Das Ding aus einer anderen Welt (1951)

Die Besatzung einer amerikanischen Polarstation mitten im nirgendwo im ewigen Eis des Nordpols machen den Fund des Jahrtausends: Sie haben tief im Eis ein außerirdisches UFO entdeckt und auch einen in einem Eisblock tief gefrorenen Körper eines humanoiden Außerirdischen. Sie bringen den Eisblock mit dem außerirdischen Wesen in das Labor ihrer Station, um dort das Ding näher zu untersuchen. Um nicht ständig das gruslige Antlitz des fremden Wesens ertragen zu müssen, deckt man den Eisklotz mit einer Decke zu, was natürlich bewirkt, dass der langsam aufzutauen beginnt. Kurze Zeit später ist das Wesen aus seinem Eisgefängnis verschwunden und beginnt die Menschen in der Polarstation zu dezimieren. Nichts so scheint es kann das Alien aufhalten, aber sollten sie es nicht schaffen, das Ding aus einer anderen Welt aufzuhalten, so könnte es zur Bedrohung der gesamten Menschheit werden …

 Das Ding aus einer anderen Welt gehört zu einen der bekanntesten Science Fiction-Horror-Klassiker, die bis heute zu einen der eindrucksvollsten und wohl auch grusligsten Filmen seines Genres gehört, die auf der Kurzgeschichte Wjo goes there? von dem Autor John W. Campbell Jr.basiert. Die Regisseure Christian Nyby (Bonanza) und Howard Hawks (Rio Bravo) schufen in Zusammenarbeit einen unheimlich spannenden Film, der als erster Film gilt, in dem ein außerirdisches Monster im Mittelpunkt des Geschehens steht und somit das Science Fiction-Subgenre des Invasionsfilmes begründete, die im Kalten Krieg sich die Angst vor dem Kommunisten zu Nutze machte, die in Kinofilmen oftmals als feindselige Außerirdische dargestellt wurden.

Obwohl Das Ding aus einer anderen Welt gerade einmal mit einem Aufwand von 1,500,000 US-Dollar produziert wurde und viele Szenen aus Kostengründen im Studio gedreht wurden, schafften beide Filmemacher einen Film, der bis heute seines Gleichen sucht. Obwohl 1982 John Carpenter die Geschichte von Campbell mit wesentlich mehr Aufwand und Schockeffekten neu verfilmte und sich angeblich dabei auch mehr an die Vorlage hielt, so ist es meine Meinung, dass man beide Filme – Original und Remake nicht mit einander vergleichen bzw. messen kann. Während Carpenters Remake um einiges härter und blutrünstiger ist, so setzt das Original von 1951 auf eine düstere und damals sehr beängstigende Atmosphäre und die Angst vor dem Unbekannten. 

 Mit einer ausgeklügelten Tricktechnik und raffinierten Kameraeinstellungen nehmen die Filmemacher den ahnungslosen Zuschauer auf einen regelrechten Horrortrip mit, der noch heute genauso wie damals beeindruckt und 2001 in das Nationale Film Register aufgenommen wurde, um diesen Film für die Nachwelt zu erhalten. Nun darf man natürlich nicht vergessen, dass die Kinozuschauer damals noch nicht allzu viele Filme dieser Art gesehen hatten und sie auch auf Grund der Paranoia vor der Roten Gefahr aus dem Osten schon verängstigt genug waren.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass sie nicht wie wir heute gerade zu mit Spezial Effekten überflutet wurden, steckten sie doch gerade einmal in der Anfangsphase und somit schockten auch Dinge die Zuschauer, über die wir heute vielleicht nur schmunzeln würden. Dennoch ist dieser in schwarzweiß gedrehte Science Fiction-Horrorfilm ein Meilenstein seiner Art, in der nichts wirklich auch aus heutiger Sicht albern oder unfreiwillig komisch wirkt, sondern atmosphärisch solide und hat immer noch eine nachhaltige Wirkung.

Das in dem Pflanzen artigen humanoiden Alienmonster ein Schauspieler steckt, vergisst man mit der zeit meiner Ansicht nach sehr schnell, zu sehr ist man gebannt von dem Geschehen auf dem Bildschirm (im Kino läuft er ja nicht mehr^^) und auch wenn man den Ausgang des Filmes zu kennen meint, so wirkt er auf eine gewisse Art und Weise nicht wirklich vorhersehbar und hält auch den ein oder anderen Schockmoment bereit, woran auch nichts die hinzugedichtete Liebesgeschichte ändert, die in der Vorlage gar nicht vorkommt, aber vielleicht meinte man damals, dass die Gefühlsduselei auch mehr Frauen ins Kino lockte oder ihn nicht nur als plumpen Horrorfilm erschienen lassen würde, ohne natürlich zu ahnen, dass er heute zu einem mitunter Kampf der Welten und Invasion vom Mars der bekanntesten Filme zählt, der sich mit dem Thema der Bedrohung durch Außerirdische auf der Erde beschäftigt. 

Aber wo wir gerade schon bei der Liebesgeschichte sind,  so wundert es mich heute, dass man damals einer Frau den Aufenthalt in einer von der Aussenwelt abgeschnittenen Polarstation gestatte, in der eigentlich nur Männer arbeiten und aus damaliger Sicht Männerarbeit verrichten. Aber ebenso könnte man schmunzelnd meinen, dass ein Horrorfilm eben auch nichts ohne die typische kreischende Frau sei, die im Angesicht des Grauens ihrer Panik lauthals Ausdruck verleiht, was man ja in heutigen Filmen so gar nicht mehr sieht.

Großartig ist ebenfalls die schaurige Atmosphäre untermalende Musik von dem aus der Ukraine stammenden Filmmusik-Komponisten Dimitri Tiomkin, der auch die Musik für Der Untergang des römischen Reiches mit Sophia Loren und Sir Alec Guinnes von 1964, Giganten mit James Dean oder auch dem Western-Klassiker Zwölf Uhr Mittags mit Gary Cooper schrieb und zu einem der vielseitigsten Filmmusikmachern seiner zeit gehörte, der 1979 in England im Alter von 85 Jahren verstarb.   . 

 Eigentlich stimmt in diesem Film alles und ich belasse es auch hier bei, da Das Ding aus einer anderen Welt eh jedem bekannt sein dürfte und auch ich nicht neues hinzu zu fügen habe. Auf VHS ist das Ding aus einer anderen Welt von Universal und auf DVD von Arthaus/Kinowelt erhältlich …^^

Wertung: 9,5/10 Punkte

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