Dark Society (1989)

Bill Whitney wächst in reichen Verhältnissen in Beverly Hills auf. Von seinen Eltern wird er im Gegensatz zu seiner Schwester Jenny aber nicht voll akzeptiert, weshalb ihm schon bald Zweifel an seiner Abstammung kommen. Die Gerüchte über bizarre Orgien seiner Eltern auf Luxuspartys helfen nicht gerade diese Zweifel zu zerstreuen. Als ihm ein Freund, der kurz darauf stirbt, Tonbandaufnahmen von den nächtlichen Eskapaden seiner Eltern vorspielt, beginnt er, selbst nach dem Geheimnis hinter dem Geheimnis zu suchen. Schon bald muß er feststellen, daß die Gerüchte grausame Wirklichkeit sind. Eine elitäre Gesellschaft von Aliens, der auch Bill’s Eltern angehören, tötet und frißt auf geheimen Partys Menschen. Und der nächste auf dem Speiseplan ist Bill…

 

Ein weiteres Beispiel dafür, wie unsinnig manchmal die Indizierungen sind. Denn auch wenn die letzte halbe Stunde ordentlichen Gore zeigt, so ist es nicht Wert den auf den Index gesetzt zu haben.Wenn die zarten Gemüter der FSK lieber die “Glücksbärchis” gucken, so ist das doch hier unnötig gewesen. Setzt ja auch keiner “Braveheart” oder “der Soldat James Ryan” auf den Index. Nun denn, zurück zum Film.

Ich sah den Film damals sogar auf VHS. Und damals erschreckte der mich zu Tode. Nun gut, mit vorranschreitenden Alter und den ein oder anderen Horrofilm sieht man das anders. Die Intention, eine Gesellschaft zu zeigen, die die unteren Klassen “aussaugt” und sie als Sklaven förmlich inhaliert um auf deren Misslage ihre Macht aufzubauen ist gleichzeitg einfach gestrickt und genial zu gleich.
Simpel, da es doch zu eindeutig gezeigt wird, was Brian Yuzna da aussagen will. Subtilität sieht anders aus. Und genial, da es grade weil es in seiner Aussage stringend in eine Richtung geht und das konsequent bildlich umgesetzt wird, doch vollkommen erscheint im Kosmos dieses Films.

24 Jahre auf dem Index? Warum?

Ein typisches 80er Jahre Produkt ohne wenn und aber. Die Personen sind eindeutig gekennzeichnet und so überspitzt in ihrer Darstellung, dass man sie nicht ernst nehmen kann. Billy Warlock, als eine Mischung aus den jungen Tom Cruise und Michael J. Fox, ist ein Produkt seiner Zeit. Alles ist hier 80er. Die Musik klimpert vor sich hin, die Figuren sind ebenfalls plakativ und das Setting in Beverly Hills ist explizit gewählt. Wo sonst könnte man menschenverachtende Personen finden, die dem Kapitalismus fröhnen auf Kosten anderer als hier. Beverly Hills und seine Einwohner benutzt Yuzna bewusst um auf eine totalitäre Gesellschaft hinzuweisen, die den kleinen “frisst”. Das gelingt ihm ganz gut. Allerdings nur in der letzten halben Stunde. Die Stunde davor ist relativ belangslos gehalten. Wenn es aber zum “Verzehr” geht, dann gehts rund.

Der Japaner “Screaming Mad George”, der an so gut wie allen Werken Yuznas mitwirkte entfaltet hier ein Panoptikum des Abstrusen. Seine Maske ist so vulgär genial, das es einen die Sprache verschlägt was damals alles möglich war. Er zeigt hier die Perversität der Figuren anhand ihres Äusseren und Ekelerregenden. Für mich ist “Mad George” neben Stan Winston, Rob Bottin, Dick Smith und Rick Baker einer der Meister der Maske. Das hebt den Film unter anderen hervor. Leider verkümmert etwas die Handlung und die Spannung in den ersten beiden Dritteln des Films. Aber das letzt hebt die Langeweile dann wieder auf und Yuzna zeigt was er am besten kann. Also manchmal ist es dennoch besser Filme so in Erinnerung zu behalten wie sie waren.