   Ansonsten gefällt mir persönlich der Film unglaublich gut, besitzt er auch auf Grund grandioser Kamerafahrten, tollen Belichtungseinstellungen und eben auch Make Up, FX und Musik einen wahrhaftig grausige Atmo, wie man sie heute kaum noch zu Gesicht bekommt.

Meine Wertung: 9,5/10 Punkten

(- 0,5 wegen der miesen Synchro zum Schluss)